Für Deutschland International
Deutsche Minderheit in Kroatien auf einem guten Weg
12. August 2016
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Besuch am Sitz der Deutschen Minderheit in Kroatien in Essegg/Osijek

Diese, so Koschyk, habe die verfassungsrechtliche und gesetzliche Anerkennung durch die Republik Kroatien und die entsprechende Förderung sowohl von kroatischer Seite für eine entsprechende Entfaltung genutzt. Von Regierungs- und Parlamentsseite, aber auch von Seiten der anderen nationalen Minderheiten sowie von kommunaler Seite genieße die Deutsche Minderheit große Anerkennung und Respekt. Auch sei der Generationswechsel in den Führungsstrukturen der Deutschen Minderheit erfolgreich eingeleitet. Im Hinblick auf die Leidensgeschichte der Deutschen Minderheit im heutigen Kroatien nach dem Zweiten Weltkrieg gebe es eine sehr würdige Erinnerungskultur im öffentlichen Raum. Auch bei der Erforschung der Geschichte der Donauschwaben im heutigen Kroatien habe die Deutsche Minderheit durch die von ihr seit 1994 alljährlich durchgeführten wissenschaftlichen Symposien mit darauffolgenden Tagungsbänden beachtliche und nachhaltige Akzente gesetzt.

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Die jährlich erscheinenden Tagungsbände der seit 1994 stattfindenden Symposien über die Geschichte der Donauschwaben im heutigen Kroatien

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Der Sitz der Deutschen Minderheit in Kroatien in Esseg/Osijek

In der kroatischen Hauptstadt Zagreb war Koschyk in Begleitung des stv. Deutschen Botschafters Andreas Kraus und des für Politik, Kultur und Zivilgesellschaft zuständigen Referenten Arne Hartig mit Außenminister Miro Kovač und mehreren Parlamentsabgeordneten zusammengetroffen. Aus dem Bundesinnenministerium wurde Koschyk von Fabian Talkenberg begleitet.

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Gedankenaustausch mit dem kroatischen Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten, Dr. Miro Kovač

Dem kroatischen Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten, Dr. Miro Kovač dankte Koschyk für die Anerkennung und Förderung der Deutschen Minderheit von Anbeginn der Unabhängigkeit des Landes. Dies habe eine Stabilisierung und Entfaltung der Deutschen Minderheit bewirkt, die auch gute Entwicklungschancen für die Zukunft verheißt. Koschyk bat den kroatischen Außenminister, mit dem ihn eine jahrelange Zusammenarbeit auch in dessen Funktion als kroatischer Botschafter in Deutschland verbindet, um Unterstützung des Anliegens der Deutschen und der Roma-Minderheit, die Sprachen beider Gruppen auch als Minderheiten-Sprachen im Sinne der Sprachen-Charta des Europarates innerstaatlich anzuerkennen.

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Der Minderheiten-Abgeordnete und Roma-Vertreter im Kroatischen Parlament, Veljko Kajtazi informiert Bundesbeauftragten Hartmut Koschyk über seine Parlamentsaktivitäten auch zugunsten der Deutschen Minderheit

Die Lage der Roma-Bevölkerung und der Serbischen Minderheit erörterte Koschyk mit dem auch für die Deutsche Minderheit zuständigen Roma-Vertreter und Parlamentsabgeordneten Veljko Kajtazi sowie mit dem Vorsitzenden des Serbischen Nationalrates und Vertreter der Serbischen Minderheit im kroatischen Parlament, Milorad Pupovac. Beide Minderheiten-Vertreter und Parlamentsabgeordneten würdigten die konstruktive Rolle der Deutschen Minderheit in Kroatien und betonten ihre Wertschätzung für diese, was auch in einer guten Zusammenarbeit innerhalb des kroatischen Minderheitenrates, aber auch durch gemeinsame Projekte vor Ort zum Ausdruck kommt. Koschyk erkundigte sich auch nach der Lage sowohl der Roma- und der Serbischen Minderheit und musste Besorgnisse vor allem der Serbischen Minderheit über nationalistische Bestrebungen in Teilen der kroatischen Politik und Gesellschaft zur Kenntnis nehmen.

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Gedankenaustausch mit der Serbischen Minderheit in Kroatien und deren Spitzenvertreter im Parlament Prof. Dr. Milorad Pupovac

In diesem Zusammenhang erörterte Koschyk mit Serben-Vertreter Pupovac die Möglichkeit, dass die in Deutschland ansässige Föderation Europäischer Volksgruppen (FUEV), der auch die Serbische Minderheit in Kroatien angehört, durch Veranstaltungen vor Ort einen Beitrag zur Verbesserung des minderheitenpolitischen Klimas leisten könne.

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Der Abgeordnete der Liberalen Demokraten im Kroatischen Parlament Goran Beus Richembergh gehört der Deutschen Minderheit an. Er ist Autor eines umfangreichen Buches über die Geschichte der Deutschen und Österreichischer im heutigen Kroatien.

