International
Koschyk besucht deutsche Politische Stiftungen und Goethe-Institut in der Demokratischen Republik Kongo
15. Februar 2016
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Besuch bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kinshasa: Ralf Nickoleit, Militärattachéstab Deutsche Botschaft Kinshasa, Professor Pamphile Mabiala Mantuba Ngoma, Koordinator der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kinshasa, Dr. Jan Cernicky, Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kinshasa sowie Mitarbeiterinnen des Auslandsbüros

Im Rahmen seiner Reservistendienstleistung im Militärattachéstab der Deutschen Botschaft in Kinshasa hat sich der Bayreuth-Forchheimer Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk mit Vertretern der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Hanns-Seidel-Stiftung und des Goethe-Instituts über deren Projektarbeit in der Demokratischen Republik Kongo ausgetauscht.

Der Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Demokratischen Republik Kongo, Dr. Jan Cernicky und Prof. Dr. Mabiala Mantuba-Ngoma, Nationaler Koordinator und Professor für Ethnologie an der Universität Kinshasa, informierten Koschyk darüber, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung seit 1967 im Kongo aktiv ist. Die politischen Unruhen Anfang der 90er Jahre führten jedoch zu einer vorübergehenden Schließung des Auslandsbüros und zur Reduzierung der Aktivitäten auf Maßnahmen im Rahmen der Partnerschaft mit der Katholischen Universität von Kinshasa. Erst 1996 eröffnete die Konrad-Adenauer-Stiftung erneut ein von lokalen Mitarbeitern betreutes Büro. Seit 2002 wird dieses Büro von einem Entsandten der Konrad-Adenauer-Stiftung geführt. Gegenwärtig gliedert sich der Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung in zwei Bereiche. Bildungsveranstaltungen zu den Themen: Förderung von Demokratie und Rechtstaatlichkeit; Förderung der Dezentralisierung und kommunaler Selbstverwaltung; Partizipation der Zivilgesellschaft sowie Soziale Marktwirtschaft und Ordnungspolitik. Im Rahmen der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung führt das Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in der der Demokratischen Republik Kongo Maßnahmen zur Information und Stärkung von Akteuren aus der Zivilgesellschaft und der lokalen Politik durch, welche Einfluss auf die Ausarbeitung der neuen Armutsbekämpfungsstrategie der Demokratischen Republik Kongo nehmen können. Begleitet wurde Koschyk bei seinem Besuch in der Konrad-Adenauer-Stiftung von Ralf Nickoleit, der im Militärattachéstab an der Deutschen Botschaft in Kinshasa tätig ist.

Weitere Informationen auf der Internetseite der Konrad-Adenauer-Stiftung finden Sie hier.

DSC06335 (1024x680)Frank Gollwitzer, Repräsentant der Hanns-Seidel-Stiftung in der Demokratischen Republik Kongo, Hartmut Koschyk, Konstantin Wittek, Projektkoordinator der Hanns-Seidel-Stiftung in der Demokratischen Republik Kongo, Franck Bisiaux, Projektleiter der Hanns-Seidel-Stiftung in der Demokratischen Republik Kongo, Ralf Nickoleit, Militärattachéstab Deutsche Botschaft Kinshasa

Gemeinsam mit Frank Gollwitzer, Repräsentant der Hanns-Seidel-Stiftung in der Demokratischen Republik Kongo, Konstantin Wittek, Projektkoordinator der Hanns-Seidel-Stiftung, Franck Bisiaux, Projektleiter der Hanns-Seidel-Stiftung und Ralf Nickoleit, Militärattachéstab der Deutschen Botschaft Kinshasa, besuchte Koschyk das Projekt NTSIO der Hanns-Seidel-Stiftung. Im Projekt NTSIO werden auf dem „Plateau Bateke“ ca. 10.000 ha von 400 Familien aufgeforstet und bewirtschaftet, die sowohl technisch als auch theoretisch betreut werden. Insbesondere wird dabei Wert gelegt auf die nachhaltige Etablierung kommunaler Strukturen.DSC06405 (1024x577)

Das HSS-Team im Projekt Ntsio, in der Mitte Projektplaner David Fabre

Die Hanns-Seidel-Stiftung führt derzeit zwei EU-teilfinanzierte Aufforstungsprojekte aus. Ziel beider Projekte ist die Akazienaufforstung durch lokale Landwirte in ihren Dörfern. Dadurch wird der sandige Savannenboden für die Landwirtschaft nutzbarer gemacht und der Anreiz wird verringert, die natürlichen Wälder zur Gewinnung von Holzkohle abzuholzen. Somit wird ein Beitrag zur Produktion von Nahrungsmitteln, aber auch zum Umweltschutz geleistet. Im Rahmen des Projektes Bandundu werden in der gleichnamigen Provinz langfristig ca. 3.500 ha Savanne in 35 Dörfern aufgeforstet.

