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Beruhigend, beschwingt und zutiefst empfunden / Marien-Erntedankkonzert mit Ellen Spiegel und Christoph Barth zum 50. Weihejubiläum von St. Michael in Goldkronach
2. Oktober 2017
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Eigentlich gilt der Mai als Marienmonat. Doch marianische Vertonungen passen auch zum Erntedank. Das haben die Kölner Sängerin Ellen Spiegel und der Musiker Christoph Barth mit ihrem Marien-Erntedankkonzert zum 50. Weihejubiläum der katholischen St.-Michael-Kirche in Goldkronach am Sonntag eindrucksvoll bewiesen. Das Besondere an dem außergewöhnlichen Konzert war, dass die beiden Protagonisten Werke von der Gregorianik bis zur Moderne zur Aufführung brachten, darunter allein sieben „Ave-Maria“-Vertonungen verschiedener Komponisten.

Ellen Spiegel und Christoph Barth gelang es, die Zuhörer mit ihrer künstlerischen Virtuosität zu bezaubern. Mit ihrer schönen, vollen, raumfüllenden Stimme sang Ellen Spiegel zunächst ein „Salve Regina“ ohne Begleitung alleine als gregorianischer Gesang. Das „Ave Maria“ von Franz Schubert ist eines der bekanntesten Marienvertonungen, das Ellen Spiegel sehr bewegend und gefühlvoll vortrug. Viel dunkler, trotzdem sehr berührend klang das Ave Maria von Camille Saint-Saens ganz am Ende. Dazwischen gab es „Ave-Maria”-Vertonungen von Giulio Caccini, Gabriel Faure, Jehan Alain, Franceso Tosti und Cesar Franck, die jeweils eine andere Stimmungslage hatten und interessant zu vergleichen waren, zumal Ellen Spielegel und Christoph Barth in ihren Interpretationen auf viele Details achten.

Der volle Stimmumfang der Sängerin kam schließlich auch in den drei Kompositionen „Ave Generosa“ von Hildegard von Bingen, „Gabriels Greeting“ des zeitgenössischen Komponisten Barry Seaman und „Tota pulchra es“ von Robert Schumann sehr gut zur Geltung. Aufgelockert wurde der ungewöhnliche Konzertabend mit zwei Solostücke für Laute: einer „Toccata seconda arpeggiata” und der Komposition „Canario“ des italienischen Komponisten und prominentesten Vertreter von Kompositionen für Laute, Giovanni G. Kapsberger (1580 – 1651).

„Marianischen Vertonungen, egal welchen Jahrhunderts sind auf ihre eigene Art bezaubernd, beruhigend, beschwingt, aufbrausend, warmherzig, licht und, was sicher am Geist liegt, der ihnen innewohnt und alle Aspekte zusammenfasst: mütterlich“, sagt Ellen Siegel. Man hört deutlich, dass marianische wie auch andere christliche Werke von ihr nicht einfach nur musikalisch sehr gut vorgetragen, sondern zutiefst empfunden werden. Dadurch macht Ellen Spiegel ihre ganz persönliche und spirituelle Herzensverbindung spürbar.

Ellen Spiegel steht seit ihrem 14. Lebensjahr auf der Bühne. Aufgewachsen ist sie in einer Familie, in der das Erhalten von deutschen Volkstänzen und Volksliedern eine große Rolle gespielt hat. Auf Reisen hat sie in vielen Ländern Musik und Lieder gesammelt und eigene Arrangements geschrieben. „Meine Musik ist schlicht und leicht“, sagt sie selbst. Nicht nur Liebhaber der Volksmusik oder Folklore, sondern auch Zuhörer verschiedenster Genres wie Jazz, Chansons, Weltmusik oder Singer-Song-Writer lauschen ihr gerne.

Begleitet wurde die Sängerin von Christoph Barth auf der Theorbe, ein Lauteninstrument, deren bautechnisches Kennzeichen der zweite Wirbelkasten an einem verlängerten Hals ist. Er hatte Laute, Theorbe, Schulmusik und Philosophie studiert, war mehrmals Preisträger im Bundeswettbewerb „Schüler komponieren“ und spielt als Solist oder Mitglied von verschiedenen Ensembles Konzerte in ganz Europa. 2008 hatte er den „Förderpreis Alte Musik“ des Saarländischen Rundfunks erhalten.

Von einem Geschenk des Forums an die St.-Michaels-Gemeinde sprach Hartmut Koschyk, Gründungsmitglied und Motor des Alexander-von-Humboldt-Kulturforums Schloss Goldkronach. Alle, die das Jubiläum mitgestaltet hatten, sollten sich eine Woche nach dem großen Festgottesdienst einmal entspannt zurücklehnen können.

Ellen Spiegel und Christoph Barth führten zum Marien-Erntedankkonzert in Goldkronach allein sieben verschiedene “Ave-Maria“-Vertonungen auf.

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Maximilian

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