Für die Region
BBV diskutierte mit CSU-Abgeordneten über Ausgleichszulage, Düngeverordnung, KULAP und Stromtrassen
29. November 2016
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Die Kreisvorstandschaft des BBV Bayreuth mit den Abgeordneten Gudrun Brendel-Fischer, Silke Launert und Hartmut Koschyk.

Bei der Verkabelung der in der Region geplanten Höchstspannungsleitungen fordert der Bauernverband wiederkehrende Entschädigungen für die betroffenen Landwirte. Es sei davon auszugehen, dass auf den bis zu 35 Meter breiten Trassen künftig nichts mehr wächst, sagte der stellvertretende Kreisobmann Hans Engelbrecht. Er sprach von Einschnitten, die sich heute noch keiner so richtig vorstellen könne. Den Planern warf er nicht nur eine fehlende Informationspolitik sondern auch die Enteignung von Grund und Boden vor.

Bei einem Gespräch zwischen CSU-Abgeordneten und der Kreisvorstandschaft des BBV Bayreuth konnte der Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk die Befürchtungen des Verbandes weitgehend entkräften. Er gehe von einem Trassenverlauf aus, der nach größtmöglichem Einvernehmen festgelegt wird, da der planende Netzbetreiber Tennet im Gegensatz zum ursprünglich beauftragten Amprion-Konzern den Dialog mit allen Betroffenen führt. Bisherige unterirdische Verkabelungen hätten gezeigt, dass eine landwirtschaftliche Nutzung abgesehen vom Forst auch weiterhin möglich sein wird. Sollte es tatsächlich zu Einschränkungen kommen, sprach sich auch Koschyk für wiederkehrende Zahlungen aus.

Solche Einschränkungen würden kommen, zeigte sich Engelbrecht fest überzeugt. Nicht nur die Erderwärmung spiele dabei eine Rolle, sondern auch der unterbrochene Wasserzyklus. Daneben werde es zu riesigen Erdbewegungen kommen, die eine weitere landwirtschaftliche Nutzung nur noch schwer möglich machen.

Weitere Themen beim BBV-Gespräch mit den CSU-Abgeordneten waren die Zukunft des Kulturlandschaftsprogramms und der Ausgleichzulage sowie die Neugestaltung der Düngeverordnung. Viele Landwirte könnten nicht von heute auf morgen auf die geforderte modernste Technik umsteigen, um Gülle bodennah oder gar unterirdisch auszubringen, sagte Kreisobmann Karl Lappe. Problematisch seien dabei auch die Hanglagen von Fichtelgebirge und Fränkischer Schweiz. „Wir brauchen vor allem bezahlbare Lösungen“, forderte Lappe. Er plädierte dafür, bei der Neufassung der Düngeverordnung das Schlimmste noch zu verhindern.

Nach den Worten der Landtagsabgeordneten Gudrun Brendel-Fischer ist Bayern von der Neufassung weniger Betroffen. Im Gegensatz zum Norden Deutschlands, der damit Probleme bekommen könnte.

undestagsabgeordneter Koschyk sprach sich dafür aus, die gute fachliche Praxis der Landwirte zu berücksichtigen. Bei der Einbringung der Neuordnung im Dezember sollte es nicht zu Verwässerungen vor allem durch die Wünsche grüner Landwirtschaftsminister kommen. Ganz besonders wichtig sei auch die Öffnungsklausel für länderspezifische Regelungen. „Mit dem jetzigen Stand könnten wir alle leben“, sagte Koschyk.

Von „wahnsinnigen Kosten und eine riesen Bürokratie“ sprach dagegen der stellvertretende Kreisobmann Engelbrecht. Er plädierte für abgemilderte praktikable Lösungen, ansonsten würden einige Betriebe vor dem Aus stehen. Für mehr Aufklärung setzte sich Geschäftsführer Harald Köppel ein. Mancher Bürger setze Gülle schon fast mit Atommüll gleich, so Köppel. In Wirklichkeit entspreche das System einer vorbildlichen Kreislaufwirtschaft. Als Alternative dazu käme höchstens Kunstdünger in Frage, was in der Gesellschaft sicherlich nicht erwünscht sei.

Bang ist vielen Landwirten in der Region auch um die Zukunft der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete. Die für 2018 geplante Änderung durch die Umstellung von der landwirtschaftlichen Vergleichszahl auf die Ertragsmesszahl wird von den Landwirten abgelehnt. „Wir werden die Verlierer sein“, sagte der stellvertretende Kreisobmann Hans Engelbrecht. „Für mich erschließt sich der Sinn einer Änderung nicht, wir haben schließlich ein gut eingespieltes System“, so MdB Koschyk.

In die Diskussion geraten ist auch das Kulturlandschaftsprogramm KULAP als eines der beliebtesten Umweltprogramme überhaupt. Die Landwirte fordern dabei vor allem die Beibehaltung der vielfältigen Ackerfruchtfolge. „Die mehrgliedrige Fruchtfolge ist gerade für unsere Region, weniger für den Süden Bayerns, wichtig“, sagte die Landtagsabgeordnete Brendel-Fischer. Sie schlug deshalb vor, bestimmte KULAP-Bestandteile nur für bestimmte Regierungsbezirke anzuwenden, um online casinos regionalen Gegebenheiten zu entsprechen. Die vielfältige Fruchtfolge sei doch besser als eine Brachfläche, stellte Kreisobmann Lappe klar: „Die Bevölkerung hat eine gepflegte Kulturlandschaft lieber als eine verlassene Naturlandschaft.

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