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Koschyk: Bundesregierung behält Tourismusförderung in Deutschland fest im Blick!
28. Februar 2014
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Tourismus gehört zu den boomenden Wirtschaftszweigen in Deutschland. Das geht aus dem tourismuspolitischen Bericht der Bundesregierung für die 17. Wahlperiode hervor.

Die Beliebtheit Deutschlands ist nach wie vor ungebrochen. Dafür gibt es mehrere Gründe: attraktive Städte, ein vielfältiges Kultur- und Freizeitangebot sowie das faire Preis-Leistungsverhältnis. Mit einer gestiegenen Zahl an Übernachtungen im Jahr 2013 von 407 auf 412 Millionen Gästen konnte Deutschland doppelt so viel zulegen wie der europäische und weltweite Durchschnitt. Die Erhöhung der Mittel für die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) durch den Bund hat sich bewährt: Die Zahl von Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland erhöhte sich 2013 um sieben Prozent. Deutschland ist Kulturreiseziel Nummer eins, vor Frankreich und Italien. Auch Geschäftsreisen der Europäer nach Deutschland sind gegenüber 2012 um zwölf Prozent gewachsen.

Der tourismuspolitische Bericht zeigt die eindrucksvolle positive Entwicklung des Tourismus in Deutschland und belegt, welchen großen Anteil die unionsgeführte Bundesregierung durch die Verbesserungen der Rahmenbedingungen daran hat. Er zeigt allerdings auch, dass die Bundesregierung es dabei nicht belassen darf. Das vom  Bundeswirtschaftsministerium durchgeführte Projekt „Tourismusperspektiven in ländlichen Räumen“ belegt, dass insbesondere bei der Entwicklung des Tourismus in den ländlichen Räumen, wie beispielsweise der Fränkischen Schweiz oder dem Fichtelgebirge, noch aufgeholt werden muss. Dieser hat von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung nicht so profitiert wie gewünscht. Eine gute verkehrliche Erschließung sowie der künftige Breitbandausbau sind notwendige Voraussetzungen, um hier zu Verbesserungen zu kommen.

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Es ist die Herausforderung der kommenden Jahre den Trend an zunehmenden ausländischen Gästen auch in den ländlichen Raum zu tragen. Die Wachstumsmärkte müssen jetzt erschlossen werden und Urlaubsregionen wie die Fränkische Schweiz und das Fichtelgebirge langfristige Marketingstrategien entwickeln, um dieses stetig wachsende Kundenpotential an sich zu binden. Marktanalysen zeigen, dass zunehmend thematische zielgruppenorientierte Werbung nötig ist. Es gilt Alleinstellungsmerkmale der Fränkischen Schweiz und des Fichtelgebirges herauszuarbeiten. Beide Regionen können in diesem Zusammenhang insbesondere in den Themenbereichen Natur, Kultur und Wellness punkten. Auch die „Genussregion Fränkische Schweiz“ hat ein Alleinstellungsmerkmal, das es thematisch zunehmend zu vermarkten gilt. In der Fränkischen Schweiz liegt zudem das größte zusammenhangende Kirschenanbaugebiet Deutschlands und die „Kirschblüte“ könnte sich zur touristischen Attraktion entwickeln. Musterbeispiel für die Schaffung eines touristischen Anziehungspunktes im Fichtelgebirge ist hingegen das Waldhaus in Mehlmeisel, das neben seiner Dauerausstellung auch ein umfangreiches Kulturprogramm bietet.

