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Bund hält an der Finanzierung von Bayreuth fest / 30 Millionen Euro: Finanzierungsvereinbarung zur Generalsanierung des Festspielhauses unterzeichnet
11. September 2013
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Es war ein historischer Augenblick im Foyer des Bayreuther Festspielhauses: Genau 141 Jahre nach der Grundsteinlegung durch Richard Wagner wurde der Startschuss für die erste umfassende Sanierung und Renovierung des Theaters auf dem Grünen Hügel in Bayreuth gegeben. Prominente Vertreter des Bundes, der Freistaates Bayern, der Regierung und des Bezirks Oberfranken, der Stadt Bayreuth und der Mäzenatenvereinigung Gesellschaft der Freunde von Bayreuth unterzeichneten am Nachmittag kurz nach 16 Uhr ein Papier, das sie alle zusammen verpflichtet, bis zu 30 Millionen Euro für die Sanierung des Hauses aufzubringen.


von links: der geschäftsführende Direktor der Festspiele Heinz-Dieter Sense, Katharina Wagner, der bayerische Kunstminister Wolfgang Heubisch, Kulturstaatsminister Bernd Neumann, Bayreuths Oberbürgermeisterin Briigitte Merk-Erbe. Dahinter stehend: der FDP-Fraktionsvorsitzende im Bayreuther Landtag Thomas Hacker und der Parlamentarische Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk.

Damit ist die Sicherheit gegeben, dass dieses Gebäude nachhaltig erhalten bleibt, freute sich Festspielchefin und Wagner Urenkelin Katharina Wagner. Für die Geschäftsführung der Festspiele sagte der neue geschäftsführende Direktor Heinz-Dieter Sense zu, schnellstmöglich einen Architekten zu organisieren, um mit der notwendigen europaweiten Ausschreibung starten zu können. „Wir haben ja hier die Besonderheit, dass wir in den Sommermonaten nicht bauen können, denn die Festspiele werden auch in den kommenden Jahren uneingeschränkt stattfinden“, so Sense.


Den Löwenanteil des Betrages wird mit bis zu zehn Millionen Euro der Bund übernehmen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der eigens für die historische Vertragsunterzeichnung nach Bayreuth geflogen war, sagte noch einmal ausdrücklich zu, dass der Bund auch in Zukunft fest zu Bayreuth und zur Mitfinanzierung der Festspiele stehen wird. Einem Ausstieg aus der Finanzierung, wie von SPD-Politikern im Bundestagswahlkampf gefordert, erteilte Neumann eine klare Absage. Kultur sei zwar grundsätzlich Ländersache, doch die Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele hätten eine derart weltweite Bedeutung, dass es die Pflicht des Bundes sei, sich zu beteiligen.
Auch der bayerische Kunstminister Wolfgang Heubisch bezeichnete die Bayreuther Festspiele als die bedeutendste Marke Deutschlands in der internationalen Opernwelt. Regierungspräsident Wilhelm Wenning, gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der Richard-Wagner-Stiftung und Vorsitzender des Stiftungsrates der Oberfrankenstiftung, sprach von einem wichtigen Meilenstein für den langfristigen Erhalt des Festspielhauses. Als Besonderheit der Finanzierungsvereinbarung wird die Oberfrankenstiftung jeweils 50 Prozent aus dem Anteil der Stadt Bayreuth und des Bezirks Oberfranken übernehmen.
Der Bezirk bekenne sich ausdrücklich zur Mitfinanzierung, sagte Bezirkstagspräsident Günther Denzler. Er stellte allerdings auch die klare Forderung auf, die Bayreuther Festspiele aufgrund ihrer nationalen und internationalen Bedeutung zu einer staatlichen Einrichtung weiterzuentwickeln. Bereits vor einigen Tagen wurde bekannt, dass der Anteil des Bezirks höchstens 2,22 Millionen Euro ausmachen soll. Die Oberfrankenstiftung würde davon bis zu 1,1 Millionen Euro übernehmen.


Mit der Finanzierungsvereinbarung sei die wesentliche Grundlage für die Sanierung geschaffen worden, so Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe. Die Mäzenatenvereinigung der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth mit weltweit rund 5000 Mitgliedern habe bereits in den zurückliegenden sechs Jahrzehnten unglaubliches für die Festspiele geleistet und werde sich auch diesmal nicht der Verpflichtung entziehen, so Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Wagner. Er sprach von einer öffentlich-privaten Partnerschaft ganz besonderer Art, denn im Gegensatz zu sonstigen privaten Finanzierungen öffentlicher Infrastrukturmaßnahmen erwarte kein Mitglied der Vereinigung je eine Rendite. „Uns geht es einzig und allein um das Werk Richard Wagners“, so Vorstandsmitglied Wagner.

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