Für die Region
Großzügiger Spender unterstützt Bindlacher Kirchengemeinde mit 20 000 Euro!
14. Januar 2010
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Als Gemeindepfarrerin Susanne Memminger bei der Einweihungsfeier des auf 750 000 € veranschlagten Erweiterungs- und Neubaus von Gemeindehaus und Gemeindesaal angemerkt hatte, dass man den neuen Saal nach dem Spender benennt, der 20 000 Euro gibt, hätte niemand gedacht, dass eine solch großherzige Spende zur Deckung des Defizits eingehen würde.

Firmenchef Paul Gauselmann wünschte Koschyks Anwesenheit bei der Spendenübergabe

Aber es geschehen doch noch „Finanzwunder“. So am Mittwochvormittag im Gemeindesaal, wo in Anwesenheit des Finanzstaatssekretärs, des CSU-Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk, und des Kirchenvorstands vom Vertreter des westfälischen Familienunternehmens Gauselmann der Spendenscheck über 20 000 Euro in einer Feierstunde überreicht wurde.

„Wir bauen ein Haus aus Steinen – für die Großen und die Kleinen“, sangen einleitend 30 Buben und Mädchen aus dem Kindergarten Arche Noah.

Auslöser war der KURIER-Bericht über die Einweihungsfeier am 25. Oktober 2009, der die Spendenbemerkung zum Gemeindesaal enthielt. Der Bericht gelangte über eine Nürnberger Firmenmitarbeiterin in die Vorstandsetage der Firma Gauselmann in Espelkamp. Und der Spendenaufruf stieß dort auf offene Ohren.

Das kam aber nicht von ungefähr, denn Firmenchef Paul Gauselmann praktiziert seit vielen Jahren ein großzügiges Sponsoring in der Jugend-, Kirchen- und Sportförderung der Region.

„Das Familienunternehmen will den Menschen, die am Firmenort arbeiten und wohnen, etwas zurückgeben“, erläuterte der Firmensprecher Mario Hoffmeister die nicht oft anzutreffende Firmenphilosophie. Er ergänzte, dass die Firma auch eine Stiftung für die erwähnten Sozialbereiche mit einer Kapitalausstattung in Höhe von drei Millionen Euro ins Leben gerufen hätte.

Gemeindepfarrerin Memminger freute sich sehr über die unerwartete Finanzhilfe aus einem anderen Bundesland: „Ich hätte nie daran gedacht, dass so ein dahin gesprochener Satz auch Wirklichkeit werden könnte.“ Aus vielen Töpfen sei das große Projekt gefördert worden. Namens der Kirchengemeinde überreichte sie eine hübsche Spendenurkunde und ein Erinnerungsfoto der Bartholomäuskirche.

Koschyk erinnerte sich an die Einweihungsfeier und betonte dabei das Alleinstellungsmerkmal des neu entstandenen kirchlichen Zentrums als Ausdruck einer sehr lebendigen Kirchenarbeit. Die Kirchengemeinde habe die Spende im wahrsten Sinne des Wortes verdient. Das kirchliche und das weltliche Leben seien in Bindlach von einem guten Geist geprägt.

„Die Menschen wollen nicht, dass sich die Kirchen zurückziehen, sondern, dass sie sich offensiv um sie kümmern“, ergänzte Koschyk. Viel Lob hatte er für den Spender übrig, der sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühle: „Das Sozialengagement des Firmenchefs Paul Gauselmann sollte als gutes Beispiel für andere Unternehmen gelten.“

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There is 1 comment

  • Gunhild Scheidler sagt:

    Erst Anfang dieser Woche habe ich von der Spende der Firma Gauselmann für das Bindlacher Gemeindehaus erfahren, die bei Herrn Koschyk auf so große Begeisterung stieß. Ich fühle mich von der Spende in doppelter Hinsicht betroffen: Einerseits als Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde Bindlach und andererseits als Fachberaterin für Glücksspielsüchtige bei der Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werks Bayreuth, wo ich täglich mit den gravierenden Folgen der Glücksspielsucht und dem großen Leiden der Betroffenen und ihrer Familien konfrontiert bin.
    Aus meiner Sicht gibt es zu der Spende Folgendes zu sagen:
    Die Mitarbeiter der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern und meine KollegInnen und ich von den Fachberatungsstellen für Glücksspielsucht stellen in letzter Zeit ein verstärktes Engagement der Spielhallenbetreiber im Sponsoring sozialer Einrichtungen fest. Dass die Firma Gauselmann sich dabei insbesondere auch an kirchliche Einrichtungen wendet, geht aus der Zeitung „neue umschau“ (www.neue-umschau.de) hervor. Grundsätzlich ist so ein Engagement von privatwirtschaftlicher Seite gerade in Zeiten leerer öffentlicher und kirchlicher Kassen natürlich durchaus zu begrüßen. Allerdings muss man in diesem speziellen Fall bedenken, dass die privaten Anbieter der sogenannten „Unterhaltungsautomaten mit Gewinnmöglichkeit“ (sprich: Geldspielautomaten) ein vitales Interesse daran haben, dass es bei der – m. E. völlig untragbaren – Situation bleibt, dass ausgerechnet diese Form des Spielens um Geld, die bei Weitem die meisten pathologischen Spieler hervorbringt, juristisch nicht als Glücksspiel eingestuft wird und daher von der Privatwirtschaft angeboten werden darf. Um diesen Status Quo zu erhalten, pflegen die Lobbyisten der Automatenbranche nachweislich gute Kontakte zur Politik (anscheinend ja auch zum Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk). Offenbar sollen nun also auch noch die Kirchen als Fürsprecher und als Garanten für einen hohen moralischen Anspruch mit ins Boot geholt werden. Die Realität zeigt aber, dass es mit dem hohen moralischen Anspruch der Spielhallenbetreiber ansonsten nicht so weit her ist: Die Arbeitsplätze, mit denen man sich gerne brüstet, liegen vielfach im Geringverdienerbereich, wo meistens Frauen bei schlechter Bezahlung und ungünstigen Arbeitszeiten beschäftigt sind. Ein weiteres Argument, das von Seiten der Spielhallenbetreiber häufig herhalten muss, um den Eindruck der Unmoral zu widerlegen, ist die Behauptung, dass man ja gar nicht an süchtigen Spielern interessiert sei, sondern lediglich nette Unterhaltung für Jedermann und zunehmend auch –frau bieten wolle. In der Praxis entsteht allerdings ein ganz anderer Eindruck, wenn die Betreiber bspw. nicht bereit sind, Infomaterial der örtlichen Suchtberatungsstelle auszulegen (mit dem Argument, dass sie eigene Flyer hätten, die aber lediglich auf bundesweite Hotlines verweisen), wenn sie sich weigern, süchtigen Spielern auf ihre eigene Bitte hin Hausverbot zu erteilen, und wenn sie Schreiben der Suchtberatungsstelle mit dem Angebot der Zusammenarbeit einfach unbeantwortet lassen.

    Ich kann daher das Engagement von Herrn Koschyk in dieser Sache absolut nicht gutheißen und hoffe, dass er bereit ist, seine Haltung in dieser Sache noch einmal zu überdenken.

    Gunhild Scheidler

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