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Delegation der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe führt weitere Gespräche in Südkorea
28. Oktober 2015
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Gemeinsam mit Mitgliedsunternehmen der Deutschen Auslandshandelskammer Korea, Barbara Zollmann, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Auslandshandelskammer Korea und Botschafter Rolf Mafael

Die Delegation der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages hat in Seoul gemeinsam mit der AHK-Hauptgeschäftsführerin Barbara Zollmann und Botschafter Rolf Mafael ein Gespräch mit Mitgliedsunternehmen der Deutschen Auslandshandelskammer Korea (AHK) geführt. Dabei berichteten die deutschen AHK-Mitgliedsunternehmen über ihre Erfahrungen mit dem Freihandel seit Inkrafttreten des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Korea am 1. Juli 2011. Es beinhaltet neben der weitgehenden Abschaffung von Zöllen für Ursprungswaren der beteiligten Länder auch neue Marktzugangsmöglichkeiten insbesondere in den Bereichen Dienstleistungen, der Automobilindustrie und der pharmazeutischen Industrie.

AHK

Aus Sicht der deutschen AHK-Mitgliedsunternehmen ist das Freihandelsabkommen weitgehend positiv zu bewerten, wenngleich es bei Einzelthemen noch Gesprächsbedarf gibt. Hierzu stehen die EU-Botschaft, die Deutsche Botschaft und die deutsche Wirtschaft gemeinsam im engen Kontakt mit der südkoreanischen Regierung und dem südkoreanischen Parlament.

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Mit Abgeordneten und Vertretern der vom südkoreanischen Verfassungsgericht verbotenen südkoreanischen Partei UPP (Unified Progressive Party)

Die Delegation der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages führte auch ein Gespräch mit Abgeordneten der vom südkoreanischen Verfassungsgericht verbotenen südkoreanischen Partei UPP (Unified Progressive Party), die durch das Parteiverbot ihr Mandat verloren haben. Dabei legten die UPP-Abgeordneten dar, wie Sie das Parteiverbot politisch bewerten. Die Delegation der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe hat das Urteil des südkoreanischen Verfassungsgerichtes nicht bewertet, gleichzeitig aber darauf hingewiesen, dass zur Zeit der Präsident des südkoreanischen Verfassungsgerichtes Deutschland besucht, um Gespräche mit Vertretern des deutschen Bundesverfassungsgerichtes zu führen. Dabei werde wohl auch das Thema Parteienverbot Gegenstand der Diskussion sein. Die Delegation der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe möchte auch weiterhin mit den Abgeordneten und Vertretern der vom südkoreanischen Verfassungsgericht verbotenen südkoreanischen Partei UPP (Unified Progressive Party) im Gespräch zum Thema Parteienverbot bleiben.

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Besuch beim Dachverband der südkoreanischen Verbraucherschutz-Organisationen

Neben dem Gespräch mit deutschen AHK-Mitgliedsunternehmen besuchte die Delegation der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages auch den Dachverband der südkoreanischen Verbraucherschutz-Organisationen KNOC (Korea National Council of Consumer Organizations). Gemeinsam diskutierte man Verbraucherschutzanliegen und Präsidentin Lee Deok-seung berichtete über die Tätigkeit ihres Verbandes. Dabei informierte sie die deutschen Parlamentarier, dass der Verband sich auch nordkoreanischer Flüchtlinge in Südkorea annimmt, damit sich diese in der südkoreanischen Konsumgesellschaft zurecht finden und richtig verhalten.

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Gespräch mit Amnesty International Korea und der Organisation zur Vertretung südkoreanischer Wehrdienst-Verweigerer „World without Wars“

Bei einem Gespräch mit Amnesty International Korea und der Organisation zur Vertretung südkoreanischer Wehrdienst-Verweigerer „World without Wars“, wurde das Thema Wehrdienstverweigerung thematisiert. Bislang droht Wehrdienstverweigerern in der Republik Korea eine Haftstrafe von eineinhalb Jahren. Bereits im Mai dieses Jahres konnte die Deutsch-Koreanische Parlamentariergruppe ein Gespräch mit Vertretern der südkoreanischen Nichtregierungsorganisation „World Without War“ im Deutschen Bundestag führen. Die Delegation der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe zeigte Verständnis für das Anliegen der Nichtregierungsorganisation „World Without War“ und war sehr beeindruckt vom Schicksal eines anwesenden jungen Mannes, der aus religiösen Gründen den Wehrdienst verweigert hatte, dafür mehrere Monate im Gefängnis saß und berichtete, dass er wegen seiner Wehrdienstverweigerung gesellschaftlich geächtet sei.

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In der EU-Vertretung Seoul mit EU-Botschafter Prof. Dr. Gerhard Sabathil. Anwesend waren auch Barbara Zollmann, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen  Auslandshandelskammer Korea (4.v.l.) und Oliver Sperling, Mitarbeiter der Deutschen Botschaft (1.v.l.)

In der EU-Vertretung Seoul führe man ein Gespräch mit EU-Botschafter Prof. Dr. Gerhard Sabathil, um sich über die Lage auf der koreanischen Halbinsel und in Nordostasien auszutauschen und zu erörtern welchen Beitrag die EU und Deutschland leisten können, um zur Entspannung in der Region beizutragen.

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Bild eines Mal-Wettbewerbs für Kinder in der EU-Botschaft Seoul

Prof. Dr. Sabathil war vor seiner Berufung zum EU-Botschafter in Korea Direktor für Ostasien und den Pazifik im Europäischen Auswärtigen Dienst. Seit langem besuchte mit seiner Person erstmals wieder ein hochrangiger EU-Vertreter Nordkorea. EU-Botschafter Prof. Dr. Sabathil berichtete über seinen zurückliegenden Besuch in Nordkorea, der u.a. zum Ziel hatte den Menschenrechtsdialog wieder in Gang zu setzten. Auch die Delegation der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe berichtete über die gewonnen Eindrücke des zurückliegenden Besuches in Nordkorea und man vereinbarte in engem Kontakt zu bleiben.

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Besuch der Yeomyung Schule in Seoul, die jungen Nordkorea-Flüchtlingen bei der Eingliederung in das südkoreanische Bildungssystem hilft

Die Delegation der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages besuchte auch die Yeomyung Schule in Seoul, die jungen Nordkorea-Flüchtlingen bei der Eingliederung in das südkoreanische Bildungssystem hilft. Gemeinsam führte man ein beeindruckendes Gespräch mit jungen nordkoreanischen Flüchtlingen, die über ihr Leben und ihre Fluch aus Nordkorea und über die Eingliederung in die südkoreanische Gesellschaft sehr offen und eingehend berichteten. Dabei zeigten sich die jungen nordkoreanischen Flüchtlinge sehr interessiert an der Situation in der ehemaligen DDR und in Deutschland nach der Wiedervereinigung. Die in der damaligen DDR geborenen Abgeordneten Thomas Lutze, Dr. Philipp Lengsfeld und Katharina Landgraf vermittelten den jungen nordkoreanischen Flüchtlingen ihre persönlichen Lebenserfahrungen vor und nach der Wiedervereinigung.

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Mit jungen Nordkorea-Flüchtlingen und ihren Lehrkräften an der Yeomyung-Schule, dabei Norbert Eschborn, Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Seoul

Begleitet wurden die Parlamentarier vom Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Korea, Dr. Norbert Eschborn. Die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Yeomyung Schule sind seit 2012 in einer Kooperation miteinander verbunden. Unter anderem fördert die Konrad-Adenauer-Stiftung Fortbildungen und Schulungen für Lehrkräfte in Deutschland und führt gemeinsame Arbeitstreffen mit deutschen Bildungsexperten in Seoul durch. Auch Bundespräsident Gauck informierte sich bei seinem Besuch in Südkorea vor Ort eingehend über die Arbeit der Yeomyung Schule und würdigte die gesellschaftliche Integrationsleistung, die diese Einrichtung erbringt.

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Die Yeomyung-Schule zur Eingliederung junger Nordkorea-Flüchtlinge in das südkoreanische Bildungssystem

Einen dpa-Artikel mit einem Interview der stellv. Vorsitzenden der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe, Bärbel Höhn MdB, zur Reise nach Nordkorea finden Sie hier.

Ein WDR-Interview mit der der stellv. Vorsitzenden der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe, Bärbel Höhn MdB, zur Reise nach Nordkorea finden Sie hier.

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