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Bundesbeauftragter Koschyk besucht Nordmähren
13. Juli 2015
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Vor dem Begegnungszentrum der Deutschen in Nordmähren – Adlergebirge in Mährisch Schönberg/Sumperk

Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk hat die Region Nordmähren in der Tschechischen Republik besucht. Den Auftakt des Besuches bildete ein Gespräch mit Vertretern des Verbandes der Deutschen in Nordmähren-Adlergebirge in deren Begegnungszentrum in Mährisch Schönberg/Sumperk.

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Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk mit Erika Vosáhlo, der Leiterin des Begegnungszentrums in Mährisch Schönberg und Martin Dzingel, Präsident der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien

Das Begegnungszentrum, das mit Förderung der Bundesregierung und der tschechischen Regierung errichtet wurde, befindet sich im historischen Geschaderhaus im Stadtzentrum von Mährisch Schönberg/Sumperk. Zu dem Regionalverband Nordmähren-Adlergebirge gehören sieben Ortsgruppen in Mährisch Schönberg/Sumperk, Freiwaldau/Jesenik, Grulich/Králiky, Neutitschein/Novy Jicin, Römerstadt/Rymarov, Sternberg/Sternberk und Rokitnitz/Rokytnice. Vorsitzende des Regionalverbandes ist Frau Gertrude Polcakov.

DSCF3264 (1024x750)Das mit Bundesmitteln geförderte Begegnungszentrum des Verbandes der Deutschen in Nordmähren – Adlergebirge in Mährisch-Schönberg/Sumperk

Das Begegnungszentrum wird von Erika Vosáhlo geleitet, die auch Vizepräsidentin der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien ist. Zu den Zielen der in Nordmähren und im Adlergebirge lebenden Deutschen gehören die Pflege der Deutschen Muttersprache, durch Sprachkurse, Musik-, Literatur- und Theaterveranstaltungen, Brauchtumsfeste, aber auch deutschsprachige Gottesdienste. Aber auch im Bereich der Dokumentation der Geschichte der Region und der deutsch-tschechischen Verständigung ist der Regionalverband sehr aktiv.

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Die Bibliothek des Begegnungszentrums

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Das Wappen von Mährisch-Schönberg/Sumperk, das auch in der kommunistischen Zeit nicht verändert wurde

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Mährisch Schönberg – die Perle Nordmährens

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Die Rückseite des historischen Geschaderhauses in Mährisch Schönberg, in dem sich die Begegnungsstätte der Deutschen in Nordmähren-Adlergebirge befindet

Bei seinem Besuch im Begegnungszentrum Mährisch Schönberg/Sumperk wurde Koschyk vom Präsidenten der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien, Martin Dzingel, von der Referentin für Bildungskooperation Deutsch des Goethe-Instituts Prag, Dr. Christiane Günther und dem Leiter der Abteilung Dialoge des Instituts für Auslandsbeziehungen, Urban Beckmann begleitet.

DSCF3270 (1024x768)Auch das Stadttheater (ehemaliges „Deutsches Vereinshaus“) von Mährisch Schönberg/Sumperk erstrahlt im neuen GlanzDSCF3284 (1024x768)Das Schloss von Mährisch Schönberg/Sumperk, das heute als Schule genutzt wird und das von einer neuen Parkanlage umgeben ist
DSCF3285 (1024x768)Das Oberleitner Palais im historischen Stadtzentrum von Mährisch Schönberg/Sumperk
DSCF3288 (1024x801)Erhaltene deutsch Inschrift an einem Bürgerhaus in Mährisch Schönberg/Sumperk
DSCF3351 (1024x579)Das prachtvolle Bahnhofsgebäude von Mährisch Schönberg/Sumperk
DSCF3280 (1024x861)Das Rathaus von Mährisch Schönberg mit der Pestsäule

In Mährisch Schönberg/Sumperk führte Koschyk auch Gespräche mit Bürgermeister Zdenek Broz und Vizebürgermeister Tomas Spurny. Bürgermeister Broz ist auch Mitglied des Tschechischen Senates in Prag und dort stellv. Vorsitzender des Ausschusses für Internationale Beziehungen. Die beiden Bürgermeister sind sehr für die Entfaltung der deutschen Minderheit sowie für den Dialog mit den Heimatvertriebenen aus Mährisch Schönberg engagiert. So hat sich aus der Patenschaft der Stadt Bad Hersfeld für die heimatvertriebenen Mährisch Schönberger eine Städtepartnerschaft mit dem heutigen Mährisch Schönberg/ Sumperk entwickelt.

DSCF3255 (715x1024)Erinnerungstafel an das Altvater-Gebirge im Begegnungszentrum Mährisch Schönberg/Sumperk

Bürgermeister Broz und Vizebürgermeister Spurny unterstützen auch den Wiederaufbau des Heidebrünnl im Altvatergebirge. Hierbei handelt es sich um ein beliebtes Wanderziel mit Wallfahrtskapelle und Schutzhütte in der Nähe der Quelle der Rauschenden Tess. Bei der letzten Wallfahrt vor der Vertreibung der Deutschen am Himmelfahrtstag 1946 wurde das Kirchlein nach einem Blitzschlag zerstört. Eine Bürgergesellschaft für den Erhalt des kulturellen und geschichtlichen Erbes des Tess-Tales setzt sich seit längerem für die Wiedererrichtung des Heidebrünnl ein.

