Für die Region
Vincent Trautner: Mein Praktikum im Deutschen Bundestag
18. März 2016
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„Wissen ist gut, als Unterstützung, Förderung und Aufklärung im Praktischen; wenn es aber die Praxis ersetzen soll, ist es keinen Schuß Pulver wert.“
-Theodor Fontane-

Mit diesem Zitat des deutschen Schriftstellers, Theodor Fontane, möchte ich meinen Bericht über mein Praktikum im Zeitraum vom 15.02.16 bis 18.03.16 beginnen. Wie Fontane in seiner Aussage schon erwähnt, ist die Theorie ohne Praxis, wie man in Franken so schön sagt, „kann Pfifferling werd“. Als Student der Politikwissenschaft und des Öffentlichen Rechts war es mir ein großes Anliegen das politische Alltagsleben hautnah zu erleben, um festzustellen, inwiefern mein universitäres Wissen mit der Praxis übereinstimmt.

Kurz nachdem ich die Sicherheitskontrolle im Paul-Löbe-Haus passiert hatte, empfing mich der Büroleiter des Bayreuth-Forchheimer Bundestagsabgeordneten und Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, Herr Thomas Konhäuser, am Eingang und führte mich und meine Mitpraktikantin Katja Schulte in die Räumlichkeiten. Bereits am ersten Tag wurde ich mit Organisationsarbeiten vertraut gemacht und bereitete zusammen mit Herrn Konhäuser und Frau Schulte einen am nächsten Tag stattfindenden Empfang der „Stiftung für Verbundenheit mit Deutschen im Ausland“ in der Rumänischen Botschaft vor. Die Veranstaltung war geprägt von aufschlussreichen und informativen Vorträgen und stellte die Arbeit der Stiftung vor. Stiftungsratsvorsitzender Koschyk lobte die großartige Integration rumänischer Aussiedler in Deutschland, die ebenfalls zugegen waren. Alles in Allem war es ein gelungener Abend mit anschließendem Bankett, bei welchem sich Vertreter von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft rege austauschen konnten.

Im Zeitrahmen meines Praktikums blieben mir insbesondere die zahlreichen Ausschüsse und Plenarsitzungen im Gedächtnis. Durch Herrn Konhäuser, der keine Mühen scheute meiner Mitpraktikantin und mir den Zugang zu den Diskussionen zu ermöglichen, konnten wir u.a. die Thematik des VW-Abgasskandals und der Durchsetzung der gleichgeschlechtlichen Ehe besser kennenlernen. Beeindruckend war auch die Öffentliche Anhörung des Verteidigungsausschusses. Hier wurde die Rolle der Bundeswehr im Cyberraum detailliert besprochen, indem v.a. auf Fragen der verfassungs-, völker- und sonstige nationale und internationale sowie ethische Aspekte im Zusammenhang mit Cyberwarfare eingegangen wurde. Zudem durfte ich an einer Abgabe der Regierungserklärung durch die Bundeskanzlerin zum Europäischen Rat und an der darauffolgenden Befragung der Bundesregierung teilhaben.

Zu meinen alltäglichen Aufgaben zählten hauptsächlich die Zuarbeit für Pressearbeiten und die bereits oben erwähnte Organisationsarbeit. Neben der Zuarbeit bei der Erstellung von Briefen und aktuellen Berichten für die Homepage und die jeweiligen Social-Media-Kanäle, wirkte ich an der Fertigstellung einer Präsentation mit dem Thema „Aktuelle Themen der Bundesrepublik“ mit. Neben den Asylpaketen und dem internationalen Handelsabkommen „TTIP“, beschäftigte uns der am 15. März erschienene Bundesverkehrswegeplan, welcher von großer Bedeutung für die Region Oberfranken und den Wahlkreis von Herrn Koschyk MdB ist.

Wie abwechslungsreich das Leben eines Bundestagsabgeordneten sein kann, bekam ich in meiner letzten Praktikumswoche hautnah mit. Nachdem wir zunächst in der Bayerischen Landesvertretung zu Gast waren, trafen wir am selbigen Abend den Gehörlosen Robert Grund, seines Zeichens Vertreter des Weltverbandes der Gehörlosen, zum Gespräch im Bundestagsbüro. Die Biografie Grunds war dabei ebenso spannend zu erfahren, wie das Gespräch selbst. Mit Hilfe einer Gebärdensprache-Dolmetscherin erklärte uns Robert Grund die Situation der Gehörlosen in Nordkorea und schilderte seine Arbeit. Ebenfalls durfte ich an einem Austausch bzgl. der Halbinsel Korea mit dem Vertreter der Europäischen Union in der Republik Korea, Herrn Prof. Sabathil, sowie Mitgliedern der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe, dessen Vorsitz MdB Koschyk innehat, teilnehmen. Die Einladung an der Teilhabe zu diesem Austausch bedeutete für mich einen großen Vertrauensbeweis.

Abschließend möchte ich mich ganz herzlich bei Herrn Hartmut Koschyk MdB und seinem Bundestagsbüroleiter, Thomas Konhäuser, bedanken. Ich behalte die Zeit meines Praktikums in sehr guter Erinnerung und freue mich den Kontakt weiter zu pflegen. Zu guter Letzt kann ich die Aussage Fontanes nochmals bestätigen: Jede Theorie ist bedeutungslos, solange man die Praxis nicht erlebt hat!

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