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Koschyk in bewegter Zeit als Militärattaché in Kiew
23. Februar 2015
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Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und Bayreuther Bundestagsabgeordnete, Hartmut Koschyk MdB, hat vom 9. bis 20. Februar im Militärattachéstab der Deutschen Botschaft in Kiew in der Ukraine eine ”Reservedienstleistung” im Rahmen der deutschen Militärattachéreserve absolviert.

Bereits im April vergangenen Jahres hatte Koschyk, der Oberstleutant der Reserve ist, eine Wehrübung im deutschen Militärattachéstab in Peking abgeleistet und in diesem Rahmen auch Streitkräfte- Einrichtungen in der Mongolischen Republik besucht. Der Deutsche Militärattachédienst repräsentiert im Rahmen des Auswärtigen Dienstes das Bundesministerium der Verteidigung gegenüber den Regierungen anderer Staaten. Aufgabe der Militärattachés ist es unter anderem, an den deutschen Auslandsvertretungen die sicherheitspolitischen Interessen der Bundesrepublik wahrzunehmen. Gerade in Bezug auf die Lagebearbeitung zu Krisen und Konflikten war und ist die Zusammenarbeit des Bundesministeriums der Verteidigung mit dessen Militärattachés von herausragender Bedeutung. Sie sind vor Ort und können eigene Eindrücke und Erkenntnisse umsetzten und in entsprechender Berichterstattung verarbeiten.

Deutsche Militärattachés sind Stabsoffiziere, die vom Bundesministerium der Verteidigung zum Auswärtigen Amt abgeordnet und an eine Deutsche Botschaft entsandt werden. Sie haben in ihrem Gastland diplomatischen Status. Zurzeit sind in rund 130 Ländern deutsche Militärattachés akkreditiert. Sie sind im Geschäftsbereich des Bundesministers des Auswärtigen an den Auslandsvertretungen tätig und beraten auch die Botschafter und Mitarbeiter der diplomatischen Vertretungen. Zur Unterstützung des deutschen Militärattachédienstes leisten regelmäßig zahlreiche Reserveoffiziere wie Koschyk Wehrübungen in deutschen Militärattachéstäben weltweit ab.

Koschyks Wehrübung im deutschen Militärattaché-Stab an der Deutschen Botschaft Kiew fand in bewegter Zeit statt. Im Vorfeld des Verhandlungsmarathons von Minsk, aber auch in den Tagen danach war die Deutsche Botschaft Kiew unter Botschafter Dr. Christof Weil mit dem Militärattaché-Stab unter Oberst i.G. Christian Farkondeh extrem gefordert, die deutsche Verhandlungsdelegation in Minsk unter Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier mit aktuellen Analysen der politischen und militärischen Lage der Ukraine zu unterstützen. Hinzu kam der Besuch von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert in Kiew, der die Spitzenrepräsentanten des Landes in Regierung und Parlament, aber auch wichtige Vertreter der Zivilgesellschaft in Kiew getroffen hat.

 

Gemeinsam mit dem Deutschen Botschafter Dr. Christof Weil und dem Deutschen Militärattaché Oberst i.G. Christian Farkhondeh konnten Hartmut Koschyk MdB als Oberstleutnant der Reserve während seiner Reservedienstleistung im Militärattaché-Stab an der Deutschen Botschaft Kiew Bundestagspräsident Prof. Dr. Lammert MdB und den Vorsitzenden der Deutsch-Ukrainischen Parlamentariergruppe des Bundestages, Karl-Georg Wellmann am Flughafen Kiew-Boryspil willkommen heißen.

Gemeinsam mit dem Deutschen Botschafter Dr. Christof Weil und dem Deutschen Militärattaché Oberst i.G. Christian Farkhondeh konnten Hartmut Koschyk MdB als Oberstleutnant der Reserve während seiner Reservedienstleistung im Militärattaché-Stab an der Deutschen Botschaft Kiew Bundestagspräsident Prof. Dr. Lammert MdB und den Vorsitzenden der Deutsch-Ukrainischen Parlamentariergruppe des Bundestages, Karl-Georg Wellmann am Flughafen Kiew-Boryspil willkommen heißen.

Zum “Tagesgeschäft” Koschyks im deutschen Militärattaché-Stab an der Deutschen Botschaft Kiew gehörten Lagebesprechungen in der Botschaft, die Abstimmung im Kreise der Militärattachés der NATO- und EU-Mitgliedsstaaten und der ständige Austausch dieser Attachégruppe mit den Vertretern des ukrainischen Verteidigungsministeriums und des ukrainischen Generalstabs. Zur Lagebeurteilung vor allem in den umkämpften Regionen im Osten des Landes gehörten aber auch Gespräche mit OSZE-Vertretern aus Kanada, der Schweiz und Deutschlands, die eindrucksvolle Erfahrungen von der Frontlinie vermittelten.

