Allgemein Für die Region
Energie- und Umweltpolitiker Josef Göppel MdB bezeichnete die erneuerbare Energie als die große Chance für den ländlichen Raum
16. Februar 2012
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Energieumstieg

Der Bayreuther CSU-Fraktionsvorsitzende Stefan Specht, Landrat Hermann Hübner, der Energie- und Umweltpolitiker Josef Göppel MdB, CSU-Kreisschatzmeisterin Sabine Habla, Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk MdB, der 2. Bayreuther Bürgermeister Thomas Ebersberger und der stellv. CSU-Kreisvorsitzende Günter Dörfler

Bayreuth. Wenn in den zurückliegenden Jahren vom ländlichen Raum die Rede war, dann wurde er oft gleichgesetzt mit ausblutenden Regionen, wenn nicht mit den Armenhäusern des Landes. „Das wird sich schon bald ändern“, ist sich der Bundestagsabgeordnete Josef Göppel aus Ansbach sicher.

„Der Umstieg in der Energieversorgung hat ein ländliches Gesicht“, sagte Göppel am Mittwochabend bei einer gemeinsamen Veranstaltung der CSU Stadt und Land in Bayreuth. Durch die alternativen Energien werde der ländliche Raum erstmals wieder eine grundsätzliche wirtschaftliche Belebung erfahren, deren Wertschöpfung der Umwelt- und Energiepolitiker auf bundesweit 26 Milliarden Euro pro Jahr bezifferte. Schon heute seien bei rund 53 Prozent der bundesweit rund 22000 Windkraftanlagen, über 7000 Biogasanlagen und etwa einer Million Photovoltaikanlagen Privatpersonen und Landwirte die Investoren.

Erneuerbare Energien würden Arbeitsplätze im Handwerk und im Mittelstand schaffen, Einkommen, Gewinne, Pachteinnahmen und die kommunalen Steuereinnahmen würden den Menschen vor Ort zu Gute kommen. „Die Anlagen zur Erzeugung erneuerbaren Energien befinden sich in der Hand von kleinen Leuten“, sagte Göppel. Diese Form von breitgestreutem Eigentum sei nicht nur ein wichtiger sozialer Aspekt, sondern sorge letztlich auch für mehr Versorgungssicherheit.

In den Mittelpunkt seines Plädoyers für die erneuerbaren Energie stellte der Parlamentarier die Windkraft. Oberfranken sollte etwas daraus machen, denn von allen sieben bayerischen Regierungsbezirken habe Oberfranken die besten Voraussetzungen dafür. Noch immer habe die Windkraft vor Ort großes Potenzial, sie sei am schnellsten zu erschließen und sorge etwa im Gegensatz zu Biogasanlagen für eine abwärmefreie Stromerzeugung.

Nach den Worten des Parlamentarischen Staatssekretärs und Bayreuther Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk haben Stadt und Landkreis Bayreuth im Bereich der erneuerbaren Energien längst eine Vorbildfunktion eingenommen. Lange vor Fukushima habe sich der Landkreis entschlossen, die Therme Obernsees mit Biomasse zu beheizen. Die Tank- und Rastanlage Pegnitz sei die erste dieser Art in Deutschland gewesen, die ebenfalls mit Hilfe der Biomasse ihre Wärmeversorgung erfahre.

Koschyk rief auch dazu auf, nicht mehr über das „ob“, sondern nur noch über das „wie“ zu diskutieren. Der Atomausstieg sei beschlossene Sache, die entsprechenden Beschlüsse seien demokratischer und auf breiter Grundlage erfolgt. Nun sollte man besser über die Chancen des Energieumstiegs sprechen und dafür sorgen, dass der ländliche Raum wirklich etwas davon hat.

Oberbürgermeister Michael Hohl hatte eingangs der Kritik widersprochen, dass die Stadt angeblich zu wenig unternehmen, um den Atomausstieg umzusetzen. Die Stadt habe schon vor Fukushima zu 50 Prozent Energie aus alternativen Energiequellen bezogen, sagte Hohl.

Zur Berichterstattung im Nordbayerischen Kurier gelangen Sie hier.

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