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Bundesbeauftragter Koschyk führt in Riga Gespräche zur Situation der Minderheiten in Lettland
23. Juli 2014
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Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, hat im Rahmen der Informationsreise der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag nach Lettland in Riga Gespräche zur Situation der Minderheiten in der baltischen Republik, insbesondere auch zur Lage der deutschen Minderheit geführt. Im lettischen Außenministerium hat ihm Staatssekretär Viktors Makarovs Koschyk einen Überblick hinsichtlich der Lage der Minderheiten vermittelt. So haben die Minderheiten in Lettland nach dessen Verfassung das Recht, ihre ethnische und kulturelle Identität ebenso wie ihre Sprache zu bewahren.

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Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB im Gespräch mit dem lettischen Außenamts-Staatssekretär Viktors Makarovs und dem Kanzler der Deutschen Botschaft Riga, Ludwig Neudorfer.

Hierzu finanziert der Staat Unterricht und Schulen in 8 Minderheitensprachen: russisch, polnisch, jiddisch, ukrainisch, estnisch, litauisch, romanes und weißrussisch. Jedoch müssen an den Minderheitenschulen seit 2004 60 Prozent der Fächer in den letzten 2 Schuljahren in Lettisch unterrichtet werden. Die russischsprachige Bevölkerung Lettlands verfügt mit der Partei „Harmonie“ im lettischen Parlament über ein starkes politisches Sprachrohr (31 von 100 Sitzen). Trotz der Ukraine-Krise gestaltet sich das Zusammenleben zwischen der lettischen Mehrheitsbevölkerung und der russischsprachigen Bevölkerung relativ friedlich. Bei der jüngsten Europawahl hat die Partei „Harmonie“ Stimmenverluste hinnehmen müssen und kam nur auf 13,04 Prozent.

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Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB mit der Vorsitzenden des Verbandes der Deutschen in Lettland, Aina Balasko und dem Kanzler der Deutschen Botschaft Riga, Ludwig Neudorfer.

Bundesbeauftragter Koschyk traf in Riga auch mit der Vorsitzenden des Verbandes der Deutschen in Lettland, Aina Balaško, zusammen. Insgesamt leben nach Regierungsangaben in Lettland ca 2.800 Personen, die mit „deutsch“ als Volkszugehörigkeit registriert worden sind. Im Verband der Deutschen in Lettland (VDL) sind 13 Vereine organisiert. In diesen Vereinen sind ca. 400 Personen registriert. Der VDL gibt die Zeitschrift „Lett-landweit“ heraus. Durch die Veröffentlichung eines zweisprachigen Werkes über „Deutsche Architekten in Lettland“ hat sich der VDL in jüngster Zeit sehr um die Dokumentation des deutschen Kulturerbes im Baltikum verdient gemacht.

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Mit der Zeitschrift „Lett-landweit“ wendet sich der Verband der Deutschen in Lettland (VDL) an die Angehörigen der deutschen Minderheit im Baltikum sowie an Besucher der Region.

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Der Verband der Deutschen in Lettland (VDL) hat 2013 das umfassende zweisprachige Werk „Deutsche Architekten in Lettland“ herausgegeben.

Impressionen und Informationen zum Besuch der „Kleinen Gilde“:

Ganz mitten im Zentrum der Altstadt am Livenplatz (Līvu laukums) ragt sich das Architekturdenkmal die Kleine Gilde (Mazā ģilde). Das Gebäude ist nach den Entwürfen des hervorragenden Architekten J. D. Felsko erbaut worden. Im Grundstein des Gebäudes, der am 22. Mai 1864 gelegt wurde, befinden sich Zeitungen und ein Kalender aus der damaligen Zeit, Unterschriften aller Handwerkerältesten und der Vorsteher der Gilde sowie die Chronik der Kleinen Gilde oder der St. Johannis-Gilde.

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Besonders reichlich wurde die Innenausstattung der Kleinen Gilde im Jahr 1888, in der Zeit des langjährigen Gildenleiters Friedrich Brunstermann, ergänzt und verziert. In das Gesims der Fassade gegenüber der Meisterstraβe (Meistaru iela) wurde das Wappen der Kleinen Gilde untergebracht, Fuβböden im Flur, im Vestibl und in Treppenhäusern wurden mit der Terraco Mosaik verlegt. Die Arbeiten haben durch die Firma Johann Odorico aus Frankfurt am Main bestellte italienische Handwerker durchgeführt. In allen Fenstern wurden bunte Glasgemälde aus der Werkstatt des Künstlers A. A. Freistadtl aus Hannover eingebaut.

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Auf den Glasgemälden sind die Handwerkerältesten in der traditionellen Kleidung aus früheren Jahrhunderten dargestellt, ihre Bildnisse sind aber fotografisch genau. Im Sitzungssaal der Gildenvorsteher sind 10 Porträts der Bauhandwerkerältesten in der Berufsbekleidung und in den Fenstern des groβen Saals 25 Bildnisse der Ältesten anderer Handwerke in Festkleiden zu sehen. In den runden Glasgemäldemedaillons der Oberfenster des Sitzungssaals der Gildenvorsteher sind 10 Porträts der Wohltäter der Gilde mit entsprechenden Aufschriften und im groβen Saal 12 weitere Porträtmedaillons untergebracht. Tür- und Fensterbögen des Hauses schmücken altdeutsche Sinn- und Kernsprüche.

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1999 -2000 wurde die Kleine Gilde renoviert und restauriert. Die ganze Innen- und Auβenausstattung des Gildenhauses wurde entsprechend den Unterlagen und Fotaufnahmen des letzten Viertels des 19. Jahrhunderts restauriert.

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