Für Deutschland
Koschyk: „Schulfrei an muslimischen Feiertagen steht für uns nicht zur Diskussion“
14. Oktober 2009
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Zum Vorschlag von Herrn Kolat allen Kindern in Deutschland an muslimischen Feiertagen schulfrei zu geben, erklärt der Bayreuther Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Hartmut Koschyk, gegenüber der Märkischen Oderzeitung in der Ausgabe vom 14. Oktober 2009:

„Union und FDP haben bereits in den bisherigen Koalitionsverhandlungen deutlich gemacht, dass Integration ein zentrales Thema ist. Das Gelingen von Integration, gerade auch der nachholenden Integration ist eine Herausforderung, der sich die neue Koalition stellt.

Die unionsgeführte Bundesregierung hat das Thema seit dem Jahr 2005 ganz oben auf die Prioritätenliste gesetzt. Herausforderungen der Integration werden offen benannt und nicht mehr aus falsch verstandener Toleranz ignoriert. Das Erlernen der deutschen Sprache, die Befassung mit deutscher Geschichte und dem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat in Integrationskursen ist allgemein anerkannt und wird von Zuwanderern geschätzt.

In der Deutschen Islamkonferenz und bei der Umsetzung des Nationalen Integrationsplans sind alle aufgefordert, konstruktiv mitzuarbeiten und wirksame Vorschläge zur Verbesserung für mehr Integration zu unterbreiten. Der Vorschlag von Herrn Kolat, allen Kindern in Deutschland an muslimischen Feiertagen schulfrei zu geben, gehört aber gewiss nicht in diese Kategorie.

Wenn selbst der Zentralrat der Muslime dagegen ist, an einem muslimischen Feiertag allen Schülern frei zu geben, dann spricht das für sich. Schulfrei an muslimischen Feiertagen steht für uns nicht zur Diskussion. Zur besseren Integration kann dies nicht den geringsten Beitrag leisten.

Gesetzliche Feiertage werden von den Bundesländern festgelegt und Schulen übernehmen diese. Da Deutschland ein Land mit jahrtausendelanger christlicher Tradition ist, ist es nur natürlich, dass eine Reihe von christlichen Feiertagen gleichzeitig auch gesetzliche Feiertage sind. Wohlbemerkt sind keineswegs alle christlichen Feiertage auch gesetzliche Feiertage.

Statt schulfrei für alle zu fordern, fordern wir Religionsunterricht für alle. Islamischer Religionsunterricht unter dem Dach der deutschen Schulaufsicht und in deutscher Sprache gehört genauso dazu wie Islamkunde als Teil des christlichen Religionsunterrichts. Das ist wichtig, um mehr Verständnis füreinander zu entwickeln. Besser ist es, sich in der Schule – auch über das Fach Religion hinaus – mit dem Verhältnis zwischen Christentum und Islam zu befassen. Integrationspolitik wie wir sie verstehen, bringt die Menschen zusammen. Schulfrei für alle ist da der falsche Ansatz. Nicht jeder für sich, sondern alle gemeinsam: In der Schule haben junge Menschen die Chance zur Selbstvergewisserung über eigene Wurzeln und Werte und zum Kennenlernen des Anderen. Da sollte man nicht einfach alle nach Hause schicken.“

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There is 1 comment

  • Andreas Pohl sagt:

    Sie schreiben in Ihrem Artikel, dass 1) Integration ein zentrales Thema ist 2) Integration in der Prioritaetenliste ganz oben steht und 3) das Erlernen der Deutschen Sprache ein wichtiges Element in der Integration darstellt.

    Weshalb sind dann Kosten, die fuer Deutschkurse fuer Auslaender erbracht werden steuerlich nicht absetzbar? Handelt es sich bei einem Deutschkurs fuer Auslaender denn um ein rein „Privates Vergnuegen“?

    Weshalb wird der integrationswillige auslaendische Mitbuerger denn bei den anfallenden „Integrationskosten“ nicht unterstuetzt? Steht dies nicht im Widerspruch zu der von Ihnen getroffenen Aussage der „hoechsten Prioristaet“

    Herzlichen Dank fuer eine kurze Stellungnahme

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