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Erinnerung an die Heimat wach halten / 66. Deutschhauser-Treffen in Lichtenfels
8. Juni 2015
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Im Mittelpunkt des 66. Heimattreffens der Deutschhauser stand traditionell die Feier am Gedenkstein im Bergschlosspark, wobei die Ortsbetreuerin Gerda Ott (2. v. re.) in Gegenwart von Landrat Christian Meißner (rechts) und dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, an die verstorbenen Landsleute des vergangenen Jahres erinnerte. Foto: Alfred Thieret

Obermain Tageblatt. Bereits zum 66. Mal trafen sich kürzlich die aus ihrer Heimat vertriebenen Deutschhauser in ihrer Patenstadt Lichtenfels, um die Erinnerung an ihre sudetendeutsche Heimat wach zu halten. Wie immer kamen die aus ganz Deutschland angereisten Heimatvertriebenen aus Deutschhause zunächst am fahnengeschmückten Gedenkstein im Bergschlosspark zusammen, um unter der feierlichen musikalischen Umrahmung durch die Banzberg Musikanten ihrer Verstorbenen zu gedenken.

Eine Ortsgemeinschaft, die zwangsweise ihre Heimat verlassen musste, treffe sich seit ihrer Vertreibung Jahr für Jahr in Lichtenfels, so dass man schon das 66. Heimattreffen begehen konnte, meinte die Ortsbetreuerin der Deutschhauser, Gerda Ott aus Stuttgart, die besonders die Kreisvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Heidi Engelhardt, willkommen hieß. Über diese lange Zeit sei eine enge Verbindung zwischen Lichtenfels und den einstigen Bewohnern der Stadt Deutschhause, Kreis Sternberg, in Nordmähren entstanden. Diese enge Verbindung sei durch die Übernahme einer Patenschaft durch die Stadt Lichtenfels vor 30 Jahren noch stärker besiegelt worden. Bereits vor 50 Jahren hätten die Deutschhauser im Bergschlosspark einen Gedenkstein errichten dürfen.

„Gedenktage wie unser Heimattreffen und Mahnmale wie unser Gedenkstein sind Orte der Begegnung und Besinnung, aber auch des Trostes“, stellte die Ortsbetreuerin fest. „Wir behalten deshalb nicht nur unsere Verstorbenen im Gedächtnis, sondern wir erinnern uns auch stets unserer verlorenen Heimat“ fuhr Gerda Ott fort. Nach 66 Gedenkfeiern hier im Bergschlosspark sei Lichtenfels für die Deutschhauser auch ein wenig zur Heimat geworden.

Der Bundestagsabgeordnete und Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, sah die mittlerweile schon 66. Zusammenkunft der Deutschhauser am Gedenkstein in Lichtenfels als eindrucksvolles Zeichen für deren starken inneren Zusammenhalt. Das traditionelle Heimattreffen trage dazu bei, die sudetendeutsche Gemeinschaft weiter zu stärken sowie die Kultur und Identität der Sudetendeutschen grenzüberschreitend lebendig zu halten. Diese Treffen erfüllten die Gemeinschaft mit Leben, fördere den Dialog und ermögliche fruchtbare Begegnungen. Sein Dank galt nicht nur den Deutschhausern für ihr Engagement, sondern auch der Stadt Lichtenfels für ihr Bekenntnis zu den Heimatvertriebenen.

Landrat Christian Meißner stellte besonders heraus, dass die Sudetendeutschen ihre Heimat gegen ihren Willen verlassen mussten und zog Parallelen zur heutigen Zeit, in der ebenfalls viele Menschen infolge von Kriegen auf der Flucht seien.

Der Dritte Bürgermeister Winfried Weinbeer erinnerte als Vertreter der Stadt an zwei, mittlerweile verstorbene Personen, die sich in besonderem Maße um ein gutes Einvernehmen mit den Deutschhausern verdient gemacht haben. So sei während der langen Amtszeit des Bürgermeisters Dr. Günther Hauptmann 1965 der Gedenkstein im Bergschlosspark unter seiner Schirmherrschaft eingeweiht, 1984 eine Heimatstube zur Verfügung gestellt und 1985 die Patenschaft mit einer Urkunde besiegelt worden. Auch der ehemalige Landtagsabgeordnete Walter Großmann, der sich zeitlebens für hilfsbedürftige Menschen einsetzte, habe sich stark für die Sudetendeutschen engagiert.

Bei dem anschließenden Beisammensein in der Gaststätte Wallachei wurden noch ausgiebig Erinnerungen ausgetauscht.

Zum Artikel auf der Internetseite des Obermain-Tageblattes gelangen Sie hier

Zum Redebeitrag von Bundesbeauftragten Koschyk gelangen Sie hier

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