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ZDH-Präsident: Mehr Netto vom Brutto geht nur mit Steuerentlastungen
14. November 2009
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Hartmut Koschyk bei Jungmeisterfeier des oberfränkischen Handwerks

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Das gab es noch nie: Als eine der Prüfungsbesten erhielt die Tochter von Handwerkskammerpräsident Thomas Zimmer (links), Jacqueline Zimmer, den Meisterbrief für das Bäckerhandwerk. Die Urkunde überreichte der Bayreuther Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk.

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks Otto Kentzler hat am Samstag bei der Jungmeisterfeier des oberfränkischen Handwerks die Politik der neuen Bundesregierung nachdrücklich verteidigt. Steuerentlastungen gerade bei mittleren und niedrigeren Einkommen seien der richtige Weg für mehr Konsum und dadurch auch für mehr Investitionen der Personenunternehmer. Die Haushaltskonsolidierung des Bundes könne nur dann gelingen wenn die Steuer- und Beitragseinnahmen durch Wachstum wieder steigen.

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von links: Bayreuths Oberbürgermeister Michael Hohl, HWK-Präsident Thomas Zimmer, HWK-Hauptgeschäftsführer Horst Eggers, ZDH-Präsident Otto Kentzler und der Bayreuther Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk.

Als weiteren Schritt nannte der ZDH-Präsident mutige Reformen in den sozialen Sicherungssystemen. Das Einfrieren der Arbeitgeberbeiträge bezeichnete er als richtig um die Folgen des demographischen Wandels nicht immer weiter dem Faktor Arbeit aufzubürden. Ebenso wenig dürften sie allerdings auf die Arbeitnehmer abgewälzt werden. Kentzler sprach sich deshalb für mehr Wettbewerb, für Einsparungen und für die Nutzung von Effizienzreserven aus. Nur so sei letztlich das Ziel „Mehr Netto vom Brutto“ zu erreichen.
„Mehr Netto vom Brutto“, das war auch das Stichwort für den oberfränkischen
Handwerkskammerpräsidenten Thomas Zimmer. Wichtig für die Existenz eines jeden Handwerksbetriebs sei die Binnennachfrage. Sie könne aber nur steigen, wenn dem Bürger auch mehr Geld in der Tasche bleibt. Deshalb sei die Entlastung von Steuern und Sozialausgaben auch so wichtig für das Handwerk.
Von den frischgebackenen Meistern werden sich nach den Worten Zimmers viele nicht verändern und trotz bestandener Meisterprüfung im angestammten Betrieb weiterarbeiten. Manche werden neue Aufgabengebiete, vielleicht mit mehr Verantwortung übernehmen, andere werden ihren Arbeitsplatz wechseln. Wieder andere werden in der Industrie neue Herausforderungen suchen oder sogar ins Ausland gehen. Schließlich werde das Werk eines Handwerkers überall auf der Welt verstanden. Damit hebe sich der Handwerker auch von Absolventen einer akademischen Ausbildung ab, denn für sie sei der Schritt ins Ausland nicht immer so einfach.
Insgesamt wurden in der Bayreuther Oberfrankenhalle 397 frischgebackene Meister verabschiedet, fast genau ein Viertel davon waren Frauen. Der jüngste war erst 19 Jahre alt, der älteste hatte mit 53 Jahren schon mehr Lebenserfahrung aufzuweisen. Bei den Berufen war am stärksten das Friseurhandwerk mit 113 Teilnehmern vertreten, gefolgt von Berufen aus dem Kraftfahrzeugtechnikerhandwerk mit 107 Teilnehmern. Insgesamt hatten sich 426 Kandidaten der Meisterprüfung unterzogen, das bedeutet, nur gut sechs Prozent der Teilnehmer hat die Meisterprüfung nicht bestanden.
Am Rande der Jungmeisterfeier zeichnete ZDH-Präsident Kentzler den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken Horst Eggers für seine hohen Verdienste mit dem goldenen Handwerkszeichen des ZDH aus. Die Erfolge der Bayreuther Kammer seien auch die Erfolge von Horst Eggers, der stets nach Exzellenz gestrebt und jede Weiche in der Entwicklung der Kammer im Wesentlichen selbst gestellt habe. Wenn die oberfränkische Kammer heute bundesweit einen Spitzenplatz unter den modernen Dienstleistungszentren des Handwerks einnehme, so sei dies der Verdienst von Horst Eggers.

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