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Sollten englische Begriffe in der deutschen Sprache verstärkt vermieden werden? Hartmut Koschyk sagt entschieden „Ja“
27. Februar 2010
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Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer hat in seinem Ministerium angeordnet, auf englische Begriffe zu verzichten. Auch die Deutschen Bahn erklärte, die Verwendung von englische Begriffen zukünftig zu vermeiden.

Gemeinsam mit meinen Abgeordnetenkollegen von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion begrüße ich die Einsicht der Deutschen Bahn, künftig auf unnötige englische Begriffe zu verzichten. „Service Point“, „Kiss&Ride“ Zone, „Counter“, „Call a bike“ – mit diesen unnötigen und missverständlichen englische Begriffen auf deutschen Bahnhöfen ist es nun endlich bald vorbei. Damit kommt das Unternehmen den Forderungen der Union nach, für eine verständliche deutsche Sprache einzutreten und nimmt so eine Vorbildfunktion für andere deutsche Konzerne ein.

Leitbild der Verbraucherpolitik von CDU und CSU ist der informierte, mündige Bürger. Verständliche Sprache ist die Voraussetzung, eigenverantwortlich und selbstbestimmt entscheiden zu können. Fremdsprachliche Ausdrücke und Begriffe im Schulunterricht, in der Arbeitswelt, in der Wissenschaft, der Werbung und in der Öffentlichkeit nehmen stetig zu. Vor allem die englische Sprache beeinflusst in vielfältiger Weise immer stärker die deutsche Sprache, das Bild in unseren Städten sowie die Medien- und Werbelandschaft. Nach eigenen Angaben ist jedoch etwa ein Drittel der in Deutschland lebenden Bevölkerung des Englischen nicht mächtig. Dies sind vor allem ältere Menschen sowie Menschen mit Migrations-hintergrund. Von ihnen wird zu Recht erwartet, dass sie aus Integrationsgründen die deutsche Sprache erlernen. Im Sprachalltag stoßen diese Personengruppen aber immer häufiger an Grenzen.

Ein Anfang ist mit dem Verzicht der Deutschen Bahn auf die Verwendung von englischen Begriffen gemacht. Jetzt müssen auch andere Unternehmen in Deutschland diesem gutem Beispiel folgen. Die Union wird sich auch weiter für einen erweiterten Verbraucherschutz stark machen, der sich auch auf die Verständlichkeit von Sprache bezieht. Es muss im Alltag wieder selbstverständlich werden, dass man sich als Verbraucher in Deutschland mit dem Beherrschen der deutschen Sprache zurechtfindet. Daher bin ich der Auffassung, dass in unserer Gesellschaft weitestgehend auf englische Begriffe verzichtet werden sollte.

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There are 5 comments

  • Hannah Montana sagt:

    Denglisch is funny.

  • Scholz sagt:

    Ich stimme zu, allerdings mit Vorbehalten.

  • Jörg Müller sagt:

    No, ich denke, dass die deutsche Sprache eh „überholt“ ist. Englisch ist viel cooler. 🙂

    Greets,

    RA Jörg Müller

  • Christoph sagt:

    Es gelingt nicht immer, das Englische in der deutschen Sprache zu vermeiden. In Deiner Stichwortwolke finden sich „Podcast“ und „DSL“-Versorgung. Bei manchen Begriffen, hingegen, ist das Englische einfach prägnanter oder im Deutschen gibt es den Ausdruck einfach nicht.

    Im Grunde hast Du schon recht. Wir sollten nicht efficiently reporten und Mischmasch sprechen. – Solche Sprachwellen kommen und gehen – im 19. Jahrhundert war es modern französisch zu parlieren und Worte wie „modern“, „Mode“ und „Niveau“ blieben, andere Worte verschwanden wieder. Und im Mittelalter kam das „Horn“ aus dem Lateinischen (von cornu) und später die Gitarre und der Kaffee aus dem Arabischen in unsere Sprache. Im Grunde hat es uns bereichert, weil das entsprechende Wort nicht existierte.

    Jedoch sollte Englisch nicht in solchem Maße verwendet werden, dass der Durchschnittbürger die Sprache nicht mehr versteht. Denn Douglas‘ Werbespruch „Come in and find out“ wurde durchaus als „Komm heraus und find wieder raus“ interpretiert. Auch sollten wir uns bewußt werden, welch schöne Worte (Kleinod, Kostbarkeit, Kontor) wir in der deutschen Sprache haben, mit denen wir eine wunderbare Vielfalt bereits ausdrücken können.

  • siegbert sagt:

    Ich finde das gut von herrn ramsauer mich nervt auch immer im Fernsehen öffentlich rechtliche programme werden immer mehr Serien auch typisch bayerisch wie die Rosenheimcops mit englischen Liedern unterlegt.
    Schreibt man an den Sender dann behaupten diese das will das Fernsehpublikum so.
    Selbst der bayerische rundfunk bayern 1 vor weihnachten was wird gespielt englischsprachige weihnachtslieder da es doch so viele deutsche Weihnachtslieder gibt.
    auf rudi das renntier kann ich gerne verzichten:

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