Für die Region
Klöster, Kunst und Kulinarisches: Oberfrankens kultureller Reichtum ist ein Genuss
30. Juni 2009
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Artikel von Hartmut Koschyk MdB in der Zeitung Bayernkurier Jahrgang 60, Nr. 26, 27. Juni 2009

Zum Artikel im Bayernkurier gelangen Sie hier.

Meinen aus Oberschlesien vertriebenen Eltern verdanke ich, Oberfranken in seiner Vielgestaltigkeit von frühester Kindheit und Jugendzeit an kennen und lieben gelernt zu haben. Von meiner Geburtsstadt Forchheim aus unternahmen wir viele Ausflüge in die Fränkische Schweiz, nach Bamberg, ins Coburger oder Kulmbacher Land. Am Fichtelsee, im Fichtelgebirge und am Fuße des Ochsenkopfs verbrachte ich meine Ferien. In Bayreuth und Hof fanden oberfränkische Schulsportmeisterschaften statt. Die Charakterisierung Frankens des Dichters Karl Immermann trifft auf Oberfranken besonders zu: „Franken ist wie ein Zauberschrank. Immer neue Schubfächer tun sich auf und zeigen bunte, glänzende Kleinodien, und es hat kein Ende.“

Die Buntheit und Vielfalt Oberfrankens zeigen sich auf mehreren Ebenen. Da sind die Landschaften des Frankenwaldes, des oberen Maintales, der Fränkischen Schweiz, des Fichtelgebirges, die an den Steigerwald, die Hassberge, das Vogtland, den Thüringer Wald, den Steinwald oder die Hersbrucker Schweiz der Nachbarregionen anstoßen und die deutsche und europäische Mittellage der Region eindrucksvoll unterstreichen. Das sind die unterschiedlichen geschichtlichen, kultu­rellen und konfessionellen Aus­prägungen, die dem Herzogtum Coburg, dem Fürstbistum Bamberg und dem Markgraftum Bayreuth/Kulmbach Identität und ein besonderes Selbstbewusstsein verliehen haben.

Davon zeugen die großen Kulturschaffenden Oberfrankens, seien es Eigengewächse wie Lukas Cranach, Jean Paul oder Max von Aufseß oder die Zugereisten wie Wilhelmine von Bayreuth, E.T.A. Hoffmann, Alexander von Humboldt oder Richard Wagner.

Ein geschichtlicher und kultu­reller Reichtum offenbart sich in der Dichte von Kathedralen, Klöstern und Kirchen, Schlössern und Burgen, historischen Plätzen und Märkten, Theatern und Museen, wie sie wohl kein anderer bayerischer Regierungs­bezirk im Verhältnis zu Größe und Einwohnerzahl aufweist.

Zur Kulturregion Oberfranken gehört auch die Genussregion, die mit 200 Brauereien (die 1000 Biere brauen) die größte Brauereidichte der Welt besitzt. Eine hochentwickelte Bildungslandschaft mit zwei Universitäten und zwei Fachhochschulen und einer Indus­triedichte, die von Keramik, Textil, Maschinenbau und Automobilzulieferung bis zur Biochemie reicht, hat eine Hightech-Region im Grünen entstehen lassen, die mittelständisch geprägt ist. Gerade auch das Handwerk setzt auf modernste Technologien.

Was „Laptop und Lederhose“ für Bayern, das sind „Brodwörschd und Polymere“ für Oberfranken. Trotz des Sprungs ins 21. Jahrhundert haben sich die Oberfranken ihre Verwurzelung in einer reichhaltigen Geschichte, vielgestaltigen Kultur und lebendigen Traditionen bewahrt.

Für mich ist es kein Zufall, dass einer der Hauptdarsteller der bayerischen Kultserie „Dahoam is dahoam“, Horst Kummeth, wie ich aus der alten fränkischen Königsstadt Forchheim stammt. Es sind halt die Oberfranken, die ganz Bayern zeigen, was „derhamm“ ist.

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