Für die Region
Rosige Zeiten für Alexander von Humboldt / Goldkronach soll touristisches Autobahn-Hinweisschild bekommen – Innenminister Herrmann beim Humboldt-Tag
13. September 2015
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Goldkronach. Die Zeichen stehen gut, dass die Stadt Goldkronach im Landkreis Bayreuth schon bald ein touristisches Hinweisschild an der Bundesautobahn A9 bekommen könnte. „Ich kann mit gar nicht vorstellen, dass etwas dagegen sprechen sollte“, sagte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann beim Humboldt-Tag in Goldkronach. Zuvor hatte ihm Bürgermeister Holger Bär ein entsprechendes Schreiben übergeben, mit der Bitte, die Aufstellung eines solchen Schildes zwischen den Anschlussstellen Bindlacher Berg und Bad Berneck/Himmelkron zu prüfen. Drei Schilder seien jeweils zwischen zwei Ein- und Ausfahrten zulässig, das würde bedeuten, für Goldkronach ist noch Platz.

Innenminister Herrmann war am Samstag in der Stadtkirche auch Hauptredner des Humboldt-Tages, der seit Jahren immer zum Geburtstag des Universalgenies und weltbekannten Naturforschers am 14. September (1769) in Goldkronach stattfindet. Alexander von Humboldt war von 1792 bis 1796 in Goldkronach tätig, um den damals darniederliegenden Bergbau wieder auf Vordermann zu bringen. Das Alexander-von-Humboldt-Kulturforum Schloss Goldkronach erinnert daran nicht nur mit dem Humboldt-Tag, sondern mit einem kompletten Kultursommer, der mittlerweile Interessierte aus ganz Oberfranken in das ehemalige Bergbaustädtchen lockt.

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Staatsminister Joachim Herrmann bei seiner Festrede anlässlich des Humboldt-Tag 2015 

Alexander von Humboldt habe bereits in seiner Goldkronacher Zeit nahezu revolutionäres geleistet, sagte der Minister. Dazu gehört, dass er versucht hatte, die Situation der Bergarbeiter in jeder Hinsicht zu verbessern. Wegweisend sei seine Beschäftigung mit den Themen Bildung und Ausbildung durch die Einrichtung einer ersten Bergmannsschule gewesen. „Für Alexander von Humboldt stand der Mensch und nicht die Ausbeutung der Gruben im Mittelpunkt“, sagte Herrmann. In Goldkronach wie im gesamten Fichtelgebirge habe Alexander von Humboldt Meilensteine gesetzt und bleibende Spuren hinterlassen.

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Innenminister Herrmann bei seiner Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Gold Kronach

Als Geschenk an die Stadt zum aktuellen Jubiläum „650 Jahre Goldkronach“ und als Brückenschlag zu Alexander von Humboldt hatte das Kulturforum mit Hilfe des Europa-Rosarium Sangerhausen im Südharz die Humboldt-Rose wieder aufleben lassen. Die Rose ist eine Züchtung des großen deutschen Rosenzüchter Kordes und wurde in Sangerhausen eigens für Goldkronach wieder nachgezüchtet Dort wurde sie nun der Humboldt-Schule, an den beiden Kirchen, beim Rathaus und vor dem Goldbergbaumuseum gepflanzt. Im Barockgarten des Schlosses setzte Innenminister Herrmann zusammen mit der Sangerhausener Rosenprinzessin Sophie I. die erste Humboldt-Rose. Weitere Exemplare sollen im Ortsteil Nemmersdorf an der Kirche und auf dem Areal von Kulturpreisträgerin Andrea Wunderlich beim ehemaligen Feuerwehraus gepflanzt werden.

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Zuvor hatte der Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk, zugleich Gründungsmitglied und Initiator des Alexander-von-Humboldt-Kulturforums den Universalgelehrten mit den Worten zitiert: „In Goldkronach bin ich glücklicher, als ich es je wagen durfte zu glauben“. Ziel des Kulturforums sei es, ein Humboldt-Bewusstsein in der Region zu schaffen und an den großen Universalgelehrten zu erinnern, der nicht nur in Goldkronach, sondern auch an anderen Orten in Oberfranken wie Naila, Bad Steben und Arzberg seine Spuren hinterlassen hatte. Koschyk, der auch Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten ist, gilt als Motor des Humboldt-Gedenkens in Goldkronach.

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„Alexander von Humboldt hat Goldkronach seinen Stempel aufgedrückt“, sagte Bürgermeister Holger Bär. Die Stadt sei stolz darauf, dass sie in so großartiger Art und Weise von Alexander von Humboldt geprägt worden sei und werde alles tun, um den Ruf als Humboldt-Stadt dauerhaft zu bewahren. Musikalisch wurde der Humboldt-Tag von dem Ensemble Femmes Vocale unter der Leitung von Jürgen Nennemann umrahmt. Die neun Sängerinnen aus allen Teilen Oberfrankens führten Chorsätze unter anderem von Wolfgang Amadeus Mozart, Maurice Durufle und Gabriel Faure auf. Im Barockgarten von Schloss Goldkronach war ein kleiner Rosenmarkt mit Beratung und Verkauf aufgebaut, der vom Europa-Rosarium Sangerhausen durchgeführt wurde. Die beiden Tage wurden abgerundet durch einen Autosalon der Firma Motor-Nützel, die ihre neuesten Fahrzeugmodelle zur Schau stellte. Schließlich wurde erstmals auch der vom Alexander von Humboldt-Kulturforum herausgebrachte Goldkronach-Kalender für 2016 mit Aquarellen von Hildegard Frederking erstmals verkauft.

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Rosenprinzessin Sophie die I. mit der Humboldt-Rose

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