Für die Region International
Kirchenmusik und koreanische Lieder: Südkoreas Sängerknaben in Oberfranken / Domchor aus Seoul gastierte in der Basilika Gößweinstein
28. Juli 2016
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Der Bayreuth-Forchheimer Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk MdB, Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages, gemeinsam mit mit dem Domknabenchor „Musica Sacra“ aus Seoul unter der Leitung von Jun-Young Jesung, der mit einem anspruchsvollen Programm in der Basilika von Gößweinstein auftrat

Gößweinstein. Ein Knabenchor darf das: Rossinis witziges Katzenduett ungeniert mit Mozarts „Ave Verum“ in ein und demselben Konzert zu präsentieren. Genauso wie Schuberts „Lindenbaum“ mit „Panis Angelicus“ von Cesar Franck oder Beethovens „Die Himmel rühmen“ mit dem „Pie Jesu“ des Musical-Komponisten Andrew Lloyd Webber, alles in einem Konzert. Wie gesagt, ein Knabenchor darf das und es war ja nicht irgendein Knabenchor, der da am Mittwochabend in der Basilika von Gößweinstein und in der Folge in der Bayreuther Schlosskirche und der Pfarrkirche St. Johannes in Mehlmeisel gastierte. Es war der „Musica sacra boys choir“ aus der südkoreanischen Hauptstadt Seoul mit seinen 30 Mitgliedern im Alter zwischen acht und 13 Jahren. Die Südkoreanischen Sängerknaben sozusagen, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiern konnten und dieses kleine Jubiläum zu einem Trip nach Deutschland nutzten.

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Der Knabenchor gestaltet an jedem Sonntag einen Gottesdienst in der katholischen Myeongdong-Kathedrale von Seoul und hat sich durch zahlreiche Auftritte und Konzerte in seiner Heimat und vielen anderen Ländern einen Namen gemacht. Neben Stationen im Benediktinerkloster St. Ottilien, in Dresden, Berlin und im Münsterland kam der Chor also gleich dreimal in die Region. Zu verdanken war das dem Bayreuther/Forchheimer Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk und der Vertretung der Hanns-Seidel-Stiftung in der Republik Korea, dessen Leiter Bernhard Seliger mit der Region Bayreuth schon zahlreiche Projekte der Zusammenarbeit gestaltet hat.

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Gemeinsam mit Pater Flavian Michali und dem Leiter der Hanns-Seidel-Stiftung in Korea, Dr. Bernhard Seliger

In zwei unterschiedlichen Konzertabschnitten schufen die höchst konzentrierten und ausnahmslos auswendig singenden Chorknaben ein unter die Haut gehendes Klangerlebnis in dem eindrucksvollen Gotteshaus. So waren es im ersten Teil geistliche Kompositionen, im zweiten Teil unterhaltsame Klassik und koreanische Lieder. Getrennt wurden die beiden Teile von Mozarts Andante in F-Dur KV 660, meisterhaft interpretiert an der Mathis-Orgel von der koreanischen Organistin Soo-Jeong Jeong.

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Exzellente Stimmen sind es, die der Chorleiter Jun-Young Jesung mit nach Deutschland gebracht hat. Das wird gleich zu Beginn in den beiden „Ave verum“-Vertonungen von Wolfgang Amadeus Mozart und Edward Elgar deutlich. Der Dirigent verstand es, die jungen Sänger mit viel Einfühlungsvermögen anzuleiten. Aus dem Chor heraus bildete Jun-Young Jesung sogar einen kleinen Kammerchor mit nur zwölf Sängern, die beispielsweise das „Pie Jesu“ aus dem Requiem des britischen Musicalkomponisten Andrew Lloyd Webber strahlend klar intonierten.

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Weitere Höhepunkte waren die koreanischen Lieder „Arirang“, ein Synonym für koreanische Volkskultur, „Boribat“, ein Lied, das für Sehnsucht nach Frieden steht, sowie „Bukcheon Sjachum“, das den traditionellen Löwentanz zum Inhalt hat. So fremd diese Kompositionen auch klingen mögen, so gut passen sie in das kirchliche Umfeld der päpstlichen Basilika. Die Lieder, immer von Soo-Jeong Jeong an der Orgel begleitet, zeigten nicht nur die ungemeine Bandbreite des Ensembles auf, sie stehen auch in der Jahrhunderte überspannenden Tradition des Chorgesangs. Hier, und vor allem in der Zugabe eine koreanischen Liedes, das übersetzt „Du bist geboren, um geliebt zu werden“, stimmt der vielzitierte Satz Joseph Haydns von der „Musik als der Sprache, die man auf der ganzen Welt versteht“.

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Nicht unerwähnt bleiben dürfen freilich eine überaus romantische Version von Franz Schuberts „Lindenbaum“ und das berühmte Katzenduett von Giacomo Rossini, das die Opernsängerin Montserrat Caballe jahrzehntelang als Zugabe gesungen hatte, und das die jungen Koreaner auch mit dem notwendigen Humor präsentieren.

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Pater Flavian Michali bezeichnete den Auftritt des Chores aus Seoul als eine große Auszeichnung für die Basilika. Hartmut Koschyk nannte es „schön zu spüren, wie wir uns diesen jungen Sängern verbunden fühlen“. Zumal der Chor nicht nur die hohe Kunst der Kirchenmusik, sondern auch die koreanischen Lieder und das deutsche Liedgut beherrsche.

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Stephan Herbert Fuchs

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