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„Christen sollen sich einmischen“ / Staatsminister Gröhe sprach beim ersten Bayreuther Fastenessen über die Aktualität der biblischen Botschaft
8. April 2009
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Für Hospizarbeit wurde ein Scheck über € 1500 überreichtBayreuth – Gottvertrauen darf nicht zu Tatenlosigkeit und frommer Weltflucht führen. Darauf hat Hermann Gröhe, Staatsminister im Bundeskanzleramt und Ratsmitglied der evangelischen Kirche in Deutschland bei einem Fastenessen des parlamentarischen CSU-Landesgruppengeschäftsführers und Bayreuther Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk am Dienstagabend hingewiesen. Die biblische Botschaft soll vielmehr jeden einzelnen motivieren, sich um diese Welt und die Gesellschaft zu kümmern, sagte Gröhe, der im Bundeskanzleramt unter anderem für die Bund-Länder-Kooperation verantwortlich ist.

Der Blick über den Tellerrand hinaus gehöre untrennbar zum Christsein. Gröhe: „Christen sollen sich einmischen, egal ob in der Schülermitverantwortung oder in den Parlamenten.“ Die christliche Botschaft sei nach wie vor aktuell, sagte der Politiker und erinnerte beispielsweise daran, dass die friedliche Revolution in der DDR vor 20 Jahren mit Friedensgebeten in den Kirchen begonnen hatte. Auch die Väter sowohl des Grundgesetzes als auch der bayerischen Verfassung hätten nach dem Scheitern der gottlosen Diktatur des Dritten Reiches den Gedanken ganz oben angesiedelt, dass ein geistlicher Neubeginn einem materiellen Neubeginn vorangehen müsse. Das Wissen um den Missbrauch staatlicher Macht habe unsere Verfassung nachhaltig geprägt.

Vor dem Hintergrund von Hunger, Elend und Ausbeutung, die tagtäglich tausenden Menschen auf dem Globus das Leben kosteten, sowie von Rassismus und Ausländerfeindlichkeit sei die christliche Botschaft heute aktueller denn je. Der Einsatz für die Schwachen der Gesellschaft könne deshalb auch heute für jeden einzelnen zur persönlichen Begegnung mit Gott werden. Wichtig sei dabei, dass die biblische Ethik und ein christliches Wertebild fest in unserer Gesellschaft verankert sind. Politik und Glauben dürften deshalb keine Gegensätze sein. Vielmehr sollte der Glaube jedem Politiker die Leitlinien seines Handelns vorgeben.

Bundestagsabgeordneter Hartmut Koschyk stellte das Wort des Propheten Jeremias „Suchet der Stadt Bestes“ in den Mittelpunkt des ersten Bayreuther Fastenessens, das künftig alljährlich in der Karwoche veranstaltet werden soll. Der Brief des Jeremias an die nach Babylon geführten Israeliten beschreibe treffend den Gestaltungsauftrag des Christen in der Politik, sagte Koschyk. Der Parlamentarier würdigte dabei auch die Arbeit des Bayreuther Hospizvereins, in deren Mittelpunkt schwerstkranke und sterbende Menschen mit all ihren Rechten und Bedürfnissen stünden. Der Erlös des Fastenessens in Höhe von 1500 Euro wurde noch während der Veranstaltung Vertretern des Bayreuther Hospizvereins übergeben.

Maßgeblich unterstützt hatte die Veranstaltung das Bayreuther Gastronomenehepaar Stefanie und Georg Schmitt mit der Zubereitung einer traditionellen Fastenspeise.

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