Für Deutschland International
Interview zu Nordkorea / Auch Europäer und Deutschland können zur Deeskalation beitragen
7. September 2017
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Foto: Sechs-Parteien-Gespräche zur nordkoreanischen Atomfrage am 13.Februar 2007 in Peking. In den Sechs-Parteien-Gesprächen (China, Russland, USA, Japan, Nordkorea, Südkorea) wurde über das nordkoreanische Kernwaffenprogramm verhandelt.

Die Nordkoreakrise stand im Mittelpunkt des „Politik-Dossiers“ des Bayerischen Rundfunks vom 6. September 2017, wozu auch der Vorsitzende der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk, als Experte befragt wurde.

Koschyk wies darauf hin, dass von Bundeskanzlerin Merkel nicht nur die Botschaft ausging, dass eine friedliche Lösung gefunden werden müsse und jede militärische Option ausscheide, sondern dass die Bundeskanzlerin zurecht auch daran erinnerte, dass zum Beispiel in der Iran-Krise, als der Iran atomare Ambitionen gehabt und diese ganz offen mit der Vernichtung Israels verbunden hat, dies Deutschland und die Europäer auf den Plan gerufen habe.

Koschyk erklärte, dass die Irankrise seinerseits durch ein intensives Zusammenwirken der Vereinigten Staaten, Russlands, im Hintergrund Chinas, aber auch der Europäer und der Vereinten Nationen entspannt worden sei. „Das schlimmste wäre, wenn in der jetzigen Situation die Geschlossenheit des UN-Sicherheitsrates zerbrechen würde“. Um dies Abzuwenden, könne „Europa und gerade auch die Bundekanzlerin im Hintergrund viel leisten“, so Koschyk.

„Gerade die letzten wichtigsten Beschlüsse im UN-Sicherheitsrat in der Koreakrise sind immer auch mit Zustimmung Russlands und Chinas getroffen worden und es wäre der größte Triumpf für Kim Jong-un, wenn dieser Zusammenhalt im UN-Sicherheitsrat und dieses finden einer gemeinsamen Basis für den Ausweg aus dieser Krise zerbrechen würde“. Wenn sich der UN-Sicherheitsrat in der nächsten Woche vermutlich mit dem jüngsten Nukleartest befasst, sei es ganz wichtig die internationale Gemeinschaft zusammenzuhalten, wozu „die EU, Deutschland und die Bundeskanzlerin einen ganz wichtigen Beitrag leisten “ können, so Koschyk.

Koschyk erklärte, dass er einen Erstschlag Nordkoreas auf die USA für ausgeschlossen hält. Man müsse sich von der Vorstellungswelt lösen, dass mit Kim Jong-un „ein unberechenbarer, wild gewordener Despot“ sitzt, so Koschyk. „Natürlich ist Kim Jong-un ein brutaler Diktator, aber in diesen Fragen, wo es wirklich um die Antwort geht, warum betreibt Nordkorea diese Entwicklung seiner Raketen- und Nukleartechnologie, bin ich fest davon überzeugt, dass Nordkorea nur eines dabei im Auge hat, nämlich das Überleben des Regimes“. Das Regime werde „klug genug sein, wenn es auf der einen Seite eine Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft spüre, die es nicht aufbrechen kann. Auf der anderen Seite muss das Regime auch den Druck spüren, um auch wirklich an den Verhandlungstisch zu kommen, um die Krise in ihrer jetzigen Form zu entschärfen, aber dann auch durch schrittweise Lösungsansätze und durch Aufbau von Vertrauen in einem internationalen Rahmen nach einer dauerhaften Lösung der Krise zu suchen“, so Koschyk.

Das Politik Dossier zu Nordkorea des Bayerischen Rundfunks vom 6.9.2017 zum Nachhören finden Sie hier. Für das Interview mit Bundesbeauftragten Koschyk spulen Sie zu Minute  36.11 vor.

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