Für Deutschland
Koschyk spricht über „Leben und Nachwirken eines Vertriebenenpolitikers – Zum 100. Geburtstag von Dr. Herbert Hupka“
7. Dezember 2015
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Bundesbeauftragter Koschyk gemeinsam mit Dr. Herbert Hupka

Zum Gedenken an Dr. Herbert Hupka lädt der Schlesierverein München e.V. heute zu einer Veranstaltung in das Haus des Deutschen Ostens in München ein.

Hartmut Koschyk, MdB, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, spricht über „Leben und Nachwirken eines Vertriebenenpolitikers – Zum 100. Geburtstag von Dr. Herbert Hupka“. Als früherer Bundesvorsitzender der Schlesischen Jugend und Generalsekretär des Bundes der Vertriebenen kannte Hartmut Koschyk Herbert Hupka aus nächster Nähe.

Herbert Hupka, 1915 auf Ceylon geboren, wuchs im oberschlesischen Ratibor (heute Racibórz, Polen) auf. Er studierte Germanistik, Geschichte und Geographie in Halle und Leipzig. Wegen der der jüdischen Herkunft seiner Mutter wurde er diskriminiert. 1939 zur Wehrmacht eingezogen, wurde er 1943 inhaftiert und stellte in dieser Zeit seine mediaevistische Dissertation fertig. Nachdem seine Mutter im Januar 1944 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert worden war, wurde er als „wehrunwürdig“ aus dem Heer entlassen und kehrte nach Ratibor zurück. Nach Kriegsende gelang es ihm, seine Mutter in Theresienstadt zu finden, und mit ihr nach München zu kommen. Dort begann seine Karriere als Radioredakteur. In der Vertriebenenpolitik spielte Hupka eine wichtige Rolle. Drei Jahrzehnte war er Präsident der Landsmannschaft Schlesien, außerdem wirkte er als Vorsitzender des Ostdeutschen Kulturrates und Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen. Als Mitglied des Deutschen Bundestages von 1969 bis 1987 positionierte er sich deutlich gegen Ostpolitik der Bundesrepublik unter Willy Brandt und lehnte die Oder-Neiße-Grenze ab. Dies machte ihn im linken politischen Lager unbeliebt und führte 1972 zum Wechsel von der SPD zur CDU. 1985 kam es zum Konflikt mit Bundeskanzler Helmut Kohl, als Hupka das Schlesiertreffen unter das Motto „40 Jahre Vertreibung – Schlesien bleibt unser“ stellen wollte. Kohl sagte daraufhin seine Gastrede ab, das Motto wurde in „Schlesien bleibt unsere Zukunft in einem Europa freier Völker“ umgeändert. Nach der Wende von 1989 engagierte sich für die deutsch-polnische Aussöhnung. Seine Geburtsstadt Ratibor ernennte ihn zum Ehrenbürger. Nach seinem Tod 2006 wurde er in München beigesetzt.

Zum Redebeitrag von Bundesbeauftragten Koschyk gelangen sie hier.

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