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Zwischenbericht: Fabian Schnörer für ein Jahr in Südafrika
31. Mai 2012
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Fabian Schnörer lebt von August 2011 bis August 2012 in Südafrika und engagiert sich dort als weltwärts-Freiwilliger im Abraham-Kriel-Kinderheim in Potchefstroom. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, Hartmut Koschyk MdB, unterstützt Fabian Schnörer bei seinem Engagement. Nun hat Fabian Schnörer seinen zweiten Zwischenbericht von seinem Aufenthalt in Südafrika übermittelt. Weitere Berichte und Bilder können Sie auch auf seinem Blog unter http://fabi-in-sa.blogspot.com finden.

IMG_0093Nach rund 6 Monaten unseres Jahres hieß es endlich, dass wir uns bei Lust und Laune zusätzlich zu unserer Arbeit im Kinderheim vormittags neue Projekte suchen können. Da habe ich schon die ganze Zeit mit dem Gedanken gespielt in einer Schule im Township zu unterrichten. Zum einen spukt schon seit geraumer Zeit das Hirngespinst Lehrer zu werden in meinem Kopf herum, zum anderen hat es mich sehr interessiert einmal zu sehen wie südafrikanische Schulen denn so funktionieren. Nach gut drei Monaten konnte ich meinen Plan nun endlich in die Tat umsetzen.

Allerdings hat es eine ganz schön lange Anlaufzeit gebraucht bis ich nun seit gut zwei Wochen wirklichen „Unterricht“ geben kann. Dazu hatte die berühmte südafrikanische „wenn-nicht-heute-dann-morgen-oder-lieber-nächsten-Monat“ Einstellung einen großen Anteil. Während ich mich im Alltag schon komplett mit dieser gelasseneren Lebenseinstellung angefreundet habe und der deutschen „Korrektheit“ auf jeden Fall vorziehe, hat sie mich in diesem Fall teilweise echt zur Weißglut getrieben.

Joyce, Thami und Samuel – alle bei Abraham Kriel
Nachdem ich mich dem Direktor der Madibeng Primary School in Ikageng, in die auch ein paar meiner Jungs gehen, vorgestellt habe wurde es sehr schnell klar was ich denn in der Schule machen könnte. Und zwar gäbe es einige Computer und ich könne doch Computer-lessons geben. Davon war ich auch sofort überzeugt, vor allem nachdem ich einen Blick auf diese Computer geworfen habe. Zwar hat die Schule wirklich eine gute Ausstattung, allerdings wurde diese seit wahrscheinlich rund fünf Jahren nicht mehr benutzt und der „Computerraum“ wurde teils als Abstellkammer und teils als Ersatzklassenzimmer benutzt. Also hab ich mich daran gemacht erst einmal die Computer zu entstauben und mit einem PC-Fachmann wieder zu verbinden und alles wieder in Schuss zu bringen. Und dann habe ich gewartet. Ich habe ausgemacht immer Dienstag und Freitags ein paar der höheren Klassen zu unterrichten und ihnen die „basics“ in Sachen Computer zu zeigen. Also bin ich Dienstag und Freitag immer vormittags in die Schule gekommen und habe nach einem timetable gefragt und darauf gewartet, dass ein weiterer Fachmann kommt der das immer noch nicht funktionierende Netzwerk wiederherstellt. Ich glaube den Satz „we`re still waiting for that guy, he didn`t come“, habe ich jetzt schon gefühlt an die zehntausend Mal gehört. Aber mit dem Wissen, dass wenn ich das jetzt nicht starte, die Computer auch noch die nächsten fünf Jahre in dieser Schule verstauben werden, bin ich einfach immer wieder gekommen.

Und wie schon gesagt seit rund zwei Wochen habe ich endlich wenigstens meinen Stundenplan und mache mit allen 5ten bis 7ten Klassen Computerunterricht. Das macht soweit auch richtig Spaß auch wenn alles noch ein bisschen chaotisch ist, da noch keine Klasse so recht weiß wann sie Unterricht bei mir haben und manche Klassen zwischen 40 und 50 Schüler haben. Außerdem wartet der Direktor, aber hauptsächlich eher ich, immer noch auf den „guy“ der das Netzwerk wiederherstellen soll, sodass ich bis jetzt leider immer nur noch Theorie machen kann. Aber immerhin – „it`s getting there!“

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