Für Deutschland
Mitglied des Stiftungsrates der „Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss“, Bundesbeauftragter Koschyk, besichtigt Schlossbaustelle
10. Juni 2016
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Das Mitglied des Stiftungsrates der „Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss“, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB, konnte sich bei einer Baustellenführung durch den Vorstand und Sprecher der Stiftung, Herrn Johannes Wien und der Leiterin des Bereichs „Museum des Ortes“, Frau Dr. Judith Prokasky, vor Ort ein Bild von den Baufortschritten machen. An der Baustellenführung nahmen unter anderen auch der Vorsitzende der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der DDR-Diktatur, Minister a.D. Rainer Eppelmann, der frühere Vizepräsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Dirk Hansen und der Unternehmer Dr. Gerd Moll teil.

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Die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss wurde am 2.07.2009 als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet. Sie arbeitet eng mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Frau Staatsministerin Prof. Monika Grütters MdB, zusammen und wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages von der Bundesrepublik Deutschland gefördert. Nach der Gründung hat die Stiftung mit der Bestellung des Vorstands zum 1.11.2009 ihre Tätigkeit aufgenommen. Die Stiftung ist Bauherrin des Humboldt Forums in den wieder zu errichtenden Fassaden des Berliner Schlosses und künftige Eigentümerin.

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Nach der deutschen Wiedervereinigung gab es eine neue Diskussion in Berlin, ob das Schloss wiedererrichtet werden sollte. In einer von der Bundesregierung und dem Berliner Senat im Jahr 2000 eingesetzten Internationalen Expertenkommission Historische Mitte Berlin unter der Leitung des früheren Wiener Wohnbaustadtrates Hannes Swoboda bestand ein hohes Maß an Übereinstimmung, dass sich die Neubebauung des Platzes an der Struktur und am Erscheinungsbild des ehemaligen Schlosses orientieren müsse. Die Kommission schlug im Jahr 2002 vor, dass ein Neubau in der Kubatur des Schlosses auf dem originalen Standort aus ästhetischen wie urbanen Gesichtspunkten anstelle des abzureißenden Palastes der Republik entstehen soll.

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Im Juli 2002 stimmte der Bundestag mit annähernder Zweidrittelmehrheit für den unmittelbaren Wiederaufbau des Schlossäußeren mit mindestens den drei beherrschenden Barockfassaden und dem kleineren Schlosshof, also für den unmittelbaren Wiederaufbau des Schlossäußeren und das Humboldt-Forum. Er hatte aber noch nicht den Charakter eines endgültigen Baubeschlusses, da dieser erst mit der Bewilligung der finanziellen Mittel im Rahmen des Haushalts nach den Wettbewerben zustande kommt. Die Debatte um einen Wiederaufbau war damit also noch nicht beendet, selbst dann nicht, als der Bundestag seinen Beschluss vom Vorjahr im November 2003 fast einstimmig bestätigte.

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Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD vom 11. November 2005 wurde festgeschriebenen: „Der Bund hat eine besondere Verantwortung für die Kultur in Berlin. Der Kulturstaat Deutschland muss in der Hauptstadt erkennbar sein. Die Koalitionspartner stehen zu den Vereinbarungen des Hauptstadtkulturvertrages und zu den Entscheidungen zur Fertigstellung der Museumsinsel. Auf der Grundlage der Machbarkeitsstudie sollen zügig die weiteren Entscheidungen zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses getroffen werden.“

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Das Mitglied des Stiftungsrates der „Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss“, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB, gemeinsam mit dem Vorstand und Sprecher der Stiftung, Johannes Wien

Bereits im August 2005 stellte die Bundesregierung der Öffentlichkeit Auszüge einer Machbarkeitsstudie vor, nach der die Verwirklichung des Bauvorhabens in Form eines Public Private Partnership möglich sein könnte. Im November 2007 bewilligte der Bundestag auf Antrag der Bundesregierung im Rahmen der Haushaltsberatungen einen ersten Zahlungsabschnitt von 105 Mio. Euro, davon wurden zunächst 102 Mio. Euro gesperrt, drei Millionen wurden für den Architektenwettbewerb Wiedererrichtung des Berliner Schlosses – Bau des Humboldt-Forums sofort freigegeben. Der Architektenwettbewerb wurde daraufhin im Dezember 2007 ausgeschrieben; ein Jahr später sollte die berufene und mit Vertretern aller Schlossoptionen äußerst heterogen besetzte Jury ihre Entscheidung treffen.

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2007 beschloss der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit, dass das Berliner Schloss mit drei historischen Fassaden und dem Schlüterhof wieder entstehen soll. Unter dieser Vorgabe gewann der italienische Architekt Prof. Franco Stella in einem internationalen Wettbewerb den 1. Preis. Seine einzigartige Idee war, mit einem „Schlossforum“, einer neuen Fußgängerpassage quer durch das Gebäude, das Schloss und seine Innenhöfe zu öffentlichen Orten der Stadt zu machen. Zur Spree hin wird sich das Gebäude als Neubau zeigen.

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Vorsitzende der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der DDR-Diktatur, Minister a.D. Rainer Eppelmann

2009 wurde von der Bundesregierung die Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum gegründet und nahm unter dem Vorstandsvorsitzenden Manfred Rettig im November ihre Arbeit auf.
Am 6. Juli 2011 haben die Fraktionen von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen des Bundestages im Haushaltsausschuss der Entwurfsplanung für das Berliner Schloss – Humboldtforum zugestimmt und damit endgültig grünes Licht für dessen Verwirklichung gegeben. Das Jahrhundertprojekt wird damit von einer breiten politischen Mehrheit getragen.

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Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Humboldtforum wurde am 21. Juni 2012 begonnen. Mit den Fassaden des Berliner Schlosses wird die historische Mitte Berlins in alter Schönheit endlich wieder hergestellt. Das Berliner Schloss wird mit dem Humboldtforum weit mehr als nur Museum sein. Hier wird ein in die Zukunft gerichteter Dialog der Weltkulturen stattfinden, mit großen themenübergreifenden Ausstellungen, Lesungen, verschiedensten Veranstaltungsformaten sowie Film, Theater, Tanz und vielen weiteren Angeboten von Museen, Bibliothek und Universität. Die Rekonstruktion des Berliner Schlosses ist im Ergebnis ein Neubau mit neuen Inhalten. Das wurde von der Gesellschaft mehrheitlich so gewollt, und dieser politische Wille überwiegt schließlich das Interesse an einer modernen Architektur. Die Rekonstruktion wird selbst zur zeitgenössischen Architektur, die in der Zukunft einen eigenen denkmalpflegerischen Wert erhalten kann.

Zur Internetseite der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss gelangen Sie hier.

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