Für Deutschland International
Erfolgreiche Beratungen zur 11. Sitzung der Deutsch-Kirgisischen Regierungskommission in Bischkek
7. Oktober 2016
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Hartmut Koschyk MdB mit dem Vize-Außenminister der Kirgisischen Republik und Ko-Vorsitzenden Emil Khakiev nach Unterzeichnung des Kommuniqués

Am 7. Oktober 2016 fand in Bischkek die 11. Sitzung der „Deutsch-Kirgisischen Regierungskommission“ statt, die sich mit den Angelegenheiten der deutschen Minderheit in Kirgistan befasst. Sie wurde von Hartmut Koschyk, dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und Mitglied des Bundestages, und dem Vize-Außenminister der Kirgisischen Republik Emil Khakiev geleitet. An der Sitzung nahmen ebenfalls die Abgeordneten des Deutschen Bundestags Stephan Mayer und Heinrich Zertik teil. Die deutsche Delegation wurde auch vom kirgisischen Premierminister Sooronbai Sheenbekov empfangen.

Beide Länder betonten ihr Interesse, den noch rund 8.600 deutschstämmigen Bürgern Kirgisistans eine dauerhafte Lebensperspektive in Kirgistan bieten zu können. Dazu gehört neben einer angemessen wirtschaftlichen und sozialen Perspektive auch die Möglichkeit der Bewahrung der deutschen kulturellen Identität.

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Verhandlungs-Delegationen der Kirgisischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland nach Abschluss der 11. Deutsch-Kirgisischen Regierungskommission.

Bürger der Republik Kirgistan den Wunsch haben, auch in Zukunft in Kirgistan leben zu wollen. Gemeinsames Ziel ist, dass die Deutschstämmigen Kirgistans als zusätzliche Brücke der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern wirken. Gegenstand der gemeinsamen Erörterungen waren insbesondere Fragestellungen aus dem kulturellen und humanitären Bereich, Fragen der Bildungs- und Jugendpolitik sowie die Fortsetzung der sozialen Hilfen für die deutsche Minderheit in Kirgistan.

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Treffen der deutschen Delegation mit dem kirgischen Premierminister Sooronbai Sheenbekov

In den letzten Regierungskommissionssitzungen spielte die Zukunft des Deutsch-Kirgisischen Hauses in Bischkek stets eine große Rolle, da eine dauerhafte Nutzung lange Zeit nicht gesichert war. Bereits in der letzten Sitzung konnte über einen Vertrag zur unbefristeten und unentgeltlichen Nutzung mit dem Volksrat der Deutschen berichtet werden. Die kirgisische Seite gab hierzu weitere Erläuterungen. In den nächsten Jahren wird es darum gehen, dringend notwendige Renovierungsarbeiten vorzunehmen. Auch über die Idee einer weiteren deutsch-kirgisischen Einrichtung wurde diskutiert, in der neben dem kulturellen Austausch auch die wirtschaftliche Kooperation gefördert werden soll.

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Hartmut Koschyk MdB mit dem kirgischen Premierminister Sooronbai Sheenbekov

Die Kommission befasste sich intensiv mit Maßnahmen zur Förderung der deutschen Jugend in Kirgistan. In den letzten Jahren sind vom Deutschen Jugendverband Kirgistans zahlreiche Projekte erfolgreich umgesetzt worden (Sprachstätten und Sprachcamps, Workshops zu Umweltthemen und zur Sprachförderung, Freizeitgruppen unterschiedlicher Richtungen, Studentenaustauschmaßnahmen mit dem DAAD und weitere Projekte in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen und der Hanns-Seidel-Stiftung. Derartige Maßnahmen sollen im Rahmen der Jugendarbeit auch weiterhin eine besondere Unterstützung erhalten. Dabei wurde auch überlegt, das erfolgreiche Modell „Deutsche Fußballschulen“, das die deutsche Minderheit in Polen entwickelt hat, auf Kirgistan zu übertragen. Hintergrund dieser Idee ist die Tatsache, dass in der Kirgisischen Fußballnationalmannschaft mit Viktor Maier, Edgar Bernhardt und Vitalij Lux drei deutsche Fußballer spielen, die als Aussiedler in die Bundesrepublik Deutschland gekommen waren und in deutschen bzw. europäischen Fußballclubs spielen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussionen war die soziale Arbeit des Volksrats der Deutschen. Die Sozialstationen in den Städten Bischkek, Tokmok und in der Gemeinde Sokuluk leisten einen gewichtigen Beitrag zur Betreuung von behinderten, kranken und betagten Trudarmisten.

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Gespräch mit dem stv. Premierminister Oleg Pankratov, links außen ist Kirgistan Vizeaußenminister und Ko-Vorsitzender unserer Regierungskommission Emil Kaikiev, dabei auch Valeriy Dill, Vorsitzender des Volksrates der Deutschen in Kirgistan 

Bundesbeauftragter Koschyk betonte: „Die sozialen und medizinischen Dienstleistungen in den Sozialstationen in Kirgistan stellen das Herzstück der sozialen Arbeit für die deutschstämmigen, aber auch andere kirgisische Bürger dar. Ich konnte mich persönlich davon überzeugen, wie engagiert diese wertvolle Arbeit zugunsten der häufig sehr betagten und gebrechlichen Bürger geleistet wird. Diese Arbeit muss fortgeführt und intensiviert werden. Besonderes Augenmerk lege ich auf den Erwerb der deutschen Sprache. Die Erfolge der Spracharbeit sind bereits sehr beachtlich. Ich wünsche mir, dass diese Arbeit auch mit unserer Unterstützung noch intensiviert werden kann. Hierzu können vielleicht auch „Deutsche Fußballschulen“ einen Beitrag leisten. “

Das Kom­mu­ni­qué der 11. Deutsch-Kirgisischen Regierungskommissionssitzung können Sie HIER einsehen.

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