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Koschyk gratuliert Schwester Maria Bertilde und Pater Anton Trauner, die seit Jahrzehnten in Südkorea wirken, zum Bundesverdienstkreuz
28. Oktober 2014
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Schwester Maria Bertilde und Pater Anton Trauner
© Chosun Ilbo

Schwester Maria Bertilde vom Orden der ‚Schwestern Unserer Lieben Frau‘ und Pater Anton Trauner (World Apostolate of Fatima), die seit Jahrzehnten in Südkorea wirken, wurden in der Residenz des deutschen Botschafters in der Republik Korea, Rolf Mafael, mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, das ihnen von Bundespräsident Joachim Gauck verliehen wurde. Hierzu gratuliert ihnen der Vorsitzende der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages und und Ko-Vorsitzende des bilateralen Deutsch-Koreanischen Forums, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB:

„Auf den Spuren der Frohen Botschaft unseres Heilands Jesus Christus wandelnd haben sich Schwester Maria Bertilde und Pater Anton Trauner mit ihren segensreichen Wirken weit über die Grenzen Südkoreas hinaus die respektvolle Anerkennung, aber auch die tiefe Verbundenheit mit den Menschen gewonnen und auch stark zu einem positiven Deutschlandbild in Korea beigetragen, was mit dieser Ehrung eine verdiente Würdigung erfährt.

Seitdem der Orden der ‚Schwestern Unserer Lieben Frau‘ Schwester Maria Bertilde im Jahre 1967 nach Südkorea gesandt hat, hat sie sich unermüdlich für die Verbesserung der Lebensverhältnisse benachteiligter Personen in Südkorea eingesetzt. So errichtete Schwester Maria Bertilde in Busan zu einer Zeit, in der es kaum staatliche Kinderbetreuung gab, erste Kindertagesstätten, um so arme und bedürftige Familien, insbesondere berufstätige Mütter zu unterstützen. Vom bescheidenen Beginn im Jahre 1972 mit 24 Kindern wuchs der Kindergarten bis 1974 auf 160 Kinder an, für die dank des Einsatzes von Schwester Maria Bertilde ein eigenes Gebäude durch ihren Orden fertig gestellt wurde. Dem Um- und Neubau des Schwesternhauses in Busan folgten zwei weitere Kindergärten in Osan und Incheon und fünf Kindertagesstätten in Seoul und Busan. Mehr als 3.000 Kinder besuchen heute diese Kindergärten.

Besondere Verdienste erwarb sich Schwester Maria Bertilde auch durch den Aufbau eines Ausbildungszentrums für Körperbehinderte in Incheon im Vorfeld der Paralympischen Spiele im Jahre 1988. Dieses Zentrum dient noch heute ausgebaut als Rehabilitationszentrum ihres Ordens für körperlich und geistig behinderte Kinder.

Im Oktober 2011 wurde Schwester Maria Bertilde für ihr segensreiches Wirken für die Menschen in Korea zur Ehrenbürgerin der Stadt Seoul ernannt.

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Schwester Maria Bertilde und Pater Anton Trauner gemeinsam mit dem deutschen Botschafter in der Republik Korea, Rolf Mafael und seiner Ehefrau Christina Mafael
© Chosun Ilbo

Pater Anton Trauner (World Apostolate of Fatima) reiste bereits mit 36 Jahren im Jahr 1958 als einer der ersten katholischen deutschen Missionare nach dem Koreakrieg nach Busan, das zu dieser Zeit Anlaufstelle für viele Flüchtlinge war. Pater Anton Trauner verteilte vor Ort Lebensmittel an Flüchtlinge und Hilfsbedürftige und versorgte die notleidenden Menschen mit Kleidung aus Deutschland. Unvergessen bleibt, dass Pater Anton Trauner im Jahre 1959 in Busan die Donghang Kathedrale in Uam-dong, einem Stadtteil mit besonders vielen Flüchtlingen, gründete.

Auch möchte ich den Einsatz von Pater Anton Trauner bei der Gründung eines Waisenhauses zur Linderung der Not der durch den Koreakrieg zu Waisen gewordenen Kinder im Jahr 1962 würdigen. Mit zunächst 7 Waisenkindern entwickelte sich das Waisenhaus zu einer Gemeinschaftseinrichtung, welches unter dem Namen ‚House of Love‘ landesweit bekannt wurde. Unvergessen bleibt, dass Pater Anton Trauner dieses Projekt nur durch den Verkauf seiner Besitztümer in Deutschland finanzieren konnte. Die ebenfalls von Pater Anton Trauner im Jahre 1965 ins Leben gerufene Handok Berufsschule für Mädchen existiert noch heute als Oberschule.

Besondere Verdienste hat sich Pater Anton Trauner ebenfalls durch die Errichtung einer Deutsch-Koreanischen Schule in Busan im Jahr 1976 erworben. 1977 errichtete er zudem eine Geburtenklinik in Busan, die insbesondere Frauen aus ärmlichen Verhältnissen durch fast kostenlose Behandlung unterstützte, was größten Dank und höchste Anerkennung verdient. Für viele Frauen war diese Klinik die einzige Einrichtung, die sie sich leisten konnten. Insgesamt wurden bis heute weit über 20 000 Kinder in dieser Klinik zur Welt gebracht.

Ganz besonderer Dank gilt den Bemühungen von Pater Anton Trauner – an die Kraft des Gebetes glaubend – um eine mögliche koreanische Wiedervereinigung. Ein Beispiel hierfür ist die von Pater Anton Trauner organisierte Versammlung von über 10 000 Menschen im Imjingak Pavillon in Paju im Jahr 1974, auf der die Menschen öffentlich für die Menschen in Nordkorea beteten. Diese Veranstaltung wird noch heute jährlich durchgeführt. Die Menschen in Südkorea spüren, dass eine friedliche Vereinigung der koreanischen Halbinsel Pater Anton Trauner ein Herzensanliegen ist und zurecht wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Busan ernannt.“

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