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Stiftung „Verbundenheit“ erneut mit humanitären Hilfstransport in Transkarpatien/Ukraine
30. Mai 2022
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Besuch in der Stadt Uschgorod, Oblast Transkarpatien in der Westukraine.

Seit Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine leistet die in Bayreuth ansässige Stiftung „Verbundenheit“ umfangreiche humanitäre Hilfe in der Ukraine.
Hierfür wurde die „Humanitäre Brücke Oberfranken – Transkarpatien“ ins Leben gerufen, das aufgrund der Ansiedlung der „Schönborn-Franken“ vor rund 300 Jahren in dieser westlichsten Provinz der Ukraine bis heute fortbestehende historisch-kulturelle und zivilgesellschaftliche Beziehungen geschaffen hat.

Der jetzt durch geführte Hilfstransport umfasste 2 LKWs mit ca. 70 Paletten an Lebensmitteln, Medikamenten und weiteren dringend benötigten Hilfsgütern. Es war die umfangreichste und werthaltigste Hilfsaktion der Stiftung „Verbundenheit“ seit Kriegsbeginn, die die finanziellen Ressourcen, aber auch die Einsatzkraft der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Stiftung an ihre Grenzen geführt hat.

Finanzielle Unterstützung erhielt die Stiftung „Verbundenheit“ für diesen Hilfstransport insbesondere vom Bundesverband der Vertriebenen und der Bundeslandsmannschaft der Deutschen aus Russland sowie von der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“. Auch die Spedition Wedlich in Bayreuth leistete bei der Zusammenstellung der Hilfsgüter auf deren Betriebsgelände wichtige logistische Hilfe. Der Hilfstransport selbst wurde von der Spedition Rhein-Main Frachtenkontor GmbH aus Rödermark durchgeführt, welche die Hilfsgüter direkt nach Uschgorod, der Hauptstadt Transkarpatien ins dortige Verteilerzentrum für humanitäre Hilfsgüter durchführte. Die Region Transkarpatien mit 1 Millionen Einwohnern beherbergt seit dem Ausbruch des Krieges 400.000 Flüchtlinge. Alleine Uschgorod mit 130.000 Einwohnern versorgt derzeitig 50.000, Mukatschewo mit 85.000 Einwohnern derzeitig 40.00 Flüchtlinge.

Auch diese Hilfstransport wurde wiederum von der Stiftung „Verbundenheit“ persönlich durch ihren Stiftungsratsvorsitzenden Hartmut Koschyk, ihrem Geschäftsführer Sebastian Machnitzke, dem Projektleiter für die „Humanitäre Brücke Oberfranken – Transkarpatien“, Dr. Marco Just Quiles, und die Länderreferentin für die Ukraine, Alexandra Litschagina begleitet. Von Seiten des Bundes Vertriebenen waren dessen Präsident Prof. Dr. Bernd Fabritius und von Seiten der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland deren Bundesvorsitzender Dr. Johann Thiesen vertreten. Auch der Vorsitzende des Rates der Deutschen in der Ukraine, Wladimir Leysle, nahm an dem Besuch der deutschen Delegation in der Ukraine teil.

Besuch in der Stadt Mukatschewo, Oblast Transkarpatien in der Westukraine

Erste Station des Humanitären Hilfstransports war die Stadt Mukatschewo in Transkarpatien, wo die dort lebenden deutsche Minderheit unter ihrer Vorsitzenden Julia Taips ein maßgeblicher Akteur der Humanitären Hilfe ist. So ist das Vereinshaus der deutschen Minderheit in der Stadtmitte von Mukatschewo zu einem Verteilerzentrum für Hilfsgüter an die in der Stadt aufgenommenen Kriegsflüchtlinge geworden. Trotzdem führt die deutsche Minderheit daneben ihrer Kultur- und Spracharbeit unvermindert fort. Julia Taips gehört auch dem Stadtrat von Mukatschewo an. Von daher stand auch ein Besuch im historischen Rathaus und ein Meinungsaustausch mit weiteren Kommunalpolitikern über die humanitäre Lage in der Region an.

Ein wichtiger Einsatzort für die humanitäre Hilfe der Stiftung „Verbundenheit“ in Mukatschewo ist das für ganz Transkarpatien zuständige Kinderkrankenhaus, dessen anstehende und dringend notwendige Sanierung durch den Krieg jetzt erstmal ausgesetzt ist. Hier besuchte die Delegation die Krebsstation und die Frühgeborenen-Station, wo der dramatische Unterstützungsbedarf den Besuchern aus Deutschland eindrücklich vor Augen geführt wurde.

Besuch des Kinderkrankenhauses der Stadt Mukatschewo in der Westukraine.

