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Koschyk führt in Baracoa Gespräche mit Stadthistoriker Alejandro Hartmann Matos und Direktor Dr. Alberto Garcia vom Alexander von Humboldt-Nationalpark
20. März 2017
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Gemeinsam mit Frau Rosemarie Liekfeldt von der deutschen Botschaft, die zugleich Präsidenten des bereits 1862 gegründeten deutschen Vereins ist, tauschte sich Koschyk mit dem Stadthistoriker von Baracoa, Alejandro Hartmann Matos, aus

Der Bayreuth-Forchheimer Bundestagsabgeordnete, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk, hat sich im Rahmen seines Besuches in Kuba im Osten des Landes die Stadt Baracoa besucht, unweit des Alexander von Humboldt-Nationalparks (Parque Nacional Alejandro de Humboldt). Alexander von Humboldt hat die historisch gewachsenen Beziehungen zwischen Kuba und Deutschland entscheidend geprägt. So bereiste der Naturforscher und Universalgelehrte Alexander von Humboldt in den Jahren 1800/1801 Kuba. An diesen Aufenthalt Humboldts in Kuba erinnert ein eindrucksvoller Reisebericht, der 1826 in Paris erschienen ist. Der Humboldt-Nationalpark, der nur schwer zugänglich ist, konnte aufgrund vorangegangener starker Regenfälle und durch den Hurrikan „Matthew“ verursachter Schäden nicht besucht werden. So wurde u. a. eine Brücke, über die der Nationalpark von Baracoa aus erreicht werden kann, zerstört.

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Gemeinsam mit Frau Rosemarie Liekfeldt von der deutschen Botschaft, die zugleich Präsidenten des bereits 1862 gegründeten deutschen Vereins ist, tauschte sich Koschyk mit dem Stadthistoriker von Baracoa, Alejandro Hartmann Matos, aus. Alejandro Hartmann Matos, dessen Vorfahren aus Freiburg im Breisgau stammen, ist Vizepräsident der Nationalen Kulturstätten Kubas und Stellvertreter des weltweit anerkannten kubanischen Stadthistorikers Dr. Eusebio Leal Spengler aus Havanna. Alejandro Hartmann Matos berichtete Koschyk, dass er gegenwärtig ein Buch über deutsche Spuren auf Kuba verfasst. So ist auf Empfehlung des Universalgelehrten Alexander von Humboldt, der in den Jahren 1800/1801 Kuba erforschte, auch der deutsche Zoologe Johann Christopher Gundlach (1810 – 1896) nach Kuba gekommen, der viel in Baracoa arbeitete. Seine Forschungsschwerpunkte waren die Ornithologie und die Entomologie. Er schrieb aber auch über Säugetiere, Weichtiere, Reptilien und Amphibien. Vor dem Humboldt-Haus in Havanna, gegenüber der Humboldt-Büste, erinnert ein Denkmal an Johann Christopher Gundlach. Weitere deutsche Forscher, die Kuba bereisten und in Baracoa arbeiteten, waren u.a. der Botaniker Johann Bisse (1935–1984), der den kubanischen nationalen botanischen Garten in Havanna gründete und der Forscher Friedrich Bremen, der den Fluss Toa, den wasserreichsten Fluss Kubas, beschrieb.

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Christoph Kolumbus soll auf seiner ersten Entdeckungsreise kubanischen Boden bei Baracoa betreten haben

Auch berichtetet Alejandro Hartmann Matos über die Geschichte von Baracoa. Der spanische Eroberer und erste Gouverneur von Kuba, Diego Velázquez, gründete im Jahre 1511 die Stadt Baracoa an eben jener Stelle, an der laut Überlieferung Christoph Kolumbus auf seiner ersten Entdeckungsreise kubanischen Boden betrat. Dies macht Baracoa zur ältesten spanischen Siedlung auf der Insel. Die historische Altstadt weist einen Stilmix aus klassizistischen Gebäuden mit starken französischen Einflüssen auf. Das unterscheidet Baracoa von vielen im Kolonialstil erbauten Städten Kubas. Als erste Stadt auf Kuba wurde Baracoa sogleich Hauptstadt. Schnell erwies sich die abgeschiedene Lage jedoch als hinderlich für die spanischen Eroberer. Schon 1515 verlegte Velázquez seinen Wohnsitz nach Santiago de Cuba und Baracoa verlor ihren Hauptstadtstatus.