In Zagreb traf Koschyk auch den zur Deutschen Minderheit gehörenden liberal-demokratischen Parlamentsabgeordneten Goran Beus Richembergh, der die Deutsche Minderheit in der Zagreber Gespannschaft (Verwaltungsbezirk) vertritt. Richembergh ist Autor einer umfangreichen Publikation über die Geschichte der Deutschen und Österreicher im heutigen Kroatien sowie Initiator der seit 1994 alljährlich stattfindenden wissenschaftlichen Symposien der Deutschen Minderheit, nach denen jeweils ein Tagungsband erscheint.

In Zagreb traf Koschyk auch mit den Vertretern der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung, Michael Lange und Max Brändle zusammen, die über ihre Projekte, auch im Bereich der Minderheitenpolitik berichteten. Ebenfalls führte Koschyk in Zagreb ein Gespräch mit dem Vorsitzenden der Kroatisch-Deutschen Gesellschaft in beiden Ländern, Daniel Glunčić. Koschyk zählt als erster Kroatien-Beauftragter des Deutschen Bundestages selbst zu den Gründungsmitglied der in beiden Ländern tätigen Deutsch-Kroatischen Gesellschaft und ist deren Ehrenvorsitzender.

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Mit dem stv. Deutschen Botschafter in Kroatien, Andreas Krauß – einem „waschechten“ Bayreuther – vor dem Ölgemälde des verstorbenen langjährigen Bundesaußenministers Hans-Dietrich Genscher des kroatischen Künstlers Velimir Rački in der Deutschen Botschaft Zagreb. Das Gemälde ist ein Geschenk der Stadt Zagreb als Dank für Hans-Dietrich Genschers Einsatz für die Unabhängigkeit Kroatiens

Bis heute bildet die Stadt Essegg/Osijek in Slawonien einen Schwerpunkt der Deutschen Minderheit in Kroatien. An deren Sitz traf Koschyk die führenden Vertreter, an der Spitze den langjährigen Minderheiten-Abgeordneten Nikola Mak und die Geschäftsführerin Renata Trischler, die auch stv. Vorsitzende des kroatischen Minderheitenrates ist.

Mit den Vertretern der Deutschen Minderheit besprachen Koschyk und Botschaftsvertreter Hartig sowie BMI-Vertreter Talkenberg die Fördermaßnahmen des Auswärtigen Amtes und des Bundesinnenministeriums. Auch die humanitäre Geste für ehemalige deutsche Zwangsarbeiter, die vom Bundestag auf den Weg gebracht wurde und an deren ministerieller Umsetzung Koschyk maßgeblich mitgewirkt hat, wurde ausführlich erörtert. Gemeinsam mit den Vertretern der Deutschen Minderheit besuchte Koschyk das Mahnmal für die im Internierungslager Walpach/Valpovo ums Leben gekommenen Donauschwaben und legte dort ein Blumengebinde nieder. Auch der von der Bundesregierung geförderten Gedenkstätte zur Erinnerung an dieses Internierungslager stattete Koschyk einen Besuch ab. Über die Geschehnisse im Internierungslager Walpach/Valpovo hat die Deutsche Minderheit in Kroatien eine umfangreiche wissenschaftlich fundierte Publikation herausgegeben. Die Deutsche Minderheit in Kroatien gibt auch eine regelmäßig erscheinende Zeitschrift „Deutsches Wort“ heraus und verfügt über eine stets aktuelle Internet-Präsens: http://deutsche-gemeinschaft.eu/

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Der Bürgermeister der Stadt Essegg/Osijek Ivan Vrkić  (2. von rechts) und der zur Deutschen Minderheit gehörender stv. Bürgermeister Vladimir Ham (2. von links) stehen für ein gedeihliches Miteinander der verschiedenen nationalen Minderheiten und Religionsgemeinschaften

Im Rathaus von Essegg/Osijek wurde Koschyk von Bürgermeister Ivan Vrkić und dem stv. Bürgermeister Vladimir Ham empfangen. Vize-Bürgermeister Ham gehört selbst der Deutschen Minderheit an. Beide Bürgermeister betonten gegenüber Koschyk das gedeihliche Miteinander der verschiedenen nationalen Minderheiten und unterschiedlichen Religionsgemeinschaft in Stadt und Region Essegg/Osjiek. Auch engagiere sich die Stadtführung intensiv für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Kommunen in den Nachbarländern Serbien, Bosnien und Ungarn. Auch im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung setze die Region auf eine verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

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Die auch mit Unterstützung der Bundesregierung und der kroatischen Regierung entstandene Gedenkstätte der Donauschwaben in Walpach/Valpovo

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Gedenken für die im Internierungslager Walpach/Valpovo bei Essegg/Osijek umgekommen Donauschwaben

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Dokumentation der Leidensgeschichte und der Todesopfer der Donauschwaben im Internierungslager Walpach/Valpovo

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