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Im Begegnungszentrum der Deutschen in Nordmähren – Adlergebirge wird auch an den CSU-Politiker Hans „Johnny“ Klein erinnert, der 1931 in Mährisch Schönberg geboren ist und seiner Heimatstadt bis zu seinem Tod 1996 eng verbunden war

Mit den Bürgermeistern Broz und Spurny sowie mit den Vertretern der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien besprach Koschyk auch Möglichkeiten, wie in Mährisch Schönberg/Sumperk noch stärker an den dort 1931 geborenen CSU-Politiker Hans „Johnny“ Klein erinnert werden kann, der seiner Heimatstadt bis zu seinem Tod 1996 engstens verbunden war.

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Mit Martin Dzingel, Urban Beckmann (Institut für Auslandsbeziehungen), ERika Vosáhlo, Bürgermeister und Senator Zdenek Broz und Vizebürgermeister Tomas Spurny in der ehemaligen Dominikaner Kirche Maria Verkündigung

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Die Statue des Hl. Johannes Nepomuk, des Schutzheiligen Böhmens und Mährens an der ehemaligen Dominikaner Kirche Maria Verkündigung

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Das ehemalige Dominikaner Kloster mit der Kirche Maria Verkündigung in Mährisch Schönberg/Sumperk

DSCF3289 (904x1024)Wiederherstellung der 1990 vor dem Verfall stehenden ehemaligen Dominikaner Kirche Maria Verkündigung, für deren Sanierung sich auch viele heimatvertriebene Mährisch Schönberger engagiert habenDSCF3290 (865x1024)

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Koschyk zeigte sich bei seinem Besuch in Mährisch Schönberg/Sumperk von den in den letzten 25 Jahren erfolgten Sanierungsmaßnahmen des historischen Stadtkerns sehr beeindruckt. Am sichtbarsten wird diese Anstrengung durch die Wiederherstellung der 1990 vor dem Verfall stehenden ehemaligen Dominikaner Kirche Maria Verkündigung, für deren Sanierung sich auch viele heimatvertriebene Mährisch Schönberger engagiert haben.

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Die 1945 entfernte Büste von Friedrich Schiller ist wieder in das Stadtbild von Mährisch Schönberg/Sumperk zurückgekehrt.

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In der Schillerpassage, die zur früheren Schiller-Straße führt, trägt ein Restaurant den Namen des deutschen Dichterfürsten, dessen Büste wieder in aufgestellt wurde

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Auch die Statue von Kaiser Joseph II. wurde im historischen Stadtzentrum von Mährisch Schönberg/Sumperk wieder aufgestellt

Auch die Wiederaufstellung der Büste von Friedrich Schiller und Kaiser Joseph II. im historischen Stadtzentrum würdigte Koschyk als Zeichen eines unbefangenen Umgangs mit der Stadtgeschichte.

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Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk mit den Verantwortlichen und einem Teil der teilnehmenden Jugendlichen des Sommercamps 2015 unter dem Motto „Europa verbinden – Jugend bewegen“ in Reitendorf/Rapotin bei Mährisch Schönberg/Sumperk

In Reitendorf/Rapotin traf Koschyk mit den verantwortlichen Projektleitern/innen und Sprachlehrern/innen des Sommercamp 2015 des Goethe-Instituts und des Instituts für Auslandsbeziehungen zusammen, an dem junge Angehörige deutscher Minderheiten aus Tschechien, der Slowakei, Polen, Rumänien und der Ukraine teilnehmen.

DSCF3276 (1024x622)Die Träger-Organisationen des Sommercamps 2015 in Reitendorf/Rapotin, an dem junge Angehörige deutscher Minderheiten aus Tschechien, der Slowakei, Polen, Rumänien und der Ukraine teilnehmen DSCF3277 (1024x415)In diesen naturnahen Unterkünften wohnen die am Sommercamp teilnehmenden Jugendlichen

Koschyk ist gemeinsam mit dem für Minderheitenfragen zuständigen tschechischen Minister für Menschenrechte und Legislative, Jiri Dienstbier Schirmherr dieser Veranstaltung, die unter dem Motto steht „Europa verbinden-Jugend begegnen“. Dieses Sommercamp fand im vergangenen Jahr zum ersten Mal in Polen statt. Ziel der Maßnahme ist es, die Jugendlichen in ihrer muttersprachlichen Kompetenz, aber auch in ihrer Identität zu stärken sowie ihnen wichtige gesellschaftliche Themen wie Toleranz, Umweltbewusstsein und Medienvielfalt zu vermitteln.

