Für die Region
Milchkuh für Nordkorea / 17 Millionen Euro: Rinderzuchtverband Oberfranken erreicht Rekordumsatz
5. Januar 2016
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Auszeichnungen für Bestleistungen bei der Kreiszuchtgenossenschaft Bayreuth (von links): MdB Hartmut Koschyk, Vorsitzender Hans Engelbrecht, Siegfried Opitz aus Kirmsees, MdL Gudrun Brendel-Fischer, Erna Eckert aus Funkendorf und Zuchtleiter Markus Schricker. Auf dem Bild fehlt Udo Meister aus Brüderes.

Die Zahl der Betriebe nimmt ab, die Zahl der Tiere bleibt konstant. Das ist seit Jahren die Situation bei den Rinderhaltern nicht nur in Oberfranken. Trotzdem konnte der Rinderzuchtverband Oberfranken im abgelaufenen Jahr 2015 wieder Rekordergebnisse einfahren. So lag der Nettoumsatz bei über 17 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von rund einer Million Euro im Vergleich zum Vorjahr. Wie Zuchtleiter Markus Schricker bei der Versammlung der Kreiszuchtgenossenschaft Bayreuth erläuterte, wurde der Großteil der vermarkteten Tiere in die Türkei exportiert. Aber auch Länder wie Usbekistan oder Marokko hatten Interesse  vornehmlich an oberfränkischen Kalbinnen und Jungrindern.

Schon bald wird eine Milchkuh aus Oberfranken sogar die Reise in die Nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang antreten. Auf Vermittlung des Bayreuther Bundestagsabgeordneten und Vorsitzenden der deutsch-koreanischen Parlamentariergruppe im Bundestag Hartmut Koschyk wird die oberfränkische Färse in den Zoo der Hauptstadt Pjöngjang geliefert. Die Aktion soll ein Beitrag zur Völkerverständigung sein.

Vorsitzender Hans Engelbrecht hatte zuvor das zurückliegende Jahr 2015 als extrem schlechtes Jahr für die Bauern bezeichnet. Er machte dies vor allem an den schlechten Preisen für Getreide, Schweine und vor allem für Milch fest. Der aktuelle Milchpreis von 29 Cent pro Liter liege weit unter den Entstehungskosten. Schließlich mache auch das Russland-Embargo den Bauern schwer zu schaffen. Für die gesamte bayerische Landwirtschaft sprach Engelbrecht von Verlusten in Milliardenhöhe.

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Positiv aufgestellt sei dagegen der Rinderzuchtverband Oberfranken. Insgesamt sind nach den Worten von Zuchtleiter Markus Schricker knapp 32000 Tiere verkauft worden, im Jahr zuvor waren es etwa 900 weniger. Damit und mit ebenfalls geringfügig gestiegenen Preisen erkläre sich auch das leichte Plus beim Umsatz, so Schricker. Allerdings war der Export extrem angestiegen, von exakt 995 Tieren in Vorjahr auf aktuell 1773 Tiere.

Insgesamt habe der Verband im zurückliegenden Jahr einmal mehr feststellen müssen, dass die Zahl der Kühe in Oberfranken mit gut 90000 etwa gleich geblieben war, während die Zahl der Betriebe weiter von 2800 auf knapp 2500 abgenommen hat. Noch vor zehn Jahren habe die Zahl der Milchviehhalter in Oberfranken bei über 3900 gelegen.

Der Kreiszuchtgenossenschaft Bayreuth gehören davon 379 Betriebe mit über 19300 Tieren an, womit Bayreuth wieder die größte Kreiszuchtgenossenschaft in Oberfranken stellt. Diese Zahlen bedeuten aber auch, dass erneut 13 Betriebe aufgegeben haben, während die Zahl der Kühe sogar um fast 70 angestiegen war. Mit einer Steigerung der Milchleistung um rund 230 Kilogramm auf 7946 Kilogramm pro Kuh und Jahr könne man durchaus zufrieden sein. Damit läge man sogar noch über dem Oberfranken-Schnitt mit 7751 Kilogramm Milch pro Kuh und Jahr.

Die niedrigen Erzeugerpreise ließen auch die Politik nicht unbeeindruckt, sagte MdB Hartmut Koschyk. Für die Milchviehhalter könne das Heilmittel aber nicht in der Wiedereinführung der Quote liegen. Große Hoffnungen setze er auf den neuen EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan aus Irland. Er habe den Bauern nicht nur einen Abbau der Bürokratie in Aussicht gestellt, sondern möchte sich auch um den bäuerlichen Nachwuchs kümmern.  Die Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer kritisierte besonders die größtenteils übertrieben geführte Tierwohldebatte. „Auch in einem Anbindestall geht es den Tieren gut“, sagte sie.

Als beste Betriebe nach Jahresleistung wurden die folgenden Milchviehhalter mit einer Urkunde geehrt: Erna Eckert aus Funkendorf, Siegfried Opitz aus Kirmsees und Udo Meister aus Brüderes.

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