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Keine Zukunft ohne Frieden / Neujahrsempfang: Erzbischofs ruft zur Überwindung der Gleichgültigkeit auf
9. Januar 2016
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Der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, der Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk, Erzbischof Ludwig Schick und der Bayreuther Universitätspräsident Stefan Leible (von links).

Die Kirche hält an der Unauflöslichkeit der Ehe fest. Das der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick am Samstag bei seinem Neujahrsempfang an der Universität Bayreuth bekräftigt. Unauflöslichkeit bedeute dabei ein Festhalten an Werten wie Treue, Verlässlichkeit, Geduld und Liebe. Das Festhalten daran bedeute keinesfalls, andere Lebensformen auszuschließen. „Dafür bedeutet nicht automatisch dagegen“, so der Erzbischof. Gleichwohl müsse die Familie auf der Basis der Ehe entstehen. „Ohne Familie ist kein Staat zu machen, ohne Familie ist auch keine Kirche zu machen“, sagte Schick.

Zu seinem Neujahrsempfang hatte Schick dazu aufgerufen, das Motto des Papstes zum Weltfriedenstag „Überwinde die Gleichgültigkeit und gewinne den Frieden“ als Leitmotiv für das Neue Jahr zu betrachten. Gleichgültigkeit sei der größte Feind der Zukunft. Nur mit Hoffnung und Engagement sei die Zukunft zu gewinnen.

„Wir brauchen Hoffnung und Engagement, nur so gewinnen wir die Zukunft, denn Zukunft ohne Frieden gibt es nicht. “
(Erzbischof Dr. Ludwig Schick am 9. Januar 2016 in Bayreuth).

Der Erzbischof appellierte an jeden einzelnen, zum Frieden in der nächsten Umgebung beizutragen. In der Familie, am Arbeitsplatz oder in der Schule könne jeder dazu beitragen, Frieden zu schaffen. Schick: „Wir brauchen Hoffnung und Engagement, nur so gewinnen wir die Zukunft, denn Zukunft ohne Frieden gibt es nicht.“

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Eine weitere Aufgabe für die Zukunft sei die Überwindung der Flüchtlingskrise. Um sie zu meistern, müssten vor allem die Fluchtursachen in den Herkunftsländern, Krieg, Armut und Terror beseitigt werden. Dafür müsse die internationale Gemeinschaft mehr als bisher tun. Von großer Dringlichkeit sind nach den Worten des Erzbischofs auch die Bewahrung der Schöpfung und damit der Umweltschutz. Paris dürfe nicht folgenlos bleiben, sagte Schick. Die Beschlüsse des Klimagipfels müssten jetzt in allen Ländern konkretisiert werden.

Vor dem Hintergrund dieser und vieler anderer Themen möchte die Kirche ein Akteur für das Gemeinwohl in der Gesellschaft sein und bleiben. Kirche müsse auch politisch sein, deshalb begleite sie die Politik mahnend und kritisch. Politik und Staat sollten Diener der Gesamtgesellschaft zum Wohle aller sein. „Dazu erheben wir gerne und immer wieder auch zukünftig unsere Stimme“, sagte Schick.

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Regionalbischöfin Dorothea Greiner, der bayerische Innenminister Joachim Herrmann und Erzbischof Ludwig Schick.

Über die Wahl des Audimax auf dem Campus der Universität Bayreuth als Begegnungsstätte für den Neujahrsempfang des Erzbischofs freute sich Universitätspräsident Stefan Leible. „Unser internationaler Campus ist gerne die Bühne für Begegnungen und Gespräche. Die Studenten, gleich welcher Konfession und Herkunft, gestalteten hier ihre Zukunft. Er sei fest davon überzeugt, dass in unserem Land alle gut zusammenleben können, „wenn wir uns von Respekt, Toleranz und Neugierde leiten lassen“. Die Weltreligionen seien unterschiedlich und sie werden es auch bleiben. Aber trotzdem könne man eine gemeinsame Sprache finden, um auch in Zukunft friedlich miteinander leben zu können.

Das Erzbistum Bamberg umfasst große Teile der Regierungsbezirke Oberfranken und Mittelfranken sowie einen kleinen Teil der Regierungsbezirke Unterfranken (Iphofen) und Oberpfalz (Auerbach). Das Erzbistum beschäftigt 7800 Mitarbeiter, weitere 10200 Mitarbeiter sind im Bereich des Erzbistums bei der Caritas beschäftigt. Noch eine Zahl hatte der Erzbischof beim Neujahrsempfang parat: So gibt es über 800 Kirchen, Filialkirchen und Kapellen im Erzbistum , alles Fingerzeige auf Gott und gleichzeitig auch prägende Elemente unserer Kultur.

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