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In den letzten Jahren ist Deutschland zum zweitbeliebtesten Kulturreiseland in Europa nach Frankreich aufgestiegen. Dabei haben die Kulturreisen nach Deutschland um rund 30 Prozent zugenommen. Außerdem werden von den Deutschen pro Jahr etwa 80 Millionen Kulturausflüge unternommen. Ziel der Besucher sind unter anderem die 34 UNESCO-Welterbestätten – zu denen auch das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth gehört. Gemeinsam gilt es, die Kultur- und Festspielstadt Bayreuth, die durch das Erbe der Markgräfin Wilhelmine, Richard Wagners, Franz Liszts, Jean-Pauls und Alexander von Humboldts, der von weltweiter kultureller Bedeutung ist, künftig noch stärker zu vermarkten. Im Hinblick auf die Aufarbeitung des Erbes Alexander von Humboldts, der von 1792 bis 1795 in Goldkronach zunächst als preußischer Bergassessor, dann als preußischer Oberbergmeister und zuletzt als Oberbergrat tätig war, leistet der Verein „Alexander von Humboldt-Kulturforum Schloss Goldkronach e. V.“ vorbildliche Arbeit.
Es ist in diesem Zusammenhang wichtig, dass die Bundesregierung die Mittel für die Städtebauförderung deutlich erhöhen wird. Das Geld muss eingesetzt werden, um die Stadtquartiere umfassend zu stärken. Die Städte in Deutschland und auch die Stadt Bayreuth sollen in jeder Hinsicht lebenswert sein. Das hilft den Bewohnern unmittelbar und stellt zugleich sicher, dass Städtetourismus auch in Zukunft ein echter Wachstumstreiber sein wird.

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Trotz offensichtlicher Vorteile sind beim Zusammenwirken von Kultur und Tourismus aber noch nicht alle Potenziale gewinnbringend genutzt. Oftmals sind Berührungsängste und Vorurteile festzustellen, die auf den unterschiedlichen Bedürfnissen und Abhängigkeiten beider Seiten beruhen. So ist die Tourismusbranche auf die Vermarktungsfähigkeit der Kultur-Produkte angewiesen – eine solche Kundenorientierung ist auf der Kulturseite aber nicht immer gegeben. Als Vermarktungshemmnisse werden von den Touristikern vor allem die Kurzfristigkeit von Programmplanungen, Probleme bei der Bereitstellung von festen Kontingenten, die mangelnde Bereitschaft bzw. Möglichkeit für Provisionszahlungen an Reiseveranstalter oder auch das Fehlen mehrsprachiger Besucherinformationen erkannt.

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Die Kulturakteure machen dagegen deutlich, dass Kultur- und Kunstangebote als ein öffentliches Gut über ihre Bedeutung für den Tourismus hinaus auch einen Wert an sich haben. So erfüllen kulturelle Angebote wie Kulturdenkmäler und Kultureinrichtungen neben der Präsentation von Kunst und Kultur auch gesellschaftliche und wissenschaftliche Aufgaben. Es ist daher ein intensiver Dialog auf Augenhöhe geboten – Kultur und Tourismus müssen sich noch mehr als bisher als Partner verstehen.

Die bessere Anerkennung der Berufe in der Tourismusbranche ist der Bundesregierung ein wichtiges Anliegen. Geringe Qualifikation in der Ausbildung, schlechte Arbeitsbedingungen sowie Schwarz- und Saisonarbeit führen zu sinkender Attraktivität dieser Berufe. Um das zu ändern, plant die Bundesregierung mit allen Beteiligten eine Anerkennensoffensive, damit sich auch in unserer Region wieder mehr Menschen für diese Berufe interessieren und ausbilden lassen.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse tourismuspolitischen Berichtes, dass die unionsgeführte Bundesregierung in der zurückliegenden Legislaturperiode die Weichen richtig gesellt hat den Tourismus in Deutschland nachhaltig zu fördern und dass auch die neue Bundesregierung unter der Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel dies fest im Blick behält. Ich halte es in diesem Zusammenhang von größter Wichtigkeit, die Bedeutung des Tourismus auch verstärkt ins Blickfeld der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken. Schließlich trägt der Tourismus 4,4 % zum Bruttoinlandsprodukt bei, die Automobilindustrie hingegen lediglich 2,4 %. Investitionen in den Tourismus sind folglich stets auch Investitionen in die Zukunftsfähigkeit unserer Regionen in Deutschland, darunter auch das Fichtelgebirge, die Fränkische Schweiz und die Festspiel- und Kulturstadt Bayreuth.

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