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Von der Wahlfahrt zur Wallfahrt: Bundesverteidigungsminister Jung erwanderte die Fränkische Schweiz
1. September 2009
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Besuch von Bundesminister Jung in der Fränkischen Schweiz

Bundesminister Franz-Josef Jung MdB, Hartmut Koschyk MdB, Landrat Hermann Hübner und CSU-Ortsvorsitzende aus der Region in der Fränkischen Schweiz

Tüchersfeld / Gößweinstein. Auf Schusters Rappen die Fränkische Schweiz kennen lernen: kein geringerer als Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung machte sich am Montag zusammen mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Hartmut Koschyk, dazu auf, die Sehenswürdigkeiten des Landstrichs zu erkunden.

Besuch von Bundesminister Jung in der Fränkischen Schweiz

Der Minister lernte dabei nicht nur das Fränkische-Schweiz-Museum in Tüchersfeld, das Forellendenkmal in Behringersmühle sowie das Wallfahrtsmuseum und die Basilika in Gößweinstein kennen, sondern wurde auch mit Problemen der Region konfrontiert. Der Bayreuther Landrat Hermann Hübner klagte über einen immensen Strukturwandel im Tourismus. Während die Menschen früher acht oder 14 Tage zur Sommerfrische gekommen seien, bleiben viele heute nur noch ein verlängertes Wochenende. Touristische Einrichtungen wie das Fränkische-Schweiz-Museum litten sehr darunter, sagte Museumsleiter Rainer Hofmann.

Museumsleiter Rainer Hofmann erklärt die Ausstellungsstücke des Fränkische-Schweiz-Museums
MdB Koschyk bezeichnete das Museum als wichtigen Ort kultureller Identität und erläuterte die besondere Struktur der Einrichtung, die von einem Zweckverband getragen wird, in dem die drei Landkreise Bamberg, Bayreuth und Forchheim beteiligt sind. Landrat Hübner sprach deshalb auch von weitaus mehr als einem bloßen Heimatmuseum, das Geologie, Volkskunde, Trachten und das gesamt Leben in der Region umfassend dokumentiere. Der Landrat erinnerte auch an die Eröffnung 1985. Der ehemalige Judenhof in Tüchersfeld sei damals für 1,3 Millionen Mark grundlegend saniert und zum Museum ausgebaut worden. Als Prunkstück der Einrichtung bezeichnete Museumsleiter Hofmann die im Original wieder hergestellte Synagoge aus dem 18. Jahrhundert.

Besuch der wiederhergestellten Synagoge in Tüchersfeld
Verteidigungsminister Jung nahm die Synagoge zum Anlass, an den 70. Jahrestag des Ausbruchs des zweiten Weltkriegs zu erinnern. Heute könne die Bundesrepublik auf 60 Jahre Frieden und Freiheit zurückblicken. Gerade der jungen Generation gelte es immer wieder klar zu machen, dass dies nicht selbstverständlich sei. Auch die Synagoge in Tüchersfeld stehe deshalb als Mahnung und Verpflichtung zugleich.

Orgelkonzert in der basilika in Gößweinstein
Besinnliche Minuten erlebte der Verteidigungsminister auch im Wallfahrtsmuseum sowie bei einem kleinen Orgelkonzert in der Basilika zur heiligen Dreifaltigkeit von Gößweinstein. 130 Wallfahrtsgruppen kämen alljährlich, sagte Dr. Regina Urban vom Museum. Die Ausstellung bietet unter anderem Informationen zu Wallfahren und Pilgern, widmet sich der christlichen Wallfahrt und informiert über die Bedeutung und Vielfalt von Votivgaben.

Besuch des Museums in Gößweinstein

Der größte Ausstellungsraum in Erdgeschoss ist vor allem den berühmten Wachs-Votivfiguren von Gößweinstein gewidmet.

Besuch des Museums in Gößweinstein
Altbürgermeister Hans Backer vom Förderverein „Freunde der Basilika“ bezeichnete Jung als ersten amtierenden Bundesverteidigungsminister, der Gößweinstein besuchte. Zwar sei Franz Josef Strauß vor 36 Jahren ebenfalls zu Besuch gewesen, doch nicht mehr als amtierender Bundesminister der Verteidigung. Backer berichtete auch von zwei öffentlichen Bundeswehrgelöbnissen, die während seiner Amtszeit in Gößweinstein stattgefunden haben.

