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Staatssekretär Koschyk beim oberfränkischen Bezirksverband der Bauindustrie: Investitionen in Infrastruktur sollen unverändert fortgesetzt werden
11. Februar 2013
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Das Bauhauptgewerbe verzeichnet seit gut zwei Jahren einen regelrechten Boom. Dies gelte vor allem im Wohnungsbau, so die einhellige Auffassung aller Teilnehmer bei der Mitgliederversammlung des oberfränkischen Bauindustrieverbandes am Freitagabend in Kulmbach.
„Die oberfränkische Bauindustrie startet zuversichtlich ins Baujahr 2013“, sagte der Bezirksvorsitzende Karl-Günther Krauß. Trotz nicht unerheblicher Unterschiede zwischen den einzelnen Bausparten und Bauregionen sei das zurückliegende Jahr alles in allem ein gutes Baujahr gewesen. Die wirklich gravierenden Probleme des Strukturwandels am Bau lägen mittlerweile einige Jahre zurück. Heute stünden die bayerischen und auch die oberfränkischen Betriebe erfolgreich da. Wirklich große Sorge bereite heute nicht mehr die Entwicklung der Baunachfrage, viel entscheidender für die Zukunftssicherung der Betriebe sei die Sicherung des Bau-Knowhows auf allen Ebenen, also der ausreichende Nachwuchs.


Bauindustrieverbands-Bezirksvorsitzender Karl-Günther Krauß, Kulmbachs Oberbürgermeister Henry Schramm, Staatssekretär Hartmut Koschyk, Florian Schneider vom Bauunternehmen ASK August Schneider Kulmbach und Gerhard Michael Hess, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Bauindustrie.

Grundsätzlich sei aber auch hier das Feld gut bestellt. „Kaum jemals hat die Gesellschaft die Notwendigkeit des Bauens so gut erkannt, wie heute im Zeichen der explodierenden Energiepreise, beziehungsweise der Energiewende“, so Krauß. Wahrscheinlich habe es noch nie so viele Erstsemester bei den Bauingenieuren an den Hochschulen gegeben und auch die Bauindustrie nehme so viele Praktikanten an Bord, wie nie zuvor.
Auch die Bundesregierung gehe in ihrer vor drei Wochen vorgelegten Jahresprojektion für 2013 insgesamt von einem Anstieg der gesamten Bauinvestitionen um real 1,3 Prozent aus, sagte der Parlamentarische Finanzstaatssekretärs Hartmut Koschyk bei der Bezirksversammlung. In diesen vergleichsweise guten Zeiten sei es nur folgerichtig, die in schlechten Jahren aufgebaute Verschuldungsdynamik wieder zurückzuführen.
Während der zurückliegenden Krise habe der Bund der Bauwirtschaft insbesondere mit dem Zukunftsinvestitionsprogramm im Rahmen der Konjunkturpakete „eine Brücke über die tiefsten Abgründe“ gebaut. 125 Millionen Euro Fördergelder seien aus dem zweiten Konjunkturpaket für Oberfranken bereitgestellt worden. Damit seien auch in der Region Chancen für eine Verbesserung der kommunalen Infrastruktur und der energetischen Ausstattung für Unternehmen eröffnet, aber auch Arbeitsplätze geschaffen worden. „Es wurden somit die Weichen gestellt, dass es auch in Oberfranken wieder aufwärts ging“, so Koschyk.
Wenn zur Überwindung der Rezession nun Konsolidierung Vorrang habe, sollen die Investitionen in die Infrastruktur auf hohem Niveau fortführen werden. Es werde jedoch nicht möglich sein, den Herausforderungen allein durch ausgabenerhöhende Maßnahmen zu begegnen. Mehr denn je seien innovative Lösungen gefragt. Öffentlich-Private-Partnerschaften könnten ein geeignetes Mittel sein. Aber auch im Rahmen des Haushalts räume der Bund den Infrastrukturinvestitionen weiterhin hohe Priorität ein. Das verdeutliche die seit Jahren kontinuierlich ansteigende „Investitionslinie Verkehr“: Lag sie im Jahr 2006 noch deutlich unter 9 Milliarden Euro, so stieg sie inzwischen auf über 10 Milliarden jährlich an. Damit setze die Bundesregierung weitere wichtige Akzente zur Stärkung der Verkehrsinvestitionen.
Als „drängende Infrastrukturmaßnahme“ in Oberfranken bezeichnete Koschyk dabei auch die Verwirklichung der Franken-Sachsen-Magistrale über Marktredwitz nach Nürnberg. Gemeinsam mit der IHK für Oberfranken setze er sich dafür ein, in den fortzuschreibenden Bundesverkehrswegeplan 2015/2016 die Elektrifizierung der Strecke Hof-Marktredwitz-Nürnberg im vordringlichen Bedarf sicher zu stellen und in den Investitionsrahmenplan des Bundes 2016 bis 2020 aufzunehmen. Darüber hinaus gelte es, ein klares Bekenntnis zur Elektrifizierung eines Abzweigs Schnabelwaid-Bayreuth mit einem zweiten Gleis abzugeben und diese Strecke zur besseren Bahnanbindung der Stadt Bayreuth an den Eisenbahnfernverkehr ebenfalls in den Bundesverkehrswegeplan 2015/2016 aufzunehmen. „Von einer Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale würde sicherlich auch die oberfränkische Bauindustrie profitieren“, sagte Koschyk.
Hauptgeschäftsführer Gerhard Michael Hess vom Bayerischen Bauindustrieverband betonte die Notwendigkeit von Öffentlich-Privaten-Partnerschaftsprojekten auch im Schienenbereich. Um hier Erfolg zu haben wie beim Autobahnbau müsse jedoch auch im Schienenbereich mehr Planungsrecht auf Vorrat geschaffen werden. Hierbei sollten Bund, Bayern und die Deutsche Bahn noch effektiver zusammenarbeiten. Hess betonte die Bedeutung des Ausbaus der Schieneninfrastruktur in Nordbayern. Dabei müsse jedoch das Augenmerk nicht nur auf die Elektrifizierung wichtiger Strecken wie Hof-Regensburg und Nürnberg-Bayreuth-Marktredwitz, sondern gleichermaßen auf die Ertüchtigung und den Ausbau des Eisenbahngleiskörpers gelegt werden.
Kulmbachs Oberbürgermeister Henry Schramm bezeichnete die Kommunen als die wichtigsten Investoren für die heimische, mittelständische Bauwirtschaft. Daher sei es so wichtig, wenn Bund und Freistaat die Finanzkraft der Kommunen stärken, damit diese in die kommunale Infrastruktur investieren können. Diese Infrastruktur stärke die regionale Bauwirtschaft, sie erhalte und erweitere deren Arbeitsplätze. Schramm forderte, die Standards bei kommunalen Bauvorhaben zu senken, da dann mit den vorhandenen Investitionsmitteln mehr gebaut werden könne.

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