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Bundesbeauftragter Koschyk trifft Vertreter von Kulturmittlerorganisationen und Institutionen in Temeswar
30. Mai 2016
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In Temeswar tauschte sich Koschyk mit Vertretern von Kulturmittlerorganisationen und Institutionen aus

Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk hat sich in Temeswar mit Vertretern von Kulturmittlerorganisationen und Institutionen ausgetauscht. An dem Gespräch nahmen Birgit Söldenwagner (Fachberaterin und Koordinatorin für Deutsch und deutschsprachigen Fachunterricht — Zentralstelle für das Auslandsschulwesen / ZfA), Helene Wolf (Schulleiterin am Nikolaus Lenau Gymnasium), Sigrid Kadur (Leiterin der Spezialabteilung am Nikolaus Lenau Gymnasium), Laura Cheie (Germanistiklehrstuhl der Westuniversität Temeswar), Eleonora Ringler-Pascu (Leiterin der deutschsprachigen Schauspielabteilung an der Westuniversität und Präsidentin der deutsch-rumänischen Kulturgesellschaft), Mona Petzek (Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Temeswar), und Monica Kovats (Regionalkoordinatorin; Institut für Auslandsbeziehungen / ifa) teil. Ebenfalls war der deutsche Konsul in Temeswar, Rolf Maruhn zugegen.

Im Mittelpunkt des Gespräches standen die Entwicklung der deutschen Abteilung an der Universität Temeswar, der Stand und die Entwicklung der deutschen Sprache im Schulwesen sowie die deutsche Sprach- und Kulturarbeit in Rumänien. Insbesondere eruierte man Möglichkeiten die Attraktivität des Lehrerberufs weiter zu steigern und zu erhalten und es zu unterstützen, junge Leute dafür zu gewinnen, nach ihrem Studiumsabschluss an allgemeinbildenden Schulen mit deutscher Sprache zu unterrichten.

IMG_9574 (868x1024)Der Ökonom des Bistums Temeswar, Nikola Laus, Konsul Rolf Maruhn, S.E. Bischof Martin Roos im Bistum Temeswar, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB

Im Rahmen seines Besuchs im Banat wurde der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, von S.E. Bischof Martin Roos im Bistum Temeswar zu einem Meinungs- und Informationsaustausch begrüßt. Neben dem Ökonom des Bistums Temeswar, Nikola Laus, nahm auch der deutsche Konsul, Rolf Maruhn, an dem Gespräch teil.

IMG_9597die Katholische Kathedrale von Temeschwar (1024x557)

Die Katholische Kathedrale von Temeschwar

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Bedeutung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs im Banat und in Rumänien. S.E. Bischof Roos, selbst Vertreter der Deutschen Minderheit in Rumänien, ist es besonders wichtig, dass seine Glaubensgemeinde, unabhängig von Herkunft und Sprache, friedvoll und gut miteinander lebt. Koschyk dankte Bischof Roos für diese Brückenfunktion und zeigte sich beeindruckt von der Mehr-Sprachigkeit des Bistums. Im Bistum Temeswar werden acht Sprachen gesprochen. So sei z.B. auch der mehrsprachige Gottesdienst für eine gut funktionierende gegenseitige und länderübergreifende Verständigung symbolisch. Gemeinsam mit Bischof Roos erörterte Koschyk auch die Rolle der Kirche im Bereich des Sozialwesens aber auch für die gesellschaftliche Entwicklung in Rumänien. Ebenso informierte sich Koschyk über die Entwicklung des Wallfahrtsortes Maria Radna. Im August vergangenen Jahres hatte Koschyk an der feierlichen Segnung der abgeschlossenen Renovierungsarbeiten der Wallfahrtsbasilika Maria Radna im Banat teilgenommen. Maria Radna gehört zu den meistbesuchtesten Wallfahrtsorten Südosteuropas. Die Basilika ist zwischen 1725 und 1826 entstanden und wurde in den letzten Jahren umfangreich saniert und erstrahlt seit dem 2. August 2015 in neuem Glanz. Gemeinsam mit Bischof Roos erörterte man Möglichkeiten, das touristische Umfeld der Wallfahrtsbasilika Maria Radna noch attraktiver zu gestalten.

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Bundesbeauftragter Koschyk besuchte in Deva gemeinsam und Konsul Rolf Maruhn und Kosulin Judith Urban die eindrucksvolle Burganlage Hunedoara in Siebenbürgen/Rumänien

Neben Temeswar hat Bundesbeauftragter Koschyk auch die Hauptstadt des Kreises Hunedoara in Siebenbürgen, Deva (deutsch Diemrich, ungarisch Déva), besucht und Gespräche mit der deutschen Minderheit des Zentrumsforums Deva (Ortsforum des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien) geführt. Das Zentrumsforum Deva ist sehr aktiv im Bereich der deutschen Abteilung. Die Vorsitzende und Leiterin der deutschen Abteilung, Monika Matei, ist selbst Lehrerin und unterrichtet die deutsche Sprache. Vorsitzende Matei informierte Bundesbeauftragten Koschyk, dass aus der deutschen Abteilung bereits einige Lehrkräfte hervorgegangen sind. Gemeinsam diskutierte man Möglichkeiten, wie man Absolventen der deutschen Abteilung, die nicht der deutschen Minderheit angehören, für die deutsche Kultur und Sprache auch nach Ausscheiden aus der Schule weiter gewinnen könne, zum Beispiel durch regelmäßige Filmabende in deutscher Sprache und die Gründung eines deutschen Filmclubs.

IMG_9588 HPZum Abschluss seines Besuches besuchte Koschyk die Burg Hunedoara, die zu den bedeutendsten Profanbauten Siebenbürgens gehört. Die Felsenburg wurde auf den Resten einer Wehranlage aus dem 14. Jahrhundert errichtet. Sie befindet sich auf einem Kalkfelsen inmitten eines Industriekomplexes im südwestlichen Teil der Stadt Hunedoara in Rumänien. Der ungarische Staatsmann und Heeresführer Johann Hunyadi ließ nach 1440 eine bereits bestehende Wehranlage zur Stammburg der Hunyadis umbauen. In der zweiten Bauphase nach 1458 wurde unter König Matthias Corvinus die Burg erweitert. Anfang des 17. Jahrhunderts erfolgten unter Fürst Gábor Bethlen weitere größere Umgestaltungen an dem Bauwerk. Die heutige Burg weist eine Mischung verschiedener Architekturstile auf. Die Burg befand sich seit 1724 zunächst in österreichischem und ist seit 1918 in rumänischem Staatsbesitz. Heute ist in dem Bauwerk ein Museum eingerichtet. Außerdem nutzt man die Burg als Filmkulisse. Auf dem Burggelände wurde eine Vielzahl rumänischer und internationaler Film-Produktionen gedreht.

Zur Internetseite des Deutschen Kulturzentrums Temeswar gelangen Sie hier.

Zur Internetseite des Instituts für Auslandsbeziehungen mit weiterführenden Informationen gelangen Sie hier.

Zur Internetseite der ZfA gelangen Sie hier.

Zur rumänisch-deutschen Kulturgesellschaft gelangen Sie hier.

Zur Internetseite des Nikolaus Lenau Gymnasiums gelangen Sie hier.

Zur Internetseite der Westuniversität Temeswar gelangen Sie hier.

 

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