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„Alles tun, um ein Höfesterben zu verhindern“ – Politik sichert den Bauern bei Spitzengespräch mit BBV Bamberg und Forchheim breite Unterstützung zu
1. Juli 2016
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Zu einer Art kleinen Bauerntag hatten die BBV-Kreisverbände Bamberg und Forchheim ihre zuständigen CSU-Abgeordneten auf den Betrieb von Klaus Deinlein in Neudorf bei Scheßlitz eingeladen, um aktuell von der Agrarmarktkrise zu berichten. Wichtigstes Ergebnis des Gesprächs: die Mandatsträger stehen hinter den Landwirten und wissen sehr wohl um die Dimension der Krise. Sowohl die Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk (Bayreuth) und Thomas Silberhorn (Bamberg), als auch die Landtagsabgeordneten Heinrich Rudrof (Bamberg) und Michael Hofmann (Forchheim) versicherten den Bauern ihre Unterstützung und zeigten sich fachlich auf Augenhöhe mit den Landwirten.

„Die Probleme brennen extrem“, sagte der oberfränkische BBV-Bezirkspräsident Hermann Greif. Alle seien betroffen, Milchbauern genauso wie Schweinehalter oder Getreidebauern. „Uns allen steht das Wasser bis zum Hals“, so die Forchheimer Kreisbäuerin und stellvertretende Bezirksbäuerin Rosi Kraus. „Wir hoffen auf die Politik, denn sonst geht es mit der Landwirtschaft den Bach runter“, sagte Kraus. Auch der Bamberger Kreisobmann Heinrich Faatz bezeichnete die Situation als „wirklich ernst“. Wohl den Betrieben, die mehrere Standbeine haben. Wenn einer ausschließlich auf Lebensmittelproduktion setzt, dann sei er jetzt arm dran, so Faatz.

Von der existenzbedrohenden Lage für die bäuerlichen Betriebe berichtete Hartmut Koschyk, Bundestagsabgeordneter aus Bayreuth und Bundesbeauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Nicht nur das Auslaufen der Milchquote sei für die miserable Lage verantwortlich, auch das Russland-Embargo, die nachlassende Konjunktur in China und die Kriege im Nahen und Mittleren Osten. Mit den Entlastungen bei den landwirtschaftlichen Sozialversicherungen, steuerlichen Erleichterungen und Liquiditätshilfen habe die Politik einiges auf den Weg gebracht.

Nun sei der Verbraucher am Zug. Noch immer herrsche bei vielen die Grundhaltung vor, ausgerechnet an Lebensmitteln zu sparen. In weiten Kreisen sei das Bewusstsein für Nahrungsmittel verloren gegangen. Dies zurückzugewinnen werde eine Aufgabe der Zukunft sein. Den Markt selbst könne man allerdings nicht außer Kraft setzen, wohl aber stützen. Koschyk: „Wir müssen alles tun, um ein Höfesterben zu verhindern.“

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Landwirt Klaus Deinlein führte MdL Michael Hofmann, MdB Hartmut Koschyk, BBV-Bezirkspräsident Hermann Greif, MdB Thomas Silberhorn, MdL Heinrich Rudrof und die stellvertretende Bezirksbäuerin Rosi Kraus (von links) über seinen Hof.

Die vom Bund bereitgestellten Mittel und die von Europa in Aussicht gestellten Mittel erreichten mittlerweile eine relevante Größe, um ein flächendeckendes Bauernsterben zu vermeiden, sagte Thomas Silberhorn, Bundestagsabgeordneter für Bamberg und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Patentrezept gegen die derzeitige Krise gebe es freilich keines. Er empfahl den Bauern eine noch stärkere Zusammenarbeit, um bei der Marktmacht der Einzelhandelsketten mithalten zu können.

Für einen größeren Ausbau der Direktvermarkung setzte sich der Forchheimer Landtagsabgeordnete Michael Hofmann ein. Dann würde der Verbraucher auch wieder direkt mit der Landwirtschaft vor Ort konfrontiert, sagte er. Dann mache sich der Verbraucher vielleicht auch mehr Gedanken, wie er seine heimischen Landwirte unterstützen kann. Hofmanns Bamberger Landtagskollege Heinrich Rudrof sah im Agrargipfel in der Staatskanzlei einen ersten positiven Ansatz. Wenn beim Auslaufen der Milchquote noch die Meinung vorherrschte, dass der Markt die Situation regeln würde, so wisse man heute, dass dies noch ein langer Weg werden würde. Zu welchem Preis, das sei nach wie vor offen.

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