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Piraterie am Horn von Afrika: „Das Übel an der Wurzel packen“ / Deutsch-chinesischer Sicherheitsdialog auf Schloss Goldkronach
24. Oktober 2011
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Die Bedrohungen für einzelne Staaten sind vor dem Hintergrund der Globalisierung viel komplexer geworden als noch vor wenigen Jahrzehnten. Pragmatische und einfache Lösungen greifen deshalb kaum noch. Darin waren sich der frühere chinesische Generalmajor Zhenqiang Pan und der ehemalige stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr Johann-Georg Dora bei einem Fachgespräch im Rahmen des deutsch-chinesischen Sicherheitsdialogs der Konrad-Adenauer-Stiftung auf Schloss Goldkronach einig. Zu Stande kam der Dialog auf Initiative des Parlamentarischen Finanzstaatssekretärs und Bayreuther Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk sowie des Direktors der Konrad-Adenauer-Stiftung in Peking Thomas Awe.

KAS chin Delegation in Goldkronach (1)

Einigkeit herrschte auch auf vielen anderen Gebieten sicherheitspolitischer Fragen, etwa bei der Bekämpfung der Piraterie am Horn von Afrika. „Wir müssen das Übel an der Wurzel packen“, sagte Generalmajor Pan, der beim „China Reform Forum“ eine führende Position einnimmt. Begleitschiffe könnten zwar Schutz bieten, viel wichtiger aber werde es sein, gegen die mangelnde wirtschaftliche Entwicklung und gegen die soziale Rückständigkeit in manchen afrikanischen Ländern vorzugehen. Erst dadurch sei das Problem der Piraterie überhaupt entstanden.

KAS chin Delegation in Goldkronach (2)

Generalmajor Dora hatte zuvor beklagt, dass die Chance vertan wurde, die chinesischen Kriegsschiffe in die Nato zu integrieren. Dies wäre eine hervorragende vertrauensbildende Maßnahme gewesen, sagte er und bedauerte, dass „unsere amerikanischen Freunde“ für eine solche Initiative wohl noch etwas Zeit benötigten. Für eine gemeinsame deutsch-chinesische Basis auf Dschibuti sprach sich indes die oberfränkische Europaabgeordnete Monika Hohlmeier, zugleich Mitglied im Ausschuss für Beziehungen zur Volksrepublik China, aus.

KAS chin Delegation in Goldkronach (3)

Eine Zusammenarbeit am Horn von Afrika wäre die große Chance, nicht vorhandenes Vertrauen in vorhandenes Vertrauen umzuwandeln, so Hohlmeier.

KAS chin Delegation in Goldkronach (4)

Der frühere stellvertretende Generalinspekteur Dora hatte der hochrangigen chinesischen Delegation zuvor die „epochale Entwicklung“ Deutschland während er zurückliegenden 20 Jahre skizziert und dabei einige Fakten zusammengetragen, die sowohl Deutschland als auch China gleichermaßen berühren. Keines der beiden Länder sei an seinen Grenzen kurz- und mittelfristig von einem Gegner bedroht, gleichwohl aber durch unberechenbare Regierungen oder Einzelpotentaten, die Massenvernichtungswaffen besitzen.
Was den internationalen Terrorismus angeht, so warnte Dora, dass auch China, genauso wie Deutschland auf Dauer kein „Hort der Glücksseligen“ bleiben werde: „Sie werden ähnliche Erfahrungen machen, wie der vielfach gescholtene Weltpolizist USA, darauf gilt es vorbereitet zu sein.“ Als weiteres Problem bezeichnete Dora den sogenannten Cyberterror, der es mit relativ geringem Aufwand möglich mache, das öffentliche oder wirtschaftliche Leben lahmzulegen oder zumindest empfindlich zu treffen.
Als eine der zentralsten Herausforderungen seines Landes bezeichnete der chinesische Generalmajor a.D. Pan den Transformationsprozess seines Landes. Eine einzelne Kraft alleine könne globale Herausforderungen wie Finanzkrise, Rohstoffsicherung, Terrorismus nicht mehr bewältigen. „Die Welt ist kleiner geworden, beziehungsweise näher zusammengerückt“, sagte Pan. Zum „business as usual“ könne niemand mehr zurück.

KAS chin Delegation in BT (1)

Die chinesische Delegation mit Mitarbeitern der Akademien für Militär-, Sozialwissenschaften und anderer wissenschaftlicher Einrichtungen hatte im Zuge ihres Deutschlandbesuches nicht nur Berlin, München und Hamburg, sondern auch das deutsch-deutsche Museum in Mödlareuth besucht. In Bayreuth nutzte die Delegation die Gelegenheit zu einem Austausch mit dem Vizepräsidenten der Universität Stefan Leible, der die vielfältigen Kontakte der Hochschule zu Universitäten in China herausstellte. Oberstes Ziel sei der wissenschaftliche Austausch zwischen den Universitäten beider Länder, sagte Leible

KAS chin Delegation in BT (2)

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