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Die Kirche „Catedral Nuestra Señora de la Asunción“ ist eines der ältesten Gebäude der Insel. Sie wurde am Tag der Gründung der Stadt geweiht. 1833 wurde das Gebäude komplett restauriert.

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Das Kreuz „Cruz de la Parra“, welches Christoph Kolumbus an der Stelle des jetzigen Hafens errichtete, ist heute in der „Catedral Nuestra Señora de la Asunción“ zu besichtigen. Es soll sich dabei um das Originalkreuz handeln. Lange Zeit galt es als verschollen, bis es unter einem Weinstock wiedergefunden wurde. Die Ecken des Kreuzes sind heute mit Metallbeschlägen versehen, da die Gläubigen einzelne Schiefer aus dem Holzkreuz herauszogen und als private Reliquien verehrten. Die Kirche ist nicht regelmäßig geöffnet, kann jedoch nach Vereinbarung mit dem Küster besichtigt werden.

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Schon von weitem sieht man den Tafelberg El Yunque (spanisch für: „der Amboss“). Der 575 m hohe Kalksteinfelsen ist wie die Umgebung mit reichhaltiger Vegetation überzogen. Den einst ansässigen Taino-Indianern war der Berg heilig. Spanischen Seefahrern diente er aufgrund seiner markanten Formation stets als Orientierungshilfe.

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Gemeinsam mit Porfilio Correa Lopez, Direktor Dr. Alberto Garcia und Rosemarie Liekfeldt

In Baracoa tauschte sich Koschyk gemeinsam mit Rosemarie Liekfeldt von der deutschen Botschaft auch mit Direktor Dr. Alberto Garcia vom Alexander von Humboldt-Nationalpark (Parque Nacional Alejandro de Humboldt) aus, der aus Santo Clara stammt und der 1985 in Forstwissenschaften an der Universität Dresden- Tharandt promovierte. Am Gespräch nahm auch der Geologe und Assistent des Direkors, Porfilio Correa Lopez, teil.

Dr. Alberto Garcia berichtete Koschyk über die großen Schäden die vorangegangene starke Regenfälle und der Hurrikan „Matthew“ verursachten und die es zurzeit unmöglich machen, den Humboldt-Nationalpark zu besichtigen. Der Nationalpark ist aufgrund seiner landschaftlichen Diversität und der Vielzahl an endemischen Arten in Flora und Fauna eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete der Welt.

Humboldt-Kuba (1024x576)Im Jahr 2001 wurde das biologisch einzigartige Gebiet vom World Heritage Committee zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Ziel des Parks ist es, die Pflanzen- und Tierwelt Ostkubas zu erhalten. Die Artenvielfalt gehört mit geschätzten 1.800 bis 2.000 Arten zu der größten weltweit, sie ist beispielsweise deutlich größer als die der Galápagos-Inseln. Der Nationalpark gilt als wichtigstes biologisches Refugium der Karibik. Der Nationalpark erstreckt sich über weite Teile der Provinzen Holguín und Guantánamo und umfasst sowohl terrestrische als auch marine Gebiete. Er erstreckt sich über eine Länge von 50 km in den Sagua-Baracoa Bergen, 30 km nordöstlich der Stadt Guantánamo. Im Norden wird er vom Atlantik begrenzt, im Osten durch den Río Nibujón, im Süden durch den Río Jiguaní und im Westen durch den Río Cupey. Auf dem Gebiet des Nationalparks befindet sich die Sagua-Baracoa-Gruppe, einer der ältesten Gebirgszüge Kubas, der in der späten Kreidezeit bzw. im frühen Tertiär entstanden ist. Der Gebirgszug besteht im Wesentlichen aus Resten der vor 40 Millionen Jahren gehobenen ozeanischen Kruste. Das Territorium des Nationalparks ist ein wichtiges Rückzugsgebiet für zahlreiche gefährdete Vertreter der kubanischen Fauna. Bedeutend ist die Vielzahl an Wirbel- und wirbellosen Tieren. Durch seine hohe Biodiversität und die zahlreichen endemischen Arten ist der Nationalpark prädestiniert für Forschungszwecke. An der „Bahía de Taco“ ( „Taco-Bucht“) liegt das Besucherzentrum des Nationalparks in der Nähe der Stadt Baracoa.

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