Für die Region
Kroatischer Botschafter Miro Kovac besuchte innovatives Umweltunternehmen
18. Juli 2009
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Wasserprobe: Der Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk und der kroatische Botschafter Miro Kovac konnten sich zusammen mit Geschäftsführer Roland Pöhnl und Vertriebsleiter Gerd Krasser (von links) davon überzeugen, dass die Kleinkläranlagen der Umwelttechnik Pöhnl GmbH Trinkwasserqualität besitzen.

Seybothenreuth. Hotelanlagen im griechischen Thessaloniki, Almhütten auf den Gipfeln der Schweizer Berge oder Ferienhäuser auf irischen Inseln: Sie alle klären ihr Wasser mit Technik, die aus dem Bayreuther Landkreis stammt. In Seybothenreuth, wenige Kilometer östlich von Bayreuth steht das Unternehmen Umwelttechnik Pöhnl (UTP) für dezentrale Lösungen im Abwasserbereich für Hausbesitzer, Gewerbebetriebe und Kommunen. Bei einem Firmenbesuch konnte sich am Donnerstag der kroatische Botschafters Miro Kovac von der Leistungsfähigkeit des innovativen Unternehmens mit seiner klaren Produktkompetenz überzeugen. Mit einem kräftigen Schluck aus dem auf Trinkwasserqualität aufbereiteten Wassers demonstrierten sowohl Kovac als auch der parlamentarische CSU-Landesgruppengeschäftsführer Hartmut Koschyk, der den Botschafter zu dem Firmenbesuch eingeladen hatte, ihr Vertrauen auf die oberfränkische Technik.

97 Prozent der deutschen Bevölkerung sind bereits an vollbiologische Kläranlagen angeschlossen. Um eine hundertprozentige Deckung zu erreichen, gilt es als politisches Ziel, die restlichen drei Prozent an Kleinkläranlagen anzuschließen. Dies lohne sich, so Geschäftsführer Roland Pöhnl, denn von den Investitionskosten in Höhe von rund 5000 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus übernehme der Freistaat Bayern derzeit fast die Hälfte.

So wie einst Bill Gates Microsoft hatte auch Roland Pöhnl vor sieben Jahren sein Unternehmen in der Garage seines privaten Wohnhauses gegründet. Heute sind in dem modernen Industriebau nahe Bayreuth 26 fest angestellte Mitarbeiter für die Bereiche Planung, Montage, Lieferung, Inbetriebnahme und Wartung tätig. Pöhnl kommt auf weitere 70 Mitarbeiter bundesweit, die nahezu ausschließlich für sein Unternehmen Aus- und Einbauten vornehmen und die Anlagen montieren.

Nach den Worten von Vertriebsleiter Gerd Krasser deckt die Umwelttechnik Pöhnl GmbH drei Geschäftsfelder ab: typische Kleinkläranlagen für bis zu 50 Anschlüsse, Sonderanlagen für gewerbliche Betriebe, in denen keine Standardkläranlage eingesetzt werden kann, sowie so genannte Ortsteilkläranlagen für bis zu 1200 Einwohner. Während Politik und Wasserwirtschaft in Deutschland früher ausschließlich auf zentrale Großanlagen gesetzt hätten, habe mittlerweile ein regelrechter Philosophiewechsel hin zu den kostensparenden Kleinanlagen stattgefunden, erläuterte der Abgeordnete Koschyk dem kroatischen Botschafter: Kovac sah für den Einsatz der oberfränkischen Technik auch großes Potenzial in seinem Land, zumal die Reinigungsleistung der kleinen Anlagen den zentralen Großkläranlagen in nichts nachstehe.

Geschäftsführer Pöhnl räumte allerdings ein, dass die Betriebskosten der Kleinkläranlagen in der Regel etwas über denen der großen Anlagen liegen. Dafür seien allerdings die Anschaffungskosten um fast zwei Drittel günstiger. „Langfristig rechnen sich unsere Anlagen in jedem Fall“, ist sich Vertriebsleiter Krasser sicher und machte seine Aussage an dem aktuellen Beispiel des Creußener Ortteils Neuenreuth fest. Während der Anschluss an die Bayreuther Kläranlage mit rund 14000 Euro pro Anwesen beziffert wird, stehe dieser Summe der Bau einer Kleinkläranlage für jeweils 5000 Euro pro Haus gegenüber. Die um 30 bis 40 Euro höheren Betriebskosten pro Jahr fielen bei dieser Differenz kaum ins Gewicht, zumal die Anschaffung staatlich gefördert wird.

Nach den Worten von Geschäftsführer Pöhnl besteht in Deutschland zwar Anschlusszwang, doch kann die Kommune ihre Bürger davon bei Unwirtschaftlichkeit befreien. Der Bürger müsse dann lediglich nachweisen, dass er seine Abwässer klärt. Praktisch bedeute dies, dass eine dezentrale Kleinkläranlage für jeden Hausbesitzer interessant sein kann.

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