Für Deutschland
Koschyk leitet Beratenden Ausschuss für Niederdeutsch
19. Juni 2015
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Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, hat im Bundesministerium des Innern die turnusgemäße Sitzung des Beratenden Ausschusses für Fragen der niederdeutschen Sprachgruppe geleitet.

Niederdeutsch (Platt) ist in Deutschland als Regionalsprache im Sinne der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen anerkannt. Von den Minderheitensprachen unterscheidet es sich dadurch, dass die Platt Sprechenden keine nationale Minderheit bilden. Zuhause ist Niederdeutsch in den Ländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie in den nördlichen Teilen von Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Auf ganz Deutschland bezogen beherrschen gut 12 Prozent das Niederdeutsche aktiv, wie das Institut für niederdeutsche Sprache in einer repräsentativen Umfrage im Jahr 2007 ermittelt hat.

Dem Beratenden Ausschuss gehören neben Mitgliedern des Bundestages und Vertretern der acht Bundesländer, in den Platt gesprochen wird, Vertreter des Bundesrates für Niederdeutsch (Bundesraat för Nedderdüütsch) dem Gremium an.

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Die Mitglieder des Beratenden Ausschusses erörterten u.a. die Lage und die Perspektiven für das Niederdeutsche Theater, für das sich in über 4000, größtenteils ehrenamtlich geführten Bühnen rund. 50.000 Mitbürger aktiv beteiligen und das 2014 in die Liste der deutschen UNESCO-Kommission für das Immaterielle Kulturerbe aufgenommen wurde sowie über Bildungsstrategien für das Erlernen des Niederdeutschen.

Bundesbeauftragter Koschyk hob die besondere Stellung hervor, die das Niederdeutsche nach der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen genießt. Gemeinsam mit der anwesenden Bundestagsabgeordneten Karin Meyer-Evers kündigte er politische Initiativen an, damit sich Bundestag und Bundesrat im Nachgang der erfolgreichen Charta-Sprachen-Konferenz im November 2014 im Deutschen Bundestag in eigenen Debatten mit den Fragen der Minderheiten- und Regionalsprachen in Deutschland befassen.

Der Sprecher des Bundesrates für Niederdeutsch und Geschäftsführer des Instituts für Niederdeutsche Sprache, Dr. Reinhard Goltz, dankte Bundesbeauftragtem Koschyk für dessen Engagement für die Regionalsprache Niederdeutsch und hob dabei insbesondere dessen Einsatz für den Erhalt des Arbeitsstelle Niederdeutsch an der Universität Magdeburg hervor, dessen Fortbestehen im niederdeutschen Sprachgebiet nunmehr gesichert zu sein scheint. Er bedankte sich mit der gerade erschienenen, nunmehr fünften Ausgabe des „Asterix“ auf Plattdeutsch, zu dessen Übersetzerteam auch Dr. Goltz selbst gehört.

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