Für die Region
Medizintechnik für Oberfranken / Bayreuther BioMed Center baut menschliche Knochen aus CT-Daten nach
7. März 2016
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Gernot Gebauer (GPA-Kreisvorsitzender) vom Reha-Team Bayreuth, der Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk und BioMed-Geschäftsführer Daniel Seitz (von rechts) blicken der Mitarbeiterin Tanja Reimert bei ihren Forschungen über die Schulter.

Neue Lösungen für die Medizin schlummern gerade auch in der High-Tech Region Oberfranken. So ist mit dem Friedrich Baur BioMed Center in Bayreuth die universitäre Ausgründung eines anwendungsorientierten Unternehmens erfolgreich auf den Weg gebracht worden. Gegründet im November 2012 als hundertprozentige Tochter der Friedrich-Baur-GmbH ist das Unternehmen derzeit eine gemeinnützige Gesellschaft. Bis 2017 soll die Anschlussfinanzierung laufen, dann wird sich das BioMed Center nach erfolgreicher Zertifizierung auf dem Markt beweisen müssen.
Geschäftsführer Daniel Seitz ist optimistisch. „Wir sind in manchen Dingen schon bundesweit führend und weltweit ganz gut dabei“, sagt er bei einem Unternehmensbesuch des gesundheitspolitischen Arbeitskreises der örtlichen CSU. Wichtigstes Projekt ist es derzeit, Knochenersatz zu schaffen, das heißt Materialien abzuformen, die die Struktur eines menschlichen Knochens haben und die in den menschlichen Körper eingesetzt werden können. Grundlage dafür ist eine Computer-Tomographie. Mit den Daten werden Knochen, egal ob Kniegelenk oder Schädeldecke individuell nachgebildet. Eine Besonderheit ist es dabei, dass die Knochenimplantate regenerativ sind und in einer bestimmten Zeit vom Körper wieder abgebaut werden können. Eine handfeste Zusammenarbeit gibt es bereits mit der Unfallklinik in Murnau, für die das Bayreuther Unternehmen Knochenmodelle zur Ärzteschulung und zur Operationsplanung herstellt.
Das BioMed-Center forscht unter anderem daran, ob ein Material für den Einsatz im Menschen geeignet und ob es medizinisch wirksam ist. Daneben geht es auch um die Untersuchung komplexer physiologischer Zusammenhänge an Gewebekulturen aus Zellen und um Labormodelle für die neurobiologische Forschung, also um die Vermehrung von Nervenzellen, aber auch um orthopädische Leistungen im Zusammenhang mit Orthesen oder Prothesen.
Im Friedrich-Baur BioMed Center fördern wir die Forschung in der modernen Medizin und die Umsetzung der Ergebnisse in nachhaltige, hochwirksame und allgemein zugängliche neue Therapiemöglichkeiten, so Geschäftsführer Daniel Seitz.
Nachdem das Friedrich Baur Med Center bereits mit der Universität Bayreuth und den Hochschulen in Coburg und Hof zusammenarbeitet, sei es prädestiniert für die Einbindung in die Technologie Allianz Oberfranken (TAO), die schon bald um das Thema Medizin erweitert werden soll, sagte der Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk bei dem Besuch. Das Friedrich Baur BioMed Center hat derzeit acht Beschäftigte. Mehrere Studenten und Aushilfskräfte sind in den Labors an der Ludwig-Thoma-Straße in Bayreuth tätig.

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