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Finanzstaatssekretär Koschyk: „Märtyrer von Tokwon dürfen nicht vergessen werden“
24. Oktober 2013
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Finanzstaatssekretär Koschyk gemeinsam mit Prof. Johannes Mahr, der intensive Forschungen zum Wirken der Missionsbenediktiner in Korea betreibt

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen und Bayreuther Bundestagsabgeordnete, Hartmut Koschyk, hat sich in Berlin mit Prof. Johannes Mahr, der am Institut für Deutsche Philologie der Universität Würzburg lehrt und intensive Forschungen zum Wirken der Missionsbenediktiner in Korea betreibt, zu einem Meinungsaustausch getroffen. Koschyk ist deutscher Ko-Vorsitzender des bilateralen Deutsch-Koreanischen Forums, war langjähriger Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag und gilt weithin als anerkannter Korea-Experte.

Herr Prof. Mahr hat bereits mehrfach die Abteien der Benediktiner in China und Südkorea besucht. Sein dreibändiges 2000 Seiten umfassendes Werk „Aufgehobene Häuser. Missionsbenediktiner in Ostasien“, das auch in die koreanische Sprache übersetzt wurde, ist für die Wissenschaft ein unverzichtbares Standartwerk zur hundertjährigen Geschichte der Missionsbenediktiner in Korea und China. Des Weiteren verfasste Prof. Mahr das Buch „Die Märtyrer von Tokwon – Glaubenszeugen in Korea 1950-1952“. Die Schicksale der Märtyrer von Tokwon in den Jahren zwischen 1950 und 1952 haben seit Jahrzehnten ein starkes Echo ausgelöst. Die koreanische Abtei Waegwan als Nachfolgerin von Kloster Tokwon entschloss sich daher im Jahr 2007, einen Seligsprechungsprozess für die 38 betroffenen Priester, Mönche und Schwestern in die Wege zu leiten.

Finanzstaatssekretär Koschyk: „Gerade auch vor dem Hintergrund der andauernden Missachtung der Menschenrechte durch das nordkoreanische Regime, dürfen die ‚Märtyrer von Tokwon‘ nicht vergessen werden. 1949 hob die kommunistische Regierung Nordkoreas die von St. Ottilien 1909 gegründete Benediktinerabtei Tokwon und das Benediktinerinnenkloster Wonsan auf. Die Mitglieder der beiden Konvente kamen in Lagerhaft, die viele von ihnen nicht überlebten. Abt-Bischof Bonifacius Sauer, Abt von Tokwon und Apostolischer Vikar für weite Teile Nordost-Koreas, der 1899 in Sankt Ottilien eingetreten war, starb am 7. Februar 1950 im Gefängnis von Pjöngjang. 25 von ihnen stammten wie Abt-Bischof Sauer aus Deutschland. Sie waren zwischen 1949 und 1952 in den Konzentrationslagern des Regimes ermordet worden oder an den unmenschlichen Haftbedingungen zugrunde gegangen. Mit dem Seligsprechungsprozess der 36 Benediktinermärtyrer von Tokwon wird sicherlich auch ein deutliches Signal zur Wahrung der Menschenrechte in Nordkorea gesetzt. Ich danke Prof. Mahr sehr, dass er dieses bedeutende historischen Thema wissenschaftlich aufgearbeitet hat. Die vorliegende Darstellung schildert die einzelnen Lebensläufe der ‚Märtyrer von Tokwon‘ und verdeutlicht in herausragender Weise, wie trotz äußerster Bedrängung, Mut und Glaubensstärke Hoffnung geben können. Im Hinblick auf die von Nordkorea mehrfach ausgelösten schweren Krisen auf der koreanischen Halbinsel in diesem Jahr, sollte meines Erachtens gerade auch vom Mut und der Glaubensstärke der ‚Märtyrer von Tokwon‘ und vor dem Hintergrund des laufenden Seligsprechungsprozesses ein Zeichen der Hoffnung für eine koreanische Annäherung ausgehen. Im Geiste der Missionsbenediktiner gilt es, den Mut nicht zu verlieren, dass auch die koreanische Teilung friedlich überwunden werden kann.“

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