Besuch des Forellendenkmals in Behringersmühle

Zwischen den beiden Stationen Tüchersfeld und Gößweinstein machten der Minister und zahlreiche Besucher, die ihn begleiteten, Stationen am neuen Forellendenkmal in Behringersmühle. Als Symbol für die Schutzwürdigkeit heimischer Fischarten sei die Skulptur erst vor wenigen Wochen eingeweiht worden, erläuterte MdB Koschyk. Sie zeige ein laichendes Bachforellenpaar aus Bronze, das mit massiven Metallstäben auf einen steinernen Sockel gesetzt wurde, der wiederum einem Bachbett nachempfunden ist. Ausführender Künstler ist der Bayreuther Bildhauer Axel Luther, die Kosten für die Skulptur und deren Installation auf dem Gebiet des Marktes Gößweinstein haben insgesamt elf Sponsoren aufgebracht. Der Standort Behringersmühle sei deshalb gewählt worden, weil unweit des neuen Denkmals die Flüsschen Püttlach und Ailsbach in die Lebensader der Fränkischen Schweiz, die Wiesent, fließen.

Rast beim Forellendekmal in Behringersmühle

Stärkung beim Forellendenkmal mit Fischspezialitäten der Firma Schwegel aus Wüsenstein und mit dem berühmten Höhlendrung der Bujttenheimer Brauerei St. Georgen

Nach dem Orgelkonzert und der Führung von Regionalkantor Georg Scheffner in der Basilika Gößweinstein, traf man sich gemeinsam mit CSU-Mitgliedern und interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Biergarten des Gasthofes Victor-von-Scheffel in Gößweinstein.

Politik im Biergarten in Gößweinstein

Nach einer Begrüßung durch den CSU-Ortsvorsitzenden Hanngörg Zimmermann, würdigte MdB Koschyk das Engagement der Bundeswehr, die als gleichberechtigtes Glied Frieden und Stabilität in der Welt sichert.

MdB Koschyk bei seiner Rede in Gößweinstein

MdB Koschyk betonte, dass sich Dank des Einsatzes der Unionsparteien und unseres Bundesverteidigungsministers Franz-Josef Jung eine neue Traditionspflege unserer Bundeswehr beobachten lässt. Die Wahlergebnisse in Sachsen sind für MdB Koschyk ein Zeichen, dass eine Mehrheit für eine bürgerliche Koalition bei den Bundestagswahlen möglich ist. Gemeinsam gilt es, sich für dieses Ziel einzusetzen. Koschyk lobte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die Deutschland mit Ruhe und Augenmaß durch die Krise führt und unser Land hervorragend in der Welt repräsentiert. Koschyk betonte, dass es besonders wichtig ist, dass die CSU viele Zweitstimmen bekommt. „Zweitstimme ist Guttenbergstimme“ so Koschyk.

Verteidigungsminister Jung bei deiner Rede in Gößweinstein

Bundesverteidigungsminister Jung lobte den Einsatz von MdB Koschyk für die Region und als Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag. Kompetent habe Koschyk die Verhandlungen zum EU-Begleitgesetz geführt, so Verteidigungsminister Jung. In seiner Rede veranschaulichte der Bundesverteidigungsminister die Gründe für die Auslandeinsätze der Bundeswehr aufgrund der veränderten weltweiten Bedrohungslage nach den Anschlägen am 11. September. Ebenso verteidigte Jung die Wehrpflicht als die intelligentere Wehrform, da dadurch der Bezug zur Gesellschaft gewahrt bleibt. Im Anbetracht der Gedenktage „70 Jahre Ausbruch des Zweiten Weltkrieges“ und „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland“ betonte Jung, dass es die Unionsparteien waren, die in den vergangenen 60 Jahren die entscheidenden Weichen zum Wohle Deutschlands gestellt haben: Angefangen von der Sozialen Marktwirtschaft, über die Gründung der Bundeswehr bis hin zur Deutschen Einheit. Es darf nicht sein, dass Diejenigen, die für den Mauerbau verantwortlich waren, nunmehr wieder politische Perspektiven bekommen, so Jung. Die Unionsparteien haben die Kraft Deutschland aus der Krise zu führen, so der Verteidigungsminister und er warb bei den Bundestagswahlen mit der Erststimme um Vertrauen für Hartmut Koschyk und mit der Zweitstimme für die CSU – das heißt für Deutschland .

Gemeinsam mit dem Musikverein Gößweinstein

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