Aber auch weitere deutsche Delegationen wurden von Koschyk während seines Aufenthaltes in Kiew betreut. So besuchten der Generalsekretär des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Oberst der Reserve Rainer Ruff, und der Leiter der Geschäftsstelle Osteuropa, Wolfgang Strojek, die Ukraine, um mit den zuständigen Regierungsstellen des Landes die diesjährigen Kooperationsprojekte zu besprechen. Auf dem Territorium der Ukraine sind während des Zweiten Weltkrieges und in der Folgezeit etwa 400.000 deutsche Soldaten ums Leben gekommen. Hauptaufgaben des Volksbundes in der Ukraine sind die Pflege von Sammelfriedhöfen und Kriegsgefangenenfriedhöfen sowie die Umbettung der deutschen Kriegstoten. Große Bedeutung hat eine vielschichtige Öffentlichkeitsarbeit.

Deutsche Kriegsgräberstätten in der Ukraine:

In der Ukraine errichtete der Volksbund innerhalb von nur vier Jahren bis Ende 1999 fünf Sammelfriedhöfe, auf denen bis heute eingebettet wurden: Charkow, über 45.000 Tote; Gontscharnoje, über 24.000 Tote; Kiew mehr als 24.000 Tote; Kirowograd über 21.000 Tote und Potelitsch mit über 13.000 Toten. Außerdem wurden in diesen Jahren bestehen bleibende Friedhöfe in Shitomir (3.141) und Bronniki (190) rekonstruiert. Durch die unerwartet große Anzahl noch aufzufindender Kriegsgefangenen- und Interniertenfriedhöfe musste man das Vorhaben, alle diese Anlagen am jeweiligen Ort wiederherzustellen, aufgeben und sich dem Gedanken zuwenden, auch die Toten dieser Friedhöfe auf wenige große Sammelfriedhöfe zusammenzufassen: Saporoshje (5.142), Donezk (5.275), Odessa (1.507), Slawuta (1.885), Sambor (1.167), Poltawa (496), Kiew-Syrez (300).

Gespräch mit Vertretern des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge in der Botschaft Kiew: Militärattaché Oberst i. G. Christian Farkhondeh, Wolfgang Strojek, Leiter der Geschäftsstelle Osteuropa des Volksbundes, Oberst der Reserve Rainer Ruff, Generalsekretär des Volksbundes, Oberstleutnant der Reserve Hartmut Koschyk MdB

Gespräch mit Vertretern des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge in der Botschaft Kiew: Militärattaché Oberst i. G. Christian Farkhondeh, Wolfgang Strojek, Leiter der Geschäftsstelle Osteuropa des Volksbundes, Oberst der Reserve Rainer Ruff, Generalsekretär des Volksbundes, Oberstleutnant der Reserve Hartmut Koschyk MdB

Ein weiterer Schwerpunkt des Volksbundes in der Ukraine ist die Arbeit mit den Kriegsveteranen und der Jugend. Von 2002 bis 2007 organisierte und finanzierte der Volksbund 15 internationale Veteranentreffen. Begegnungen von Kriegsveteranen aus Russland, der Ukraine, Belarus und Deutschland fanden in Berlin, 6 russischen und 2 weißrussischen Städten statt. In Deutschland nahmen die Veteranen an den zentralen Gedenkveranstaltungen anlässlich des Volkstrauertages teil. Im Rahmen der Jugendarbeit des Volksbundes werden in der Ukraine, so wie in Deutschland und vielen anderen Ländern auch, internationale Jugendlager durchgeführt. Alljährlich pflegen bis zu 100 Jugendliche aus der Ukraine gemeinsam mit Jugendlichen aus Deutschland und anderen Staaten Kriegsgräberstätten in der Ukraine, Deutschland und anderen europäischen Ländern. 2009 fanden zum ersten Mal gemeinsame Arbeitseinsätze junger Soldaten der Bundeswehr und der Ukrainischen Armee in Lwiw statt, 2010 – in Lwiw und Bronniki. Für August 2015 ist in Kiew ein weiterer gemeinsamer Arbeitseinsatz geplant.