DSC06375 (614x1024)Auch Öl-Palmen werden im HSS-Projekt in Ntsio angepflanzt

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Jeder Farmer hat seine eigene kleine Baumschule mit Akazien-Setzlingen
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Ein Haus für einer Bauern-Familie im HSS-Projekt in Ntsio
DSC06357 (680x1024)Eine junge Maniok-Pflanze
DSC06358 (1024x680)Auch Ananas-Pflanzen gedeihen auf dem brandgerodeten Akazien-Feld

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Ein Meiler wird zur Herstellung von Holzkohle aus Akazienholz aufgeschichtet
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Neben den verbrannten Akazien-Baumstümpfen Gedeihen junge Akazien, Maniok und Mais
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Einer der Wassertanks des HSS-Projektes in Ntsio
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Der mit Sonnenenergie betriebene Generator für den Wasserbrunnen des HSS-Projektes in Ntsio
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Ein Bauer des HSS-Projektes in Ntsio mit seinen sieben Kindern
DSC06369 (599x640)Wasserleitung auf einer Farm im HSS-Projekt Ntsio

Bereits seit Anfang der 1980er-Jahre ist die Hanns-Seidel-Stiftung in der Demokratischen Republik Kongo im Bereich der ländlichen Entwicklung aktiv. Ab Oktober 2004 führte sie in Kooperation mit der EU in der Region Mampu, ca. 180 km östlich von Kinshasa, ein Aufforstungsprojekt durch, wobei auf Grundlage der vorherigen Projektarbeit erstmalig die landwirtschaftliche Nutzung des Akazienwaldes großflächig organisiert und intensiviert wurde. Ziel war es, das Lebensniveau der örtlichen Bevölkerung zu verbessern und gleichzeitig ein Beitrag zur Nahrungsmittelversorgung für die Millionenstadt Kinshasa zu leisten. Zu Beginn des Projekts wurden 248 Familien in dem etwa 6500 ha großen Akazienwald angesiedelt. Jeder Siedler erhielt ein kleines Haus und eine 25 ha große Parzelle zur agroforstwirtschaftlichen Bearbeitung in dem Waldgebiet.

DSC06329 (1024x810)Ein mit Maniok vollbeladener LKW bricht von Mampu in die Hauptstadt Kinshasa auf

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Stolz präsentiert der Präsident der Bauern-Vereinigung im HSS-Projekt Mampu einen Holzkohle-Ofen, der erheblich weniger Holzkohle verbraucht als die bisher gebräuchlichen Öfen
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Akazien-Allee im HSS-Projekt Mampu
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Grundschule im HSS-Projekt in Mampu

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Die Hanns-Seidel-Stiftung ist in der Demokratischen Republik Kongo seit 36 Jahren ununterbrochen aktiv. Dabei wird die Projektarbeit fortlaufend der Entwicklung und den Bedürfnissen des Landes angepasst. Die Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung in der Demokratischen Republik KongoKongo ist sehr vielschichtig und umfangreich, doch zieht sich der Grundgedanke einer demokratischen Entwicklung unter Beteiligung und Verantwortung der Zivilgesellschaft durch alle Projekte wie ein roter Faden.

Weiterführende Informationen auf der Internetseite der Hanns-Seidel-Stiftung finden Sie hier.

Einen weiteren Artikel finden Sie hier.

Informationen zum Agroforstwirtschaftsprojekt Mampu finden Sie hier.

goethe

Neben seinem Besuch bei der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Hanns-Seidel-Stiftung tauschte sich Koschyk auch mit der Leiterin des Goethe-Instituts in der Demokratischen Republik Kongo, Frau Gitte Zschoch, aus. 1991 musste das Goethe-Institut in der Demokratischen Republik Kongo seine Arbeit infolge von politischen Unruhen einstellen. Am 19. Februar 2015 eröffneten Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der kongolesische Kulturminister Baudouin Banza Mukalay und der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann das Verbindungsbüro des Goethe-Instituts in Kinshasa wieder. Anlässlich der Eröffnung sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier: „Mit dem neuen Verbindungsbüro des Goethe-Instituts in Kinshasa setzen wir ein sichtbares Zeichen für den Ausbau der gesellschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und der Demokratischen Republik Kongo. In der Region Subsahara-Afrika ist die Demokratische Republik Kongo ein Schlüsselland mit enormem Potential. Deshalb ist es wichtig, dass wir über die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen hinaus verstärkt den kulturellen Austausch suchen. Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ermöglicht genau dies: Den Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen, kulturelle Teilhabe und damit gegenseitiges Verstehen, Verständnis und Verständigung.“

Weiterführende Informationen auf der Internetseite des Goethe-Instituts finden Sie hier.

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