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Basil Kerski, Direktor des Europäischen Zentrums der Solidarność (Europejskie Centrum Solidarności) und Chefredakteur des deutsch-polnischen Magazins DIALOG, im Gespräch mit „Christdemokratischen Gesprächskreis Polen“
15. Februar 2017
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Kerski HP

Jakob Wöllenstein, Länderreferent für Ost- und Mitteleuropa bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, Bundesbeaauftragter Hartmut Koschyk MdB, Basil Kerski, Direktor des Europäischen Zentrums der Solidarność (Europejskie Centrum Solidarności) und Chefredakteur des deutsch-polnischen Magazins DIALOG und der stv. Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages und Vorsitzende des „Christdemokratischen Gesprächskreises Polen“, Dr. Stefan Heck MdB

Seit Januar vergangenen Jahres gibt es einen „Christdemokratischen Gesprächskreis Polen“, dem Bundestagabgeordnete der CDU/CSU-Fraktion angehören und der in Kooperation mit der Konrad Adenauer Stiftung regelmäßig Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft aus dem Nachbarland einlädt. Vorsitzender ist der stv. Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages, Dr. Stefan Heck MdB. Für die Konrad-Adenauer-Stiftung trägt der Länderreferent für Ost- und Mitteleuropa, Jakob Wöllenstein, federführend Verantwortung.

Gesprächspartner der jüngsten Sitzung, an der auch der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, teilnahm, war Basil Kerski, Direktor des Europäischen Zentrums der Solidarność (Europejskie Centrum Solidarności). Bundesbeauftragten Koschyk verbindet mit Direktor Kerski eine jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit, u.a. im Rahmen der Arbeit des Bundesverbandes Deutsch-Polnischer Gesellschaften und des deutsch-polnischen Magazins DIALOG, dessen Chefredakteur Kerski ist.

Im Januar dieses Jahres führte Koschyk ein Interview mit dem deutsch-polnischen Magazin DIALOG, wo er Antworten zu aktuellen Fragen der Minderheitenpolitik gab.

Zum Interview mit Bundesbeauftragten Koschyk gelangen Sie hier.

Im Juni vergangenen Jahres konnte sich Koschyk zudem bei einem gemeinsamen Besuch mit der deutschen Generalkonsulin, Staatsministerin a.D. Cornelia Pieper, und dem VdG-Vorsitzenden Bernard Gaida ein Bild von der hervorragenden Arbeit des Europäischen Zentrums der Solidarność machen, das dafür Sorge trägt, dass der historische Verdienst der Gewerkschaft Solidarność unter dessen Vorsitzenden und späteren Staatspräsidenten Lech Walesa nicht vergessen wird.

Im Mittelpunkt des Gespräches mit den Mitgliedern des „Christdemokratischen Gesprächskreises Polen“ und Direktor Kerski stand die innenpolitische Lage in Polen und der zurückliegende erfolgreiche Besuch von Bundeskanzlerin Merkel, wo diese fruchtbare Gespräche mit der polnischen Ministerpräsidentin Beata Szydło, dem Vorsitzenden der polnischen Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski und weiteren Regierungsvertretern, aber auch mit Vertretern der Europäischen Volkspartei (EVP) angehörenden Oppositionsparteien sowie mit Vertretern der Deutschen Minderheit geführt hat. An dem Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Merkel und Vertretern der Deutschen Minderheit hatte der polnische Sejmabgeordnete aus der Deutschen Minderheit, Ryszard Galla, der Vorsitzende des Verbandes der Sozial-Kulturellen Gesellschaften der Deutschen in Polen und Sprecher der AGDM, Bernard Gaida und der Vorsitzende der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien, Rafał Bartek teilgenommen.

Weitere Gesprächspunkte waren die Rolle Polens und Deutschlands in einem sich verändernden Europa, insbesondere nach dem bevorstehenden Ausscheiden Großbritanniens aus der EU (Brexit), und in der Welt, insbesondere im Hinblick auf die neue US-Administration unter Präsident Trump.

Direktor Kerski berichtete auch über die Arbeit des Europäischen Zentrums der Solidarność. Dabei würdigten die Gesprächsteilnehmer, dass die Dauerausstellung des 2014 gegründeten Zentrums auch den Zusammenhang zwischen polnischer Solidarność-Bewegung und den Bürgerrechts- und Demokratiebewegungen in ganz Mittel- und Ost- Europa, und in den Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR aufgezeigt. Gerade der „Runde Tisch“ in Polen war schließlich Vorbild für den „Runden Tisch“ in der ehemaligen DDR gewesen, der zu den ersten freien Volkskammerwahlen im März 1990 geführt hat.

Gemeinsam stimmte man überein, dass gerade die gemeinsamen demokratischen Ideale, die in Polen mit der Solidarność-Bewegung ihren Anfang nahm und die gemeinsame wechselseitige deutsch-polnische Geschichte dazu verpflichtet, gemeinsame Antworten auf die Herausforderungen in Europa und der Welt zu finden.

Hintergrund: Europäisches Zentrum der Solidarność / Deutsch-Polnisches Magazin DIALOG

Kernstück des im Jahr 2014 gegründeten Europäischen Zentrums der Solidarność ist eine moderne Ausstellung, wo in sechs Stationen die Geschichte vom Untergang des Kommunismus in Polen und dem gesamten Ostblock beleuchtet wird. Die Station „Geburt der Solidarnosc“ erzählt von den Anfängen der oppositionellen Arbeit rund um die Streiks von 1980 bis zur Gründung der ersten freien Gewerkschaft in der Volksrepublik Polen. Eine weitere Station stellt den Alltag in Volkspolen dar. Nachgezeichnet wird zudem die Entwicklung von dem 1981 verhängten Kriegszustand bis zu den ersten freien Wahlen im Jahr 1989. Am Ende der Ausstellung befindet sich ein Raum der Stille. Er ist dem polnischen Papst Johannes Paul II. gewidmet, dessen Wirken den Umbruch in Polen förderte. Die Ausstellung stellt die Solidarnosc in einen gesamteuropäischen Kontext und klärt auch über vergleichbare Bewegungen in anderen ehemaligen Ostblockstaaten auf.

Zur Internetseite des Europäischen Zentrums der Solidarność gelangen Sie hier

Das Deutsch-Polnische Magazin DIALOG ist eine zweisprachige Zeitschrift, die sich seit über 25 Jahren mit der Entwicklung der Beziehungen zwischen Deutschland und Polen befasst. Die im DIALOG veröffentlichten Beiträge beschränken sich nicht auf die deutsch-polnische Perspektive. Die bilateralen Themen werden in einen breiteren Kontext der politischen und kulturellen Umgestaltung Europas integriert. In den letzten Jahren hat die Zeitschrift auch Themenschwerpunkte zu der östlichen Nachbarschaft der EU veröffentlicht, darunter zu den polnisch-russischen und polnisch-ukrainischen Beziehungen.

Zur Internetseite der Zeitschrift DIALOG gelangen Sie hier.

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