Ein weiterer wichtiger Besucher während Koschyks Wehrübung in Kiew war der Präsident der Bundesanstalt Technischer Hilfswerke, Albrecht Broemme, der mit den Vertretern des ukrainischen Zivil- und Katastrophenschutzes eine zukünftige engere Zusammenarbeit besprach. Deutschland hat in jüngerer Vergangenheit bereits erhebliche Unterstützung im Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes geleistet und plant weitere Hilfsmaßnahmen in diesem Bereich.

Besuch des THW-Präsidenten Albrecht Broemme in Kiew: von links nach rechts: Sergii Lavrinenko, Direktor des Zentrums für Katastrophenschutz der Ukraine, Ruslan Biloshytskyi, Direktor der Abteilung für Notfallvorsorge des Zivil- und Katastrophenschutzes der Ukraine, Boiko Anatolii, stv. Präsident des Zivil- und Katastrophenschutzes der Ukraine, Oberstleutnant der Reserve Hartmut Koschyk MdB, THW-Präsident Albrecht Broemme, Sergii Okatow, Chef des Zivil- und Katastrophenschutzes für die Hauptstadt Kiew, Oleg Pinskyi, stellv. Abteilungsleiter für internationale Beziehungen des Zivil- und Katastrophenschutzes der Ukraine

Besuch des THW-Präsidenten Albrecht Broemme in Kiew: von links nach rechts: Sergii Lavrinenko, Direktor des Zentrums für Katastrophenschutz der Ukraine, Ruslan Biloshytskyi, Direktor der Abteilung für Notfallvorsorge des Zivil- und Katastrophenschutzes der Ukraine, Boiko Anatolii, stv. Präsident des Zivil- und Katastrophenschutzes der Ukraine, Oberstleutnant der Reserve Hartmut Koschyk MdB, THW-Präsident Albrecht Broemme, Sergii Okatow, Chef des Zivil- und Katastrophenschutzes für die Hauptstadt Kiew, Oleg Pinskyi, stellv. Abteilungsleiter für internationale Beziehungen des Zivil- und Katastrophenschutzes der Ukraine

Koschyks Resümee seiner zweiwöchigen Reservedienstleistung im deutschen Militärattachéstab in Kiew: “Eine entscheidende Säule des deutschen Einsatzes für Frieden und Stabilität in der Ukraine unter der Federführung von Bundeskanzlerin Merkel und Bundesaußenminister Steinmeier bilden die Deutsche Botschaft in Kiew gemeinsam mit den deutschen Konsulaten in der Ukraine. Der Einsatz unserer Diplomaten unter Botschafter Dr. Christof Weil und der Gesandten Anka Feldhusen ist ebenso anerkennenswert wie beispielhaft, gerade angesichts der beständigen Krisenlage in der Region!”

Bundeskanzlerin Angela Merkel MdB bei ihrem Besuch in Kiew mit Oberst i.G. Christian Farkhondeh (1.v.r.)

Bundeskanzlerin Angela Merkel MdB bei ihrem Besuch in Kiew mit Oberst i.G. Christian Farkhondeh (1.v.r.)

Koschyk weiter: “Aufgrund der militärischen Dimension der russischen Aggression gegenüber der Ukraine kommt dem deutschen Militärattaché-Stab an der Deutschen Botschaft Kiew unter Oberst i.G. Christian Farkondeh und Hauptfeldwebel Dennis Herbold eine entscheidende Rolle bei der Beurteilung der sicherheitspolitischen Lage in der Region zu. Für die weitere demokratische, rechtsstaatliche und sicherheitspolitische Entwicklung der Ukraine ist eine grundlegende Reform der ukrainischen Streitkräfte unabdingbar. Deutschland und unsere Bundeswehr haben bei vergleichbaren Transformationsprozessen anderen Orts einen entscheidenden Beitrag geleistet. Die Neuausrichtung der ukrainischen Streitkräfte wird bereits von der Bundeswehr in erheblichem Umgang unterstützt. Angesichts des Reformbedarfes der ukrainischen Streitkräfte sehe ich jedoch die Notwendigkeit eines noch intensiveren Engagements der Bundeswehr!”

Oberstleutnant der Reserve Hartmut Koschyk MdB mit Oberst i.G. Christian Farkhondeh und Hauptfeldwebel Dennis Herbold im deutschen Militärattaché-Stab an der Deutschen Botschaft in Kiew

Oberstleutnant der Reserve Hartmut Koschyk MdB mit Oberst i.G. Christian Farkhondeh und Hauptfeldwebel Dennis Herbold im deutschen Militärattaché-Stab an der Deutschen Botschaft in Kiew

 

 

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