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„Vertriebene, Aussiedler und Minderheiten sind Brückenbauer der Verständigung“ Ehemaliger Bundesbeauftragter würdigt die Vorbildfunktion des Bessarabiendeutschen Vereins bei dessen 43. Bundestreffen in Ludwigsburg
24. Juni 2018
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Beim 43. Bundestreffen der Bessarabiendeutschen in Ludwigsburg hat der ehemalige Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und langjährige Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk die Arbeit des Bessarabiendeutschen Vereins als „besonders vorbildlich“ gewürdigt. Er sei beeindruckt, so Koschyk, welche vielfältigen Aktivitäten diese kleine landsmannschaftliche Vereinigung unter Vorsitz von Günther Vossler in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und der Völkerverständigung leiste. Koschyk nannte als Beispiele das Heimatmuseum der Deutschen aus Bessarabien und die dazugehörenden Archive in Stuttgart, die „Ausstellungen Deutsche Spuren in Moldau 1814 – 2014“ sowie „Fromme und tüchtige Leute“, zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, lebendige und vielfältige Kontakte nach Rumänien, in die Ukraine sowie in die Republik Moldau inklusive eines Jugend- und Studentenaustausches sowie humanitäre Hilfe in die Länder, aus denen die Bessarabien- und Dobrudschadeutschen stammen. Auch der Internetauftritt sowie das Mitteilungsblatt des Bessarabiendeutschen Vereins hätten Vorbildcharakter. Auch der  Besuch des Bundestreffens zeuge von einer lebendigen Gemeinschaft der Bessarabiendeutschen, war doch das Forum in Ludwigsburg bis auf den letzten Platz gefüllt.

der eindrucksvolle Besuch im Forum Ludwigsburg zeugt von der lebendigen Gemeinschaft des Bessarabiendeutschen Vereins

Koschyk nannte in Ludwigsburg die Vertriebenen, Aussiedler aber auch die deutschen Minderheiten als „wahre Brückenbauer der Verständigung“, da sie entscheidende Impulse für die  menschlichen Annäherung zwischen Deutschland und den Herkunftsstaaten der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten geleistet haben und leisten.

feierliche Umrahmung des 43. Bundestreffens der Bessarabiendeutschen in Ludwigsburg durch die Stadtkapelle Ludwigsburg

Koschyk erinnerte auch an den gesetzlichen Auftrag des Bundes und der Länder zur Wahrung und Weiterentwicklung des Geschichts- und Kulturerbes der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten. Diese Förderung müsse weiter ausgebaut und finanziell noch stärker unterstützt werden, um die kulturpolitischen und wissenschaftlichen Aktivitäten der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten auch direkt zu erreichen. Koschyk begrüßte die ihm gegenüber gemachte Ankündigung von Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters, durch die lange vernachlässigte Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen ein Förderkonzept mit dem Schwerpunkt der Stärkung der eigenständigen Kulturarbeit der deutschen Heimatvertriebenen entwickeln zu lassen.

Daneben müsse auch die Förderung der „verständigungspolitischen Arbeit“ der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten durch das Bundesministerium des Innern ausgeweitet werden, um auch die grenzüberschreitenden Aktivitäten wie die des Bessarabiendeutschen Vereins zu unterstützen.

Koschyk rief in Ludwigsburg, die Heimatvertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten dazu auf, in ihrem Einsatz für den Zusammenhalt des europäischen Einigungswerkes nicht nachzulassen. Seit Ihrer historisch einzigartigen Stuttgarter Charta hätten die Heimatvertriebenen sich für ein geeintes Europa eingesetzt. Heute, wo der europäische Zusammenhalt gefährdet sei und es überall Ermüdung und Resignation bei der Fortentwicklung der europäischen Einigung gebe, seinen die Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten als „Mutmacher und Streiter für Europa“ gefordert. Auch die politische Lage und die Lebenssituation der Menschen in den Herkunftsgebieten der Bessarabiendeutschen in der Ukraine, der Republik Moldau und Rumänien hänge entscheidend vom Bestand und der Fortentwicklung der Europäischen Union ab. Koschyk begrüßte in diesem Zusammenhang die Ankündigung des zur deutschen Minderheit gehörenden rumänische Staatspräsidenten Klaus Johannis, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. „Das ist gut für Rumänien, das ist gut für Europa!“, so Koschyk.

die Jugendtanzgruppe aus der Region Tarutino/Ukraine begeisterte die Besucher des Bundestreffens der Bessarabiendeutschen in Ludwigsburg

Der ehemalige Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten berichtete den Teilnehmern des 43. Bundestreffens der Bessarbiendeutschen auch über seinen offiziellen Besuch im vergangenen Jahr in der Republik Moldau, wo die Arbeit des Bessarabiendeutschen Vereins hohe Anerkennung genieße und auch die kleine deutsche Minderheit auf gutem Weg sein, ihre Identität durch die deutsche Sprache und die eigenen kulturellen Tradtionen mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Moldau zu bewahren.

Hier der Bericht vom Besuch

Am 43. Bundestreffen der Bessarabiendeutschen in Ludwigsburg nahmen der Ludwigsburger Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger, Ludwigsburgs Oberbürgermeister Werner Spec, der Generalkonsul der Ukraine Yuriy Yarmilko, der Generkonsul der Republik Moldau Anatol Stratulat,  der Landesgeschäftsführer des BdV Baden-Württemberg Hartmut Liebscher und ca 50 Gäste aus der Ukraine, der Republik Moldau und Rumänien teil, darunter zahlreiche Jugendliche.

auch der Ludwigsburger Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger war zum Bundestreffen der Bessarabiendeutschen gekommen

Landrat Alexander Tasmasys aus Tarutino/Ukraine, BdV-Landesgeschäftsführer Hartmut Liebscher, Hartmut Koschyk und der Bundesvorsitzende des Bessarabiendeutschen Vereins Günther Vossler

Grußworte zum 43. Bundestreffen der Bessarbiendeutschen in Ludwigsburg hätten der stellv. Ministerpräsident Baden-Württembergs und Innenminister Thomas Strobl, der Rumänische Botschafter in Deutschland Emil Hurezeanu und der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn übermittelt. Das Bundestreffen war mit einem feierlichen Gottesdienst eröffnet worden, den Pfarrerin Florentine Wolter leitete und ein eindrucksvolle Predigt hielt.

Pfarrerin Florentine Wolter predigt im Gottesdienst zum Auftakt des Bundestreffens

Weitere Informationen zum Verein Bessarabien erhalten Sie hier!

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Alexander von Humboldt- Kulturforum

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There is 1 comment

  • Lieber Herr Koschyk,
    danke für den tollen Beitrag auf Ihrer home-page zu unserem Bundestreffen. Das ist sehr motivierend!
    Lassen sie uns in Verbindung bleiben!

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