International Zur Diskussion
Gelungene Neuausrichtung der Deutschen Minderheit in Kasachstan!
20. Oktober 2017
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In der Mitte Albert Rau, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB, der Vizepräsident der Assemblee der Völker Kasachstans Darkan Mynbai und Botschafter Rolf Mafael sowie weitere Delegierte der Nationalen Konferenz

Im 25. Jahr ihres Bestehens hat sich die Deutsche Minderheit in Kasachstan organisatorisch und personell neu ausgerichtet. Bei einer Nationalen Konferenz der Deutschen Kasachstans in der kasachischen Hauptstadt Astana verabschiedeten die Delegierten aus ganz Kasachstan die Satzung einer neuen gesellschaftlichen Stiftung auf Republikebene mit dem Namen „Vereinigung der deutschen Kasachstans – Wiedergeburt“, wählten deren Führungsstruktur und billigten eine Leit-Resolution über die zukünftige Arbeit.

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Vyacheslav Ruf, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stiftung “Wiedergeburt”, der Deutsche Botschafter Rolf Mafael, der Vorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Waldemar Eisenbraun, Albert Rau, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung „Wiedergeburt“, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB, der Tagungsleiter der Nationalen Konferenz Schäfer und Yevgeniy Bolgert, Vertreter des Unternehmertums im Kuratorium der Stiftung „Wiedergeburt“

Es war seit langen Jahren die erste landesweite Konferenz der deutschen Minderheit in Kasachstan, der eine intensive Diskussion und ein schweres Ringen um die künftige Organisations- und Führungsstruktur vorausgegangen war. Die jetzigen Beschlüsse erfolgten überwiegend einstimmig bzw. mit großer Mehrheit.

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Ausgabe der Wahlunterlagen

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Abgabe der Stimmzettel

Bei den ganztägigen Beratungen sprach sich die Nationale Konferenz der Deutschen Kasachstans für eine Intensivierung der Kultur- und Spracharbeit, die Stärkung der Jugendarbeit, die Förderung des Unternehmertums aus dem Bereich der deutschen Minderheit sowie für eine intensive Zusammenarbeit mit den christlichen Kirchen aus, denen die Mitglieder der deutschen Minderheit in Kasachstan angehören.

So nahm an der Konferenz auch der Evangelisch-Lutherische Erzbischof Kasachstans, Juri Nowgorodow, teil, der auf die starke Verbindung zwischen der deutschen Minderheit und der Evangelisch-Lutherischen Kirche Kasachstans hinwies. Auch zur Katholischen Kirche Kasachstans bestehen intensive Verbindungen, entstammt doch der Weihbischof der Diözese Astana, Dr. Athanasius Schneider, selbst der deutschen Minderheit.

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Im Bereich der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit will die deutsche Minderheit Kasachstans in Zukunft verstärkt die digitalen und sozialen Medien nutzen.

Als neues Führungsgremium wählte die Nationale Konferenz der Deutschen Kasachstans ein 17 köpfiges nationales Entscheidungsgremium, dem Vertreter aus allen Landesteilen, zahlreiche weibliche Vertreter, aber auch Repräsentanten der jungen Generation angehören. Als Vorsitzenden des Gremiums und damit Spitzenrepräsentanten der deutschen Minderheit in Kasachstan wurde der Abgeordnete des kasachischen Parlaments und langjährige stellvertretende Wirtschaftsminister Kasachstans, Albert Rau, gewählt. Albert Rau ist auch sehr stark in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Kasachstans engagiert und hat maßgeblich, auch mit aus persönlichen Mitteln, den Neubau einer Evangelisch-Lutherischen Kirche in Astana unterstützt. Albert Rau ist auch in Deutschland allseits bekannt und hoch geschätzt und wurde für seine Verdienste vor allem um die deutsch-kasachischen Wirtschaftsbeziehungen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Das wichtige Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden der neu gegründeten Stiftung der Deutschen Kasachstans bekleidet der Vorsitzende des Gebietes Pawlodar, Vyacheslav Ruf, der auch zu der Gruppe sehr erfolgreicher deutscher Unternehmer in Kasachstan gehört.

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Blick in das Auditorium der Nationalen Konferenz der Deutschen Kasachstans in der Hauptstadt Astana

An der Nationale Konferenz der Deutschen Kasachstans nahmen der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, leitende Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums und des Bundesverwaltungsamtes, der Deutsche Botschafter in Kasachstan, Rolf Mafael und weitere Botschaftsangehörige, der Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung Kasachstan, Thomas Helm, Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Waldemar Eisenbraun, teil. Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland arbeitet bereits eng mit den Deutschen in Kasachstan in Form von Partnerschaftsprojekten zusammen.

Die kasachische Seite war durch den Vizepräsidenten der Assemblee der Völker Kasachstans, Darkan Mynbai, vertreten.

Bundesbeauftragter Koschyk hatte sich gemeinsam mit dem Deutschen Botschafter Rolf Mafael und dem Bundesinnenministerium bereits seit längerem sehr intensiv für die organisatorische und personelle Neuausrichtung der Deutschen Minderheit Kasachstans engagiert.

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In ihren Grußworten, aber auch in mehreren Diskussionsbeiträgen hatten Bundesbeauftragter Koschyk und Botschafter Mafael die Notwendigkeit der Stärkung der Selbstorganisation der Deutschen Minderheit Kasachstans sowie die möglichst einvernehmliche Wahl einer neuen Führungsstruktur deutlich gemacht, was bei der Landeskonferenz in Astana nunmehr gelungen ist. Es war eine echte Aufbruchsstimmung in den Diskussionen während der Landeskonferenz aber auch während der Tagungspausen und den Begleitveranstaltungen zu spüren.

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Kulturgala unter dem Motto „Wir sind zusammen“

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Kulturgala unter dem Motto „Wir sind zusammen“

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Die Landeskonferenz klang mit einer eindrucksvollen Kulturgala unter dem Motto „Wir sind zusammen“ aus, bei der das hohe künstlerische Niveau der Kulturgruppen der deutschen Minderheit in Kasachstan zum Ausdruck kam. Daran nahmen auch Gruppen der Russlanddeutschen aus Deutschland sowie aus der Nachbarregion Omsk in Sibirien teil, die direkt an Kasachstan angrenzt.

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Bei der Kulturgala verabschiedete der neue Vorsitzende Albert Rau den Bundesbeauftragten Hartmut Koschyk herzlich und dankte ihm für seinen Beitrag für das Gelingen der Nationalen Konferenz der Deutschen Kasachstans. Zu Erinnerung und zum Dank überreichte Albert Rau ein Bild, das Koschyk in kasachischer Landestracht zeigt.

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Der neue Vorsitzende Albert Rau, die Kulturreferentin Deutsche Botschaft Valentina Goldmann, der Evangelisch-lutherische Erzbischof Kasachstans, Juri Nowgorodow, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB und die Dolmetscherin Frau Lydia Zeller

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Besuch neue Evang.-Luth. Kirche in Astana

Im Rahmen seines Aufenthalts in Astana besuchte Bundesbeauftragter Koschyk auch die neu errichtete Evangelisch-Lutherische Kirche, in der im Juli 2017 ein Treffen zwischen Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier und der Deutschen Minderheit in Kasachstan stattfand, an dem auch Bundesbeauftragter Koschyk teilgenommen hat.

v.l.n.r.: Thomas Helm, Leiter des Auslandsbüros der KAS in Kasachstan, der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Kasachstan, Rolf Mafael, Darkan Mynbai, Vizepräsident der Versammlung der Völker Kasachstans, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB und Roman Vassilenko, Vizeaußenminister Kasachstans und kasachischer Ko-Vorsitzender der bilateralen deutsch-kasachischen Regierungskommissionssitzungen

Die enge Zusammenarbeit der Deutschen Minderheit Kasachstans mit dem Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Astana wurde auch dadurch sichtbar, dass am Tag nach der Nationalen Konferenz der Deutschen Kasachstans eine Tagung der Konrad-Adenauer-Stiftung Kasachstan stattfand, die in Kooperation mit der Assemblé des Volkes Kasachstans und der Stiftung des Ersten Präsidenten der Republik Kasachstan organisiert wurde. Dabei wurde eine Studie über mehrere Minderheiten in Kasachstan, darunter auch die deutsche Minderheit, vorgestellt. Die Studie zur Lage der ethnischen Minderheiten in Kasachstan wurde von mehreren kasachischen Universitäten im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung Kasachstan durchgeführt, darunter auch die Deutsch-Kasachische Universität in Almaty.

Im Rahmen der Konferenz unterzeichneten Thomas Helm, Repräsentant der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kasachstan und Darkhan Mynbai, stv. Präsident der Assemblé der Völker Kasachstans, eine Vereinbarung über eine verstärkte Zusammenarbeit in Fragen der Minderheitenpolitik und des interethnischen und Interreligiösen Zusammenlebens. Auch der Vizeaußenminister Kasachstans, Roman Vasilenko, nahm an der Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung teil.

Zum Grußwort von Bundesbeauftragten Koschyk bei der Nationalen Konferenz der Deutschen Kasachstans gelangen Sie hier.

Eine Fotogalerie von der Nationalen Konferenz der Deutschen Kasachstans auf der Internetseite der Deutschen Kasachstans finden Sie hier.

Zur Eröffnungsansprache von Bundesbeauftragten Koschyk bei der Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung  „Strategien zur Gestaltung eines friedlichen Zusammenlebens“ gelangen Sie hier.

Neben der Konferenzeröffnung hielt Bundesbeauftragter Koschyk einen Vortrag zum Thema „„Integration – ja! Assimilation – Nein! Die Minderheitenpolitik der Bundesregierung““.

Zum Vortrag von Bundesbeauftragtem Koschyk gelangen Sie hier.

Zum Internetauftritt der Konrad-Adenauer-Stiftung, Länderbüro Kasachstan, gelangen Sie hier.

Einen Videofilm von der Kulturgala finden Sie hier.

 

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