Für die Region
Lea Bernt aus Neudrossenfeld: Mein Praktikum im Deutschen Bundestag
4. Dezember 2015
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Was machen eigentlich die Mitglieder des Deutschen Bundestages? Ein einfaches Leben haben und nicht wirklich etwas tun – das sind die allgemeinen Vorurteile, die man oft hört. Aber entspricht das auch der Wahrheit?

Nicht nur das wollte ich im Rahmen meines 14-tägigen Praktikums vom 23.11.2015 bis 04.12.2015 im Bundestagsbüro von Hartmut Koschyk MdB, Bundesbeauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, erfahren, sondern auch wie Politik im Bundestag „funktioniert“ und wie der Alltag eines Politikers denn überhaupt so ausschaut.

Die ersten Eindrücke, die ich von der Arbeit im Bundestag hatte waren doch etwas recht Neues für mich. Viele Papiere, Telefonate und es muss dann schon auch mal schnell gehen, wenn beislsweise eine Pressemitteilung verfasst werden muss. Also nur herumsitzen und schauen wie der Tag vergeht, das hab ich nicht erlebt. Die meiste Zeit meines Praktikums verbrachte ich damit, die Mitarbeiter von Herrn Koschyk, insbesondere Herrn Konhäuser, bei der Büroarbeit zu unterstützen. Post sortieren, das Telefon beantworten und Informationen im Internet suchen waren alltägliche Dinge, die ich zu erledigen hatte.

Schnell merkte ich, dass von „Alltag“ im Leben eines Bundestagsabgeordneten nicht die Rede sein kann: viele Termine, Gespräche, Reisen und auch Einladungen standen täglich in der Agenda von Herrn Koschyk. Besonders, da in der in der ersten Woche meines Praktikums der Bundeshaushalt für das kommende Jahr 2016 beschlossen wurde, erlebte ich die Arbeit, die vor allem in Sitzungswochen anfällt, hautnah mit.

Natürlich erhielt ich zu Beginn meines Praktikums eine Führung durch die Gebäude des Bundestages und lernte die Wege und Tunnel kennen, die mich unter anderem zur Kuppel und zu den anderen Häusern brachten. Auch konnte ich mir ein wenig Zeit nehmen, um die Geschichte und Architektur der einzelnen Gebäude kennen zu lernen. Den Ausblick von den Terrassen des Reichstaggebäudes konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Zudem war es mir möglich, an einer Ausschusssitzung und einer Arbeitsgruppe, die mich persönlich interessieren, teilzunehmen. Aus dem Katalog an Möglichkeiten wählte ich den Ausschuss „Menschenrechte und humanitäre Hilfe“, welche zu dem Zeitpunkt meines Besuchs das Thema „Religionsfreiheit und Demokratieentwicklung“ in einer öffentlichen Anhörung besprach.

Eine Plenarsitzung durfte ich mir natürlich ebenso nicht entgehen lassen, und so konnte ich auf der Besuchertribüne Platz nehmen und zuhören, was beispielsweise die Mitglieder des Plenums zu Tierschutz, dem UN-Klimagipfel in Paris und dem TTIP-Abkommen zu sagen hatten. Ein breites Spektrum an Themengebieten, zu welchen sich die Abgeordneten informieren müssen, wie mir schnell auffiel.

Eines der Highlights meines Praktikums im Bundestagsbüro war die Einweihung des Koreanischen Pavillons der Einheit am Potsdamer Platz in Berlin. Hier konnte ich auch sehen, welch vielfältige Rolle die Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten übernehmen: Fotografieren, Filmen und Notizen für Artikel, um nur einige Aufgaben zu nennen.

Bedanken möchte ich mich nochmals bei Herrn Koschyk, der mir als Bayreuther Bundestagsabgeordneter ein solches Praktikum in seinem Büro in Berlin ermöglicht hat. Ebenso gilt mein Dank den Herren Konhäuser und Lindthaler, die mich während der Zeit in Berlin und vor Praktikumsantritt in Bayreuth bei allen Fragen betreut haben.

Insgesamt fand ich meine Zeit im Bundestag sehr interessant und lehrreich und würde auch jedem ein solches Praktikum, sei es aus reinem Interesse an der Arbeitsweise oder im Rahmen eines Pflichtpraktikums, empfehlen. Wenn es möglich ist, würde ich vermutlich sogar einen größeren Zeitraum für ein solches Praktikum wählen, da man dann noch bessere Einblicke in die eigentliche Arbeit im Bundestag erhält und sich womöglich selber noch intensiver mit den verschiedenen Arbeitsbereichen und Themen auseinandersetzt.

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There is 1 comment

  • Irmtraud und Manfred Bernt sagt:

    Liebe Lea,
    wir als Deine Großeltern sind stolz auf Dich. Dein Praktikum in Berlin, beim Bundestagsabgeordneten, Herr Koschyk, wird Dir in der Zukunft bestimmt helfen, bei Deinem Studium und natürlich auch später bei Deiner Berufswahl.
    Wir freuen uns auf`s Wiedersehen, wünschen Dir eine gute Heimfahrt und ein schönes Wochenende.
    PS: Berlin ist eine Reise wert, zumal meine Großeltern, Großtanten und -Onkel, und meine Mutter echte Berliner waren.

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