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Bundesbeauftragter Koschyk zu Zugangszahlen deutscher Aussiedler im Jahr 2015
13. Januar 2016
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Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, mit russlanddeutschen Aussiedlern bei der Eröffnung der Ausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ in den Forchheimer Rathaushallen

Zu den Zugangszahlen deutscher Aussiedler im Jahr 2015 erklärt der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB:

„Der Zuzug von Spätaussiedlern und ihren Familienangehörigen in die Bundesrepublik Deutschland hat sich das dritte Jahr in Folge erhöht. Diese Entwicklung ist insbesondere auf das Zehnte Gesetz zur Änderung des Bundesvertriebenengesetzes zurückzuführen, das am 14.9.2013 in Kraft getreten ist. Durch die Gesetzesnovellierung wurden die Voraussetzungen für die Aufnahme als Spätaussiedler sowie die Familienzusammenführung bislang getrennter Spätaussiedlerfamilien wesentlich erleichtert.

Während im Jahr 2013 noch 2 427 Spätaussiedler und deren Familienangehörige aufgenommen wurden, waren es in 2014 mit 5 649 Personen bereits mehr als doppelt so viele. Im Jahr 2015 kamen im Vergleich zum Vorjahr mit 6 118 Personen nochmals rund 500 Personen mehr nach Deutschland. Die führenden Herkunftsländer sind seit Jahren die Russische Föderation, Kasachstan und die Ukraine. Mehr als 90 Prozent (5 674) der Spätaussiedler kamen 2015 aus diesen Ländern.

Während sich die Zuzugszahlen weiter erhöht haben, hat sich die Zahl der Anträge auf Aufnahme als Spätaussiedler, Ehegatte oder dessen Abkömmling – die i.d.R. vor einer Ausreise gestellt und bewilligt werden müssen – im Vergleich zum Vorjahr erheblich reduziert. Wurden in 2014 noch 30 009 Anträge gestellt, waren es 2015 nur noch 18 011.

Diese Zahlenentwicklung bestätigt die Aussiedlerpolitik der Bundesregierung und zeigt, dass der von uns 2013 mit der Gesetzesänderung verfolgte Zweck, Familienzusammenführungen weiter zu erleichtern, erreicht wurde. Das ist sehr erfreulich. Natürlich sind diese Zahlen nicht mehr mit den früheren Aufnahmezahlen zu vergleichen; dennoch konnten wir in den letzten drei Jahren einen nicht unerheblichen Anstieg der Zuzugszahlen verzeichnen. Besonders positiv wirkt sich die Zuwanderung von Spätaussiedlern und ihren Familienangehörigen laut dem aktuellen Migrationsbericht 2014 des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge auch auf die Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland aus. Da die zuwandernden Spätaussiedler relativ jung sind (77 Prozent sind unter 45 Jahre) federt der Zuzug deutscher Aussiedler die demographische Entwicklung in Deutschland ab. Spätaussiedler nehmen nicht nur hoch motiviert die vielfältigen Integrationsangebote wahr. Sie engagieren sich auch für die Integration anderer Zuwanderergruppen im Bund der Vertriebenen und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. So stehen gerade viele als Berater und ehrenamtliche Betreuer der Migrationsberatung, aber auch als Lotsen, Paten und Mentoren allen Zugewanderten als Ansprechpartner zur Verfügung. Angesichts der vielen Flüchtlinge, die derzeit zu uns kommen, sind wir diese Erfahrung und auf dieses Engagement dringend angewiesen.“

Zum aktuellen Migrationsbericht 2014 des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge gelangen Sie hier.

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