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„Wir brauchen Europa“ / Staatssekretär Koschyk besuchte zum Europatag das Gymnasium Fränkische Schweiz
9. Mai 2013
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„Jahrzehntelang in Frieden zu leben, das ist die größte Errungenschaft des gemeinsamen Europas.“ Das hat der Parlamentarische Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk bei seinem Besuch des Gymnasiums Fränkische Schweiz in Ebermannstadt vor Schülern der 10. Jahrgangsstufe festgestellt. Für den Politiker war es vor dem Hintergrund des Europatages ein wichtiges Anliegen, den jungen Leuten Lust auf Europa zu machen. „Wir müssen aufpassen“, sagte er, „dass die Leidenschaft und das Interesse für ein gemeinsames Europa nicht verloren gehen“.


„Wir brauchen Europa“, so Koschyk, der auch örtlicher Bundestagsabgeordneter ist. Die Welt werde sich weiter rasant verändern. Amerika werde die Weltfinanzbeziehungen nicht mehr auf Dauer dominieren, dagegen schickt sich China an, seine Währung zu internationalisieren. Überall auf der Welt schließe man sich zusammen und kooperiert. Da sei es schon wichtig, dass Europa zusammenhält, auch wenn die gemeinsame Währung im Moment eine Herausforderung ist.


Der Euro sei aber auch für die deutsche Wirtschaft unverzichtbar, denn Deutschland sei nun mal ein Exportland. „60 Prozent unserer Exporte gehen in Länder der europäischen Währungszone, 80 Prozent in den europäischen Wirtschaftsraum, da ist der Euro als gemeinsame Währung unverzichtbar.“ Früher sei es keine Seltenheit gewesen, dass Währungsschwankungen die Gewinne regelrecht aufgezehrt haben, etwa bei der Käserei Bayreuth.


Der stellvertretende Schulleiter Peter Drescher, Schulleiter Erhardt Herrmann und der Parlamentarische Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk.

Leichtfertiges Gerede, dass es besser wäre, Griechenland aus der Euro-Zone zu werfen, erteilte Koschyk eine klare Absage. Es sei nicht die Schuld der Menschen, sondern der Politik, dass es soweit kommen konnte. Deshalb hätte das Land auch eine zweite Chance verdient, genauso wie sie Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg hatte. „Die gleichen Menschen, die uns jetzt wegen der Rettungsschirme und der Bürgschaften kritisieren, würden uns Untätigkeit vorwerfen, wenn sich Griechenland keine Arzneimittel mehr leisten könnte und es dort zu erhöhter Säuglingssterblichkeit käme.“


Scharfe Worte fand der Finanzstaatssekretär auch zur aktuellen Steuerdebatte. Schwarzgeld ins Ausland zu transferieren, aber auch hier verdientes Geld legal ins Ausland zu schaffen, um Steuern zu sparen, nannte Koschyk höchst unpatriotisch. Es könne nicht sein, dass etwa Sportstars hier in Deutschland gefeiert werden, aber gleichzeitig keinen Cent Steuern entrichten. Auch hier sei Europa gefragt, etwa wenn es darum geht, einen fairen Wettbewerb herzustellen. Mittelfristig soll es auf der ganzen Welt keinen Ort mehr geben, an dem irgendjemand unbemerkt Gelder anlegen kann, so Koschyk, und weiter: „Ich möchte, dass niemand mehr ruhig schlafen kann, der Gelder am deutschen Fiskus vorbei ins Ausland transferiert hat.“


Ein Teil der Zehntklässler hatte unter der Anleitung von Fachbetreuerin Gertrud Tinkl nicht nur ein Europa-Quiz vorbereitet, sondern auch anhand großformatiger Plakate auf die Vor- und Nachteile Europas hingewiesen. Mehr Kriminalität, Bürgerferne und der Verzicht auf Souveränität wurden dabei als die drei auffälligsten Nachteile genannt. Um dem etwas entgegenzusetzen, sei mehr Öffentlichkeitsarbeit für Europa notwendig, sagte Koschyk. Wer jemals das EU-Parlament besucht hat, der habe auch eine ganz andere Einstellung dazu. Auch der Europatag an den Schulen, der an den 5. Mai 1949 als Gründungstag des Europarates erinnern soll gehöre dazu.
Das Gymnasium Fränkische Schweiz hat nach den Worten von Schulleiter Erhardt Herrmann1070 Schüler aus insgesamt 200 Gemeinden der drei Landkreise Bamberg, Bayreuth und Forchheim. Das Gymnasium beschäftigt 90 Lehrer.

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