Für Deutschland
„Suchet der Stadt Bestes!“ / Koschyk im Austausch mit dem Forum Evangelischer Freikirchen
9. November 2016
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Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, ist in Berlin mit einer Delegation des Forums Christlicher Freikirchen zu einem Informations- und Gedankenaustausch zusammengetroffen. Geleitet wurde die Delegation von Wolfgang Baake, der bis vor kurzem Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz in der Bundeshauptstadt war.

Neben der katholischen Kirche und den Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland sind es auch freikirchliche Gemeinden, in denen die russlanddeutschen Spätaussiedler in beträchtlichem Maße organisiert sind. Viele von ihnen haben im Forum Evangelischer Freikirchen zusammengefunden, in dem auch andere Freikirchen mitwirken.
Wolfgang Baake würdigte die Arbeit von Hartmut Koschyk, den er seit seinen Anfangsjahren als Bundestagsabgeordneter kennt.

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Bundesbeauftragter Koschyk erinnerte an das Vermächtnis des ersten Aussiedlerbeauftragten der Bundesregierung, Dr. Horst Waffenschmidt, für die russlanddeutschen Aussiedler sowie für die in den Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion verbliebenen Russlanddeutschen. Auch dessen politisches Handeln sei stets von einer christlichen Grundhaltung geprägt gewesen, was ihn seinerzeit als jungen Abgeordneter tief beeindruckt habe. Heimat, Identität und Glaube bestimmten maßgeblich das menschliche Sein, weshalb Minderheitenpastoral wie auch Aussiedlerseelsorge wichtige Aufgaben der christlichen Kirchen sind und bleiben. In der Vergangenheit sei die geistlich-religiöse Dimension unterschätzt worden. Koschyk dankte den anwesenden Vertretern freikirchlicher Gemeinden sehr herzlich für deren Unterstützung bei der Aufnahme der Aussiedler in Deutschland.

Dabei geht es nach Bundesbeauftragtem Koschyk um Beheimatung, die Zugezogenen müssten sich angenommen und respektiert fühlen. Deshalb dürfe Integration nicht mit Assimilation verwechselt werden. Er würde Spätaussiedler aus der früheren Sowjetunion, aber auch aus anderen Teilen Europas wie Rumänien oder Polen, immer wieder ermuntern, das besondere Kolorit in ihrer Sprache zu pflegen und es nicht einem sterilen „Hochdeutsch“ zu opfern.

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Geleitet wurde die Delegation von Wolfgang Baake, der bis vor kurzem Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz in der Bundeshauptstadt war.

In der Integration der Deutschen aus Russland wurde viel erreicht, wie auch eine Studie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge aus dem Jahre 2013 beweist. Bundesbeauftragter Koschyk gestand aber ein, dass die zuständigen Behörden bei der Anerkennung von im Herkunftsland erworbenen Bildungsabschlüssen seinerzeit zu bürokratisch verfahren hätten und dadurch viel wertvolles Potenzial verschenkt wurde.

Koschyk verwies auf die vorausschauende Entscheidung des Bundesministers des Innern, Dr. Thomas de Maizière, die Mittel für das speziell auf Spätaussiedler zugeschnittene Programm „Integration PLUS“ entsprechend den gestiegenen Zuzugszahlen zu erhöhen. Wichtig für die Wahrung und Pflege des russlanddeutschen Kulturerbes sei auch der Beschluss der Bundesregierung, künftig das – aus dem dortigen Christlichen Schulverein hervorgegangene – Museum für Russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold als zentrale Einrichtung mit Bundesmitteln zu fördern und die Stelle eines hauptberuflichen Kulturreferenten für die Russlanddeutschen einzurichten.

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Bundesbeauftragter Koschyk wünscht sich auch eine stärke, aktive politische Teilhabe der Deutschen aus Russland auf allen politischen Ebenen und verwies dabei auf das Beispiel des ersten Bundestagsabgeordneten russlanddeutscher Herkunft Heinrich Zertik. Im März 2017 wird die Frage der politischen Teilhabe der Russlanddeutschen auf einer Veranstaltung der Bundeszentrale für Politische Bildung behandelt werden. Für Bundesbeauftragten Koschyk sind auch die stark von christlichen Grundwerten geprägten Russlanddeutschen durch den Propheten Jeremia zur Mitarbeit im demokratischen Gemeinwesen aufgerufen: „Suchet der Stadt Bestes!“

Zur Internetseite des Forums Evangelischer Freikirchen gelangen Sie hier.

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