Im Humanitären Verteilerzentrum in Uschgorod wurden dann die zwei LKWs mit rund 70 Paletten an Hilfsgütern entladen und offiziell an die Vertreter der Stadt Uschgorod sowie die ehrenamtlichen Verantwortlichen für die Humanitäre Hilfe in der Stadt übergeben, mit den die Stiftung „Verbundenheit“, auch durch ihren Mitarbeiter vor Ort Alexander Chabanow, im ständigen Austausch steht.

Zum Abschluss des Besuches in Uschgorod fand ein ausführlicher Meinungsaustausch mit Bürgermeister Bohdan Andriyiv, weiteren Stadträten und Mitarbeitern der Verwaltung und ehrenamtlichen Helfern statt, an der auch Lene Dej vom Studio Transkarpatien des Ukrainischen Fernsehens teilnahm, die kontinuierlich über die „Humanitäre Brücke Oberfranken – Transkarpatien“ in den ukrainischen Medien berichtet. Bürgermeister Andriyiv dankte der Stiftung „Verbundenheit“, dass ihre Unterstützung „keine Eintagsfliege“ sei, sondern dass man seit Kriegsbeginn kontinuierlich humanitäre Hilfe leiste und immer wieder persönlich vor Ort kommen und damit auch mitmenschliche Empathie zeige.

Wie angespannt die Sicherheitssituation auch in der Westukraine ist zeigte sich dadurch, dass bei der Abreise der deutschen Besucher aus Uschgorod in die benachbarte Slowakei ein allgemeiner Luftalarm auch für Uschgorod ausgelöst wurde.

Die Stiftung „Verbundenheit“ wird ihre humanitäre Unterstützung für Transkarpatien fortsetzen, wobei jetzt ein Schwerpunkt in der medizinischen Hilfe für die Krankenhäuser in Uschgorod und das Kinderkrankenhaus in Mukatschewo liegen wird.

Daneben wird die Stiftung aber auch erste Kulturprojekte in Transkarpatien durchführen.

So wird im Rahmen des Natur-Kunst-Projektes „beedabei“ der Nürnberger Künstler Gisela Bartulec und Peter Kalb am 8. Juni ein „beedabei“-Kunstwerk in Uschgorod mit 100 gelben „beedabei“-Blumenkästen inmitten von Uschgorod installiert, dass mit heimischen insektenfreundlichen Blumen bepflanzt wird und als Symbol die Verbundenheit der EU mit der Ukraine darstellen soll. Die Blumenkästen werden dann an die Bürger Uschgorods als Zeichen der europäischen Verbundenheit und Solidarität verteilt werden. Die Blumenkästen werden anschließend im Internet virtuell-symbolisch für eine Spende zugunsten der „Humanitären Brücke Oberfranken – Transkarpatien“ „verkauft“. (siehe: https://www.stiftung-verbundenheit.de/de/blog/meldungen/Beedabei-Bruecke-Verbundenheit-Ukraine.php).

Im Juli werden 15 Musikerinnen der Philharmonie Uschgorod mit Unterstützung der Stiftung „Verbundenheit“ nach Bayreuth kommen, um dort bei Konzerten des Zamirchors gemeinsam mit Musikern aus Israel, den USA und Deutschland in Bayreuth, Bamberg und Halle mitzuwirken. Diese Aktion soll ebenfalls ein Symbol der kulturellen-künstlerischen Verbundenheit zwischen Oberfranken und Transkarpatien sein.

Die Stiftung „Verbundenheit“ dankt für die Vorbereitung und Durchführung dieses umfangreichen Hilfstransports nach Transkarpatien folgenden Persönlichkeiten, Unternehmen und Institutionen:

– Bundesverband der Vertriebenen (BdV)
– Bundeslandsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmdR)
– Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“
– Spedition Wedlich
– Spedition Rhein-Main Frachtenkontor GmbH
– Nicolai Teufel, Universität Bayreuth
– Dr. Bernhard Biersack, Universität Bayreuth
– Thomas Busch, Omnibus-Autovermietung Busch
– Dr. Jens Landwehr, Rathaus Apotheke Bayreuth
Edeka Food Service Bindlach
– Katrin Lang
– Bernd Matusche, Hacker Metallbau
– Arvena Kongress Hotel Bayreuth

Spenden für die weiteren Hilfsmaßnahmen der Stiftung Verbundenheit sind auf folgende Bankverbindungen erbeten:

Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland

VR-Bank Bayreuth-Hof  IBAN: DE59 7806 0896 0506 0214 50, BIC: GENODEF1HO1

Sparkasse Bayreuth:      IBAN: DE31 7735 0110 0038 1102 35, BIC: BYLADEM1SBT

Stichwort: Hilfe für die Ukraine

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Florian Schmelzer

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