Für die Region
Goldkronach gedenkt Alexander von Humboldt – Vorreiter in Sachen Internationalisierung und Innovationen
18. September 2016
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Alexander von Humboldt als Vordenker für das 21. Jahrhundert: der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Stefan Müller aus Erlangen beim Humboldt-Tag in der Evangelischen Stadtkirche von Goldkronach

Der Universalgelehrte Alexander von Humboldt ist präsenter und aktueller denn je. Das hat der der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Stefan Müller aus Erlangen beim Humboldt-Tag in der Evangelischen Stadtkirche von Goldkronach festgestellt. Alljährlich um den 14. September herum erinnert das Alexander-von-Humboldt-Kulturforum Schloss Goldkronach an den großen Naturforscher, der von 1792 bis 1795 rund drei Jahre seines Lebens im Fichtelgebirge und im Frankenwald verbrachte und längere Zeit in Goldkronach seine Wirkungsstätte hatte. Diesmal jährte sich der Geburtstag Alexander von Humboldts zum 247. Mal.

„Von Alexander von Humboldt für Gegenwart und Zukunft lernen“ hatte Müller seinen Vortrag überschrieben und nannte Humboldt dabei nicht nur ein Vorbild, sondern auch einen Vordenker für das 21. Jahrhundert. Zum Beispiel in Sachen Interdisziplinarität. Alexander von Humboldt habe etwa zu seiner Russlandreise Mediziner genauso eingeladen wie Mineralogen oder Zoologen. Humboldt sei eben ein begnadeter Netzwerker gewesen und solche brauche man heute wieder, damit Innovationen auch den Weg in die Unternehmen finden. Der Staatssekretär kündigte dabei eine Innovationsinitiative der Bundesregierung an, die sämtliche Disziplinen ansprechen und die Hochschulen als Impulsgeber unterstützen soll. „Da ist dem Denken keine Grenze gesetzt.“

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Ebenso sei Alexander von Humboldt ein Vordenker in Sachen Internationalisierung gewesen. Auch das sei heute wieder ein politisches Ziel, die Internationalisierung an den Hochschulen weiter voranzutreiben. Schon heute lehrten und forschten rund 85000 ausländische Wissenschaftler pro Jahr in Deutschland, im Gegenzug arbeiteten rund 43000 deutsche Wissenschaftler im Ausland. Die Zahl der ausländischen Studenten an deutschen Hochschulen bezifferte Müller auf etwa 320000.

Unser Ziel ist es, an das weltbekannte Universalgenie Alexander von Humboldt zu erinnern, sagte der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, der Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk. Wäre Alexander von Humboldt in unsere Zeit hineingeboren, wäre er längst Wissenschaftsminister, sagte Koschyk. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern und Initiatoren des Kulturforums.

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„In Goldkronach bin ich glücklicher, als ich es je wagen durfte zu glauben“, zitierte Koschyk den Universalgelehrten mit weltweiter Ausstrahlung. Ziel des Kulturforums sei es außerdem, ein Humboldt-Bewusstsein in der Region zu schaffen, der nicht nur in Goldkronach, sondern auch an anderen Orten in Oberfranken wie Naila, Bad Steben und Arzberg seine Spuren hinterlassen hatte.

Bürgermeister Holger Bär bedauerte zwar, dass es in Goldkronach noch immer keine Humboldt-Straße gebe („daran kann man sicher noch arbeiten“), wohl aber eine Schule, eine Apotheke, ein Landgasthof und eine Rose an vielen Plätzen der Stadt, die nach Humboldt benannt ist. Für die Zukunft sei zum einen ein Humboldt-Zentrum geplant, das weit in die Region hinausstrahlen soll, zum anderen soll schon bald ein touristisches Hinweisschild entlang der Bundesautobahn A9 auf Goldkronach und Alexander von Humboldt hinweisen. Im Gegensatz zu Goldkronach gebe es in Argentinien bereits in jeder Stadt eine „Plaza Humboldt“, sagte der Kanzler der Universität Bayreuth Markus Zanner. Auch die Universität Bayreuth sei eine gefühlte Humboldt-Universität, auch wenn sie diesen Namen nicht offiziell tragen dürfe.

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Humboldt, der zuvor Bergwesen, Mineralogie und Geologie studiert hatte, war 1792 auf Anweisung des preußischen Ministers von Heinitz in die damals gerade preußisch gewordenen Fürstentümer Ansbach und Bayreuth gekommen. Seine Aufgabe sollte es unter anderem sein, den Zustand des hiesigen Bergbaus zu untersuchen und bereits stillgelegte Bergbauanlagen wieder zu beleben. Dabei schaffte er es nicht nur, die Arbeitsbedingungen unter Tage erträglicher zu gestalten sondern gründete auch eine Berufsschule für Bergleute. Die Erfindung eines Atemgerätes zur Rettung verunglückter Bergleute sowie einer Sicherheitslampe zeigten schon damals, dass sein Entdeckergeist grenzenlos gewesen sein muss. Unsterblich wurde Alexander von Humboldt mit seiner Forschungsreise durch Südamerika in den Jahren 1799 bis 1804 quer durch die heutigen Staaten Venezuela, Kuba, Kolumbien. Ecuador und Mexiko.

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Die musikalische Umrahmung der feierlichen Gedenkstunde in der Goldkronacher Stadtkirche hatte das Ensemble „Clarino Consort“ mit den beiden Trompetern Michael Lindner und Rene Bauer sowie dem Organisten Roland Nitzbon übernommen.

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