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Die Überreste des Friedhofs der verschwundenen deutschen Ortschaft Stollenhau bei Mährisch Schönberg/Sumperk

Besonders beeindruckt war Koschyk von dem Besuch der Gedenkstätte für das nach der Vertreibung der Deutschen zerstörte Dorf Stollenhau im Altvatergebirge unweit von Mährisch Schönberg/Sumperk. Nachdem der in Mährisch Schönberg/Sumperk lebende tschechische Bürger Igor Vychopen auf einer Bauschutthalde zufällig den Christus-Corpus der zerstörten Kirche von Stollenhau gefunden hatte, startete er gemeinsam mit der Tess-Tal Bürgergesellschaft die Initiative, im Bereich der zerstörten Kirche und des verfallenen Friedhofs von Stollenhau eine Gedenkstätte zu errichten, an der in diesem Jahr am Fest St. Peter und Paul (29. Juni) zum zweiten Mal ein Gottesdienst in tschechischer und deutscher Sprache mit ehemaligen Bewohnern von Stollenhau stattfand, um an deren Vertreibung und die Zerstörung des Ortes zu erinnern. Die Stollenhauer Kirche war den Aposteln Petrus und Paulus geweiht. Koschyk würdigte das tschechische Bürgerengagement für die verschwundene Ortschaft Stollenhau als wichtigen Beitrag zur Verständigung und verwies auf zahlreiche weitere diesbezügliche Initiativen in der gesamten Tschechischen Republik.

DSCF3310 (768x1024)Überreste eines Grabsteins auf dem Friedhof der verschwundenen Ortschaft StollenhauDSCF3317 (1024x768)Die Überreste der Kirche der verschwundenen Ortschaft Stollenhau
DSCF3313 (768x1024)Dieser Christus-Corpus veranlasste Igor Vychopen, sich auf die Suche nach der verschwundenen Ortschaft Stollenhau zu machen
DSCF3316 (768x1024)Immer stehen frische Blumen am Kreuz, das an die Kirche der verschwundenen Ortschaft Stollenhau erinnert
DSCF3320 (768x1024)Auch die liebevoll sanierte Marter erinnert an die verschwundene Ortschaft Stollenhau
DSCF3323 (1024x784)Blick auf die Überreste von Kirche und Friedhof der verschwundenen Ortschaft Stollenhau
DSCF3325 (768x1024)Auch dieses Wegekreuz erinnert an die verschwundene Ortschaft StollenhauDSCF3327 (768x1024)Inschrift des WegekreuzesDSCF3328 (1024x768)

DSCF3319 (883x1024)Diese Kreuze erinnern an Kirche und Friedhof der verschwundenen Ortschaft StollenhauDSCF3315 (800x1024)Die Überreste der Kirche der verschwundenen Ortschaft Stollenhau

Zum Abschluss seines Besuches in Nordmähren besichtige Koschyk das Renaissance-Schloss sowie das historische Heilbad in Groß Ullersdorf/Velké Losiny. Das Schloss ist hervorragend saniert. Im Bereich des Heilbades entsteht derzeit eine moderne Thermenlandschaft.DSCF3332 (1024x610)Das sanierte Kurbad Groß Ullersdorf/Velké Losiny

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There is 1 comment

  • Adolf Ondratschek sagt:

    Hallo Herr Koschyk,
    Schöne Bilder von Mährisch Schönberg und Umgebung. Erlauben Sie mir kleine Anmerkungen :
    Das Denkmal zeigt nicht Kaiser Franz Josef sondern Kaiser Josef II, Sohn von Maria Theresia.
    Das Denkmal sieht auch dem Kaiser Franz Josef, schon wegen des fehlenden Backenbartes – nicht ähnlich!
    Wikipedia hilft hier :
    – „Joseph II. (* 13. März 1741 in Schloss Schönbrunn, Wien; † 20. Februar 1790 in Wien) war von 1765 bis 1790 als erster Angehöriger des Hauses Habsburg-Lothringen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.[1]
    Von 1765 bis 1780 amtierte Joseph, den die Kaiserwürde alleine nur titularisch aufwertete, als Mitregent seiner Mutter Maria Theresia in den Ländern der Habsburgermonarchie, ab 1780 übte er die Herrschaft als Erzherzog von Österreich allein aus. Joseph gilt als ein Exponent des aufgeklärten Absolutismus und setzte ein ehrgeiziges Reformprogramm in Gang (Josephinismus, Toleranzpatent, Aufhebung der Leibeigenschaft). Am Ende seines Lebens sah er sich gezwungen, zahlreiche seiner Reformvorhaben wieder zurückzunehmen.“
    – Die Büste von Friedrich Schiller wurde nicht in der kommunistischen Ära, sondern schon 1945 entfernt. Die Originalbüste war im Schillerpark und befindet sich jetzt im städtischen Museum. Die Büste am Haus des Restaurants Schiller ist neueren Datums- nach der Wende angebracht.
    – Das jetzige Theater war das ehemalige Deutsche Vereinshaus – also das“ Vereinshaus“ erstrahlt im neuen Glanz …..

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