International
Grußwort anlässlich der „Kulturellen Großveranstaltung“ der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien im Kulturzentrum Novodvorská
2. Oktober 2015
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Schriftliches Grußwort
des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und
nationale Minderheiten,
Herrn Hartmut Koschyk, MdB,
anlässlich der „Kulturellen Großveranstaltung“ der
Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien
im Kulturzentrum Novodvorská
in Prag
am 03. Oktober 2015

Zur diesjährigen kulturellen Großveranstaltung der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien grüße ich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr herzlich und übermittle Ihnen die besten Wünsche der Bundesregierung. Gerne hätte ich als Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten an Ihrem traditionellen Treffen teilgenommen, leider ist mir dies jedoch wegen bereits seit langem vereinbarter Termine nicht möglich.

Ich freue mich sehr, dass Sie am heutigen Tag generationsübergreifend kulturelle Werte leben und erleben dürfen. Die kulturelle Vielfalt der deutschen Volksgruppe hat mich bei meinen bisherigen Reisen in die Tschechische Republik immer wieder aufs Neue begeistert und ich habe dabei stets gespürt, welche grundsätzliche Bedeutung der Traditionspflege, verbunden mit zeitgemäßen Elementen, allen Lebensbereichen zukommt.

Für die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik kommt Ihnen, den Angehörigen der deutschen Minderheit in der Tschechischen Republik, eine ganz besondere Bedeutung zu. Ihre Kenntnisse der Sprache und Kultur beider Länder macht Sie seit jeher zu natürlichen Brückenbauern zwischen unseren beiden Gesellschaften. Neben dieser wichtigen Brückenfunktion sieht die deutsche Volksgruppe ihren Platz in der Mitte der tschechischen Gesellschaft und bringt sich engagiert in das politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben ein. Die heutige Gelegenheit möchte ich daher nutzen, um der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien für ihren herausragenden Einsatz für die Völkerverständigung zu danken. Erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang auch die wertvolle Arbeit des Kulturverbandes der Bürger deutscher Nationalitäten in der Tschechischen Republik. Ich würde es sehr begrüßen, wenn die bereits bestehenden Kooperationen zwischen Landesversammlung und Kulturverband weiter ausgebaut werden würden.

Die Bundesregierung hat die deutsche Minderheit in der Tschechischen Republik in den vergangenen Jahren wirksam unterstützt und wird ihr auch zukünftig ein verlässlicher Partner sein.

Alleine das Bundesministerium des Innern unterstützte die deutsche Minderheit in der Tschechischen Republik zwischen den Jahren 1990 und 2014 aus dem Bundeshaushalt mit ca. 14,295 Millionen Euro. Alleine in diesem Jahr stellt das Bundesministerium des Innern für die Förderung der deutschen Minderheit in der Tschechischen Republik voraussichtlich über 500.000 Euro zur Verfügung.

Ich freue mich sehr, dass wir in diesem Jahr viele Zeichen dafür sehen, dass die jahrzehntelangen Bemühungen auf beiden Seiten um Dialog, Verständigung und Versöhnung zunehmend Früchte tragen. Im Februar dieses Jahres hat die Sudetendeutsche Landsmannschaft durch die Änderung Ihrer Satzung sowie durch ihre heimatpolitische Grundsatzerklärung Anlässe zu Missverständnissen ausgeräumt. Vor wenigen Wochen brachte der Stadtrat der Stadt Brünn sein Bedauern über die brutale Vertreibung seiner früheren Mitbürger in der „Brünner Erklärung“ zum Ausdruck. Wenige Tage zuvor hatte sich mit dem per Videobotschaft zugeschalteten stellvertretenden Ministerpräsidenten Pavel Bělobrádek erstmals in der Geschichte der Sudetendeutschen Tage ein Mitglied der Regierung der Tschechischen Republik an die in Augsburg versammelten Teilnehmer gewandt sowie kurz darauf im Beisein des Bayerischen Staatsministers Dr. Ludwig Spänle und dem Bundesvorsitzenden der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bernd Posselt das Sudetendeutsche Haus in München besucht.

Die tschechische Ministerin Michaela Marksová besuchte am 16. Juli die Gedenkveranstaltung zum 65. Jahrestag des Wiesbadener Abkommens vom 4. August 1950. Das alles sind Zeichen der Ermutigung. Anfang September wurde nach einem feierlichen Gottesdienst in Spindlermühle / Špindlerův Mlýn ein Denkmal zur Erinnerung an die im Mai und Juni 1945 hingerichteten sudetendeutschen Bürger eingeweiht.

In diesem Sinne wünsche ich Ihrer diesjährigen kulturellen Großveranstaltung einen erfolgreichen Verlauf mit bereichernden Eindrücken und anregenden Gesprächen über das kulturelle Leben der deutschen Minderheit in der Tschechischen Republik.

Ich grüße Sie in herzlicher Verbundenheit!
Ihr
Hartmut Koschyk

Weiterführende Informationen zur Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien finden Sie hier

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