Für die Region
„Jammern bringt keine Investoren“
11. September 2009
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Bayerische Europaministerin Emilia Müller und MdB Hartmut Koschyk bei Fachtagung des Instituts für Entwicklungsforschung im ländliche Entwicklung

Oberwaiz 1a

Landrat Hermann Hübner (links) und der Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk begrüßten vor dem alten Forsthaus in Oberwaiz die bayerische Europaministerin Emilia Müller. Die Ministerin hatte die Tagung des Instituts für Entwicklungsforschung im ländlichen Raum eröffnet.

Oberwaiz. Die Menschen in Bayern und vor allem auch in Oberfranken sind die Gewinner der europäischen Einigung. Das hat die bayerische Europaministerin Emilia Müller bei einer Fachtagung des Instituts für Entwicklungsforschung im ländlichen Raum im alten Forsthaus von Oberwaiz bei Eckersdorf im Landkreis Bayreuth festgestellt. Als Gründe dafür führte die Ministerin unter anderem an, dass mittlerweile fast zwei Drittel aller bayerischen Exporte in die europäischen Nachbarländer gingen und dieser Binnenmarkt gerade in Zeiten der Krise viele Arbeitsplätze sichere.

Allerdings forderte Müller die Menschen im Regierungsbezirk auch auf, selbstbewusster als in der Vergangenheit zur eigenen Region zu stehen. Jammern bringe keine Investoren, sagte sie und rief dazu auf, „bedingungslos positiv“ über Oberfranken zu sprechen. „Wir müssen mit positiven Botschaften werben“, so Müller, denn die Region habe gewaltiges Potenzial. Ein Verharren in Stagnation ziehe dagegen unwillkürlich negative Tendenzen und negative Zahlen nach sich, denn wer negativ denkt, werde auch nichts erreichen.
Als besonders gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche Firmenansiedlung nannte der parlamentarische CSU-Landesgruppengeschäftsführer und Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk die AAT Vakuumgießerei in Bayreuth, die nur acht Monate nach Inbetriebnahme vor kurzem die 1000. Gasturbinenschaufel ausgeliefert hat. Dieses Unternehmen aus der Schweiz habe sich wegen der Nähe zur Fakultät für angewandte Naturwissenschaften an der Universität Bayreuth und dem Kompetenzzentrum Neue Materialien in Oberfranken niedergelassen, sagte Koschyk. Ein weiterer Erfolg: Die AAT-Vakuumgießerei hat bereits 36 Mitarbeiter.
Bei einer Podiumsdiskussion, mit der die hochkarätige Tagung zum Thema Oberfranken und Europa abgeschlossen wurde, vertrat auch MdB Koschyk die Ansicht, dass Oberfranken in erheblichem Maß von Europa profitiere. Was noch fehle seien dagegen ein wenig mehr Transparenz und Mitwirkungsmöglichkeiten für die Bürger. Zum Beispiel sollte viel stärker als bisher deutlich gemacht werden, wie viele Finanzmittel aus Europa nach Oberfranken fließen. Kaum eine Straßenbaumaßnahme werde derzeit ohne Geld aus Brüssel realisiert. Ziel aller künftigen Politik sollte es deshalb sein, mehr Bürgerinteresse für Europa zu erreichen.
Oberfranken brauche sein Licht nicht unter dem Scheffel zu stellen, sagte Koschyk und zählte mit den beiden Unternehmen Medi und British American Tobacco zwei weitere Wirtschaftsunternehmen aus Bayreuth auf, die auf allen Märkten der Welt zu Hause seien. Koschyk: „Dies alles sollte uns in Oberfranken ermutigen, unsere Stärkern besser auszuspielen und unsere Schwächen konsequent abzubauen.“

Oberwaiz 2a

„Oberfranken braucht sein Licht nicht unter dem Scheffel zu stellen“: MdB Hartmut Koschyk machte sich bei der Fachtagung „Oberfranken und Europa“ für die Region stark. Rechts im Bild der frühere Bayreuther Universitätspräsident Professor Helmut